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Ein Jahr Praxis : Janosch macht den ,Was-will-ich-Test’

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Rostocker Abiturient absolviert Freiwilliges ökologische Jahr in der Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide. Der 18-Jährige sucht die berufliche Orientierung.

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erstellt am 10.Okt.2014 | 20:45 Uhr

Von Rostock ins ländliche Karow. Für einen 18-Jährigen, der dafür das Flair der Studentenstadt hinter sich lassen muss, ist das ein großer Schritt. Für Janosch Marian Voß war es noch weit mehr, nämlich die Entscheidung, nach dem Abitur (und vor dem Studium) ein Freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) zu absolvieren. Start war am 1. September; bis 31. August bleibt der junge Mann. Träger der Maßnahme ist die JAO gGmbH, die ihr Regionalbüro in Waren hat. Einsatzstelle ist die Naturparkverwaltung Nossentiner/Schwinzer Heide. In Karow.

Sechs Wochen dabei, zeigt sich Janosch von der Arbeit, dem Park und den Leuten begeistert. „Ich bin praktisch jeden Tag mit dem Rangerteam im Naturpark unterwegs“, erzählt der junge Mann. Bedenkt man, dass sich der Naturpark auf 365 Quadratkilometern über Teile der Landkreise Müritz, Ludwigslust-Parchim und Güstrow erstreckt, warten auf den Rostocker jeden Tag neue Herausforderungen. Da sind die reinen Kontrollfahrten, müssen schon mal Bäume, Büsche, Hecken beschnitten, Wege instand gesetzt, Schilder erneuert und manchmal sogar Arbeiten mit schwerem Gerät erledigt werden… Der Park sei nicht nur groß und herrlich, „er ist vor allem eine touristisch erschlossene Kulturlandschaft“, sagt Janosch. „Und obwohl ich erst kurz da bin, ist mit längst klar, dass es hier immer jede Menge tun gibt.“ Daneben hat der frisch gebackene Abiturient in seinem FÖJ auch noch weitere Aufgaben zu erledigen. „Zum Beispiel mache ich das Monitoring“, erzählt er begeistert. Vogelzählungen, Kartierungen von Arten, egal ob Tier oder Pflanze… alles, was mit Datenerfassung zu tun hat. Der Rostocker findet gerade diesen Part interessant, weil er seinen Nutzen sieht. „Wenn nämlich auf Grundlage der Daten Maßnahmen zur Sicherung oder Erhaltung eines Bestandes ergriffen werden können. Oder wenn eine gefährdete Art nachgewiesen wird, dann kann das zum Beispiel bei der Ausweisung neuer Windeignungsgebiete Ausschlusskriterium sein“, sagt er und weiß durchaus, wie brisant das Thema vor allem in der Plauer Region ist.

Raus aus der Hansestadt, rein in die Walachei. Der Bruch sei schon ziemlich abrupt gewesen, gesteht Janosch. Inzwischen sei er aber angekommen. Sein großes Plus: Natur, Umwelt, Umweltschutz, er sei nachhaltig interessiert. Ob ein Beruf in dieser Richtung das Richtige für ihn wäre? Janosch war sich nicht sicher. „Dazu fehlen mir einfach die Erfahrungen und darum mache ich das FÖJ. Hier kann ich mich ausprobieren, kann was für die Umwelt tun. Vor allem aber habe ich genügend Zeit, um zu sehen, ob das mein Ding ist“, sagt er und verrät, dass er sich nach der ersten Woche gefragt habe, ob das FÖJ vielleicht doch ein Fehler war. Sechs Wochen – und die erfolgreich bestandene Probezeit – später weiß er, dass seine Entscheidung goldrichtig war. „Mir macht die Arbeit Spaß, ich komme mit den Kollegen gut aus. Allerdings weiß ich eigentlich schon jetzt, dass ich beruflich wohl doch nicht in den Umweltbereich gehen werde.“

Musik und Film, das seien seine Leidenschaften. „Wenn ich die zum Beruf machen könnte, das wäre Klasse“, sagt er und hofft auf einen Studienplatz in Erfurt, Leipzig oder Berlin. Doch der junge Mann, der MV-weit zu ganzen 76 FÖJlern im Jahrgang 2014/15 gehört, die aus mehreren hundert Bewerbern ausgewählt worden waren, will sich mit dieser „wichtigen Entscheidung“ Zeit lassen. „Immerhin geht’s dabei um mehr als einen Abi tur-Kurs oder eine Freizeit-AG. Da geht’s um die Zukunft.“

Jetzt wo er seine Probezeit hinter sich hat, muss er zu allererst seinen Einsatzplan schreiben, also schriftlich festhalten, wo er die Prioritäten in seinem FÖJ sieht. „Danach mache ich mich an meine Ausstellung ,Natur des Jahres 2015’. Die muss bis Januar stehen und wird dann bis April im Karower Meiler zu sehen sein wird.“

 

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