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Lübzer Pils : Jahresproduktion bei 110 Millionen Litern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Brauerei weit über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bekanntester Betrieb von Lübz. Wiederbelebung der Bierdose zu ihrem heutigen „Ehrentag“ mit neuem Design

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erstellt am 24.Jan.2017 | 07:00 Uhr

Seit 1877 wird in Lübz Bier gebraut – ein Produkt, für das die Stadt besonders bekannt ist, und das mittlerweile nicht nur in den neuen Bundesländern. Zahlen, die die eindrucksvolle Entwicklung des Unternehmens verdeutlichen: Stellten zu DDR-Zeiten 350 Mitarbeiter 3,5 Millionen Liter (35 000 Hektoliter) im Jahr her, schaffen heute 160 Beschäftigte in derselben Zeit 1,1 Millionen Hektoliter – 110 Millionen Liter.

1991 wurde der ehemalige volkseigene Betrieb von der Hamburger Holsten-Gruppe übernommen, die in ihn rund 180 Millionen D-Mark vor allem in die Erneuerung des Maschinenparks investierte. Seit 2004 ist Lübzer eines der wenigen Unternehmen seiner Art, das nach der Wende bestehen blieb, eine Tochter des dänischen Carlsberg-Konzerns und rangiert in den neuen Bundesländern an dritter Stelle, was den Umsatz betrifft.

Die Entscheidung, eine Brauerei zu gründen, hing zentral von der Qualität des Grundwassers vor Ort ab. Es kommt heute aus vier 80 bis 90 Meter tiefen Brunnen auf dem Werksgelände. Neben Hefe sind Hopfen, Malz sowie gekeimte und getrocknete Gerste die weiteren wichtigsten Bestandteile von Bier. Der Hopfen, von Natur aus wegen seiner starken Bitterkeit nahezu ungenießbar, kommt aus dem Raum Ingolstadt in Bayern, weltweit größtes Anbaugebiet seiner Art. In großen Gärtanks, die sich früher in kühlen und dunklen Kellern befanden, entstehen aus dem Zucker in der aus allen genannten Bestandteilen gekochten Würze innerhalb von fünf bis acht Tagen Alkohol und Kohlenstoffdioxid. Die Tanks in Lübz fassen 1200 beziehungsweise 2400 Hektoliter. Dauerte der Brauprozess früher sechs bis acht Wochen, sind es heute gerade einmal noch 14 Tage. Als Abfall entsteht Treber, der keinen Alkohol enthält und gern als Futtermittel wie auch von Bäckern für die Herstellung von Bio-Brot verwendet wird.

Nach der Begutachtung jedes einzelnen Gefäßes werden die Dosen, Fässer und Flaschen zur Desinfektion mit Kohlendioxid vergast und von oben nach unten gedreht. Jede vor der Befüllung gewaschene Flasche muss letztlich auch noch etikettiert werden – ein großer Aufwand, den die Maschinen in atemberaubendem Tempo absolvieren: Stündlich verlassen 36 000 Dosen wie Flaschen Lübzer Bier die Laufbänder. Alle von einem hauseigenen Labor überwachten Produktionsdaten werden drei Jahre lang gespeichert.

Interessierte können den Traditionsbetrieb mit Rita Fürchow aus dem Bereich Handel und Gastronomie besichtigen. Diese Aufgabe übt die Mitarbeiterin seit rund zehn Jahren aus, insgesamt ist sie der Brauerei seit über drei Jahrzehnten verbunden.

Jährlich kommen rund 3000 Gäste, die nicht verpassen wollen, einen Einblick zu bekommen. Dazu gehört neben dem Besuch des hauseigenen Museums, einem Film über die Geschichte von Lübzer und einem Rundgang durch die laufende Produktion als Abschluss das Zusammensitzen in der Turmstube mit frisch gebrautem Bier – ein Erlebnis, das sich erst jüngst auch Besucher aus Berlin nicht entgehen ließen.

Pünktlich zum „Ehrentag der Bierdose“ am heutigen 24. Januar erlebt die Lübzer Pils-Dose eine Wiederbelebung und erhält ein neues Design. Damit nicht genug: Um ihre Position in diesem Bereich im Nordosten weiter auszubauen, füllt die Biermarke aus Mecklenburg ab Frühjahr den Dauerbrenner „Lübzer Grapefruit“ ebenfalls in Dosen ab.

Am 24. Januar 1935 kam die erste mit Bier gefüllte Getränkedose in den Handel und erfreue sich dem Unternehmen zufolge bis heute einer großen Fangemeinde – Tendenz steigend: Insbesondere in Discountern greifen Kunden demnach immer häufiger zu diesem Artikel. So stieg der Absatz von Bierdosen 2016 generell um rund 38 Prozent. Auch Lübzer verzeichne eine stetige Absatzsteigerung von Lübzer Pils in Dosen. Der beliebte Frucht-Biermix „Lübzer Grapefruit “ sei der Verkaufshit aus dem Norden und habe sich innerhalb kürzester Zeit mit heute 19 Prozent Marktanteil auf Position 1 des nordöstlichen Biermix-Marktes katapultiert.

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