Ein langer Weg : „Ja“ zum Schutz des Plauer Sees

Dem Plauer See, der Teil des zusammenhängenden europäischen Schutzgebietsystems „Natura 2000“ ist, wird derzeit eine gute Wasserqualität bescheinigt.
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Dem Plauer See, der Teil des zusammenhängenden europäischen Schutzgebietsystems „Natura 2000“ ist, wird derzeit eine gute Wasserqualität bescheinigt.

Plauer Stadtvertretung stimmt am Mittwochabend für die Unterzeichnung einer Freiwilligen Vereinbarung

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26. März 2015, 22:00 Uhr

Kein Zweifel: Der See ist Plaus Perle und das Pfund, mit dem die Stadt auch in Zukunft wuchern kann und will. Insofern war es nur logisch, dass die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Mittwochabend der „Freiwilligen Vereinbarung zum Schutz des Plauer Sees“. Mit nur einer Gegenstimme (mit nur einer Gegenstimme) zustimmten.

Mit dieser Vereinbarung gehen Wassersportler, Bootsvermieter und Angler am Plauer See auf der einen, die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte und Westmecklenburg, die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Mecklenburgische Seenplatte, Naturschutzverbände und Kommunen auf der anderen Seite neue Wege der Zusammenarbeit. Mit dem Ziel, das langfristige Nebeneinander von Natur-/Landschaftsschutz und Erholungsnutzung zu sichern.

Bis hierher war es ein langer Weg. Zwei Jahre hatten das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU) und das Planungsbüro UmweltPlan GmbH Stralsund an den Managementplänen für den See gearbeitet. Der ist FFH-Gebiet, sogar Teil des zusammenhängenden europäischen Schutzgebietsystems „Natura 2000“. Die Planung – Grundlage der freiwilligen Vereinbarung – zielte darauf, Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt herauszuarbeiten. Weit über 100 hatte das Stralsunder Büro letztlich aufgelistet. Alle sollten der Wiederherstellung, der Entwicklung oder der Erhaltung von Flora und Fauna dienen.

Fast zwei Jahre ist es her, dass die Ergebnisse der Managementplanung in Plau vorgestellt und damals prompt wegen so mancher scharfen Sanktionen ähnelnden Maßnahme kritisiert wurden.

„Die in der jetzt unterzeichneten Vereinbarung enthaltenden Einschränkungen in der Nutzung sind für die Entwicklung des Tourismus überschaubar und auch akzeptabel“, sagte Bürgermeister Norbert Reier am Mittwoch. „Wenn es uns nicht gelingt, den Zustand des Sees zu erhalten, werden wir in Zukunft mit schärferen Auflagen leben müssen, die dem Tourismus ganz bestimmt nicht gut tun.“

Wie Reier sprach sich auch Horst-Werner Frommer (CDU) ganz klar für die Unterzeichnung der Schutzvereinbarung aus. „Unterzeichnen wir nicht, greift der FFH-Managementplan. Tun wir es aber freiwillig, haben wir künftig ein Mitspracherecht“, gab Frommer zu bedenken und argumentierte weiter. Die unterzeichnenden Vereine, Charterer und Kommunen seien ebenso eine starke Lobby, an denen die Umweltverbände und das Stralsunder Ingenieurbüro im Zweifel nicht so leicht vorbeikommen.

Bevor Bürgervorsteher Dirk Tast zur Abstimmung rief, warf SPD-Fraktionschefin Anke Pohla noch die Frage auf, ob sichergestellt sei, dass alle notwendigen Informationen auch an die Touristen kommen. Seitens Stadt und StALU seien die Vorbereitungen getroffen, versicherte Reier. Es werde künftig aber auch Aufgabe der unterzeichnenden Vereine und Verbände sein, zur Aufklärung aller Nutzer beizutragen, um negative Einflüsse auf den guten Zustand des Sees zu vermeiden.

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