Firma aus Benzin : „JA-Solar“ auf Landesebene geehrt

Für ihre Leistung geehrt: Andreas Niemann,Torsten Jarchow und André Weis (v. l.), Geschäftsführer der Firma „JA-Solar“
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Für ihre Leistung geehrt: Andreas Niemann,Torsten Jarchow und André Weis (v. l.), Geschäftsführer der Firma „JA-Solar“

Der Landesunternehmerverband hat die 2000 gegründete Firma aus Benzin mit einem zweiten Platz in der Region Mecklenburg ausgezeichnet. Hauptziel ist, Energie für das eigene Zuhause selbst zu produzieren.

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12. April 2017, 21:00 Uhr

Bei der jüngst erfolgten Auszeichnung der Unternehmer des Jahres 2016 durch den Landesunternehmerverband wurden Torsten Jarchow, Andreas Niemann und René Weis, Geschäftsführer der in Benzin ansässigen Firma „JA-Solar GmbH“, für den Bereich Westmecklenburg mit einem zweiten Platz geehrt. Sie plant und installiert vornehmlich für Privatleute und mittelständische Unternehmen Solaranlagen aller Art. Weil die Mitglieder des Verbandes mögliche Kandidaten für die Auszeichnung selbst vorschlagen, sei es eine Wertschätzung aus eigenen Reihen, sagt seine Geschäftsführerin Pamela Buggenhagen.

Torsten Jarchow hat – wie er selbst sagt – das Hobby zum Beruf gemacht. 1999 baut er seine erste eigene Photovoltaikanlage und ist begeistert davon, wie gut es funktioniert, mit dieser Technik ohne zusätzliche Leistung Strom zu produzieren. Dass dies auch bei bedecktem Himmel ohne Sonne funktioniere, sei immer noch kaum jemandem bekannt.

Der junge Mann richtet sich in der Folge auf dem ehemaligen Bauernhof seiner Eltern in der einstigen Milchküche für Kälber sein erstes Büro ein und ist immer öfter in der Öffentlichkeit wie etwa auf der MeLa präsent. Die Erfolgskurve zeigt stets steil nach oben. 2002 tritt René Weis in die Firma ein, der sich in Konstanz zum „Fachmann für Solartechnik“ ausgebildet wurde.

Bei Gesprächen mit „JA-Solar“ fragten Interessenten immer wieder, „wo denn das warme Wasser rauskommt“. „Dies liegt darin begründet, dass bis heute oft kein Unterschied zwischen Solarwärme und Solarstrom gemacht, beides verwechselt wird“, sagt Jarchow. Für die Erzeugung sind jeweils völlig unterschiedliche auf dem Dach oder an Wänden befestigte Module erforderlich. Weil durch die Anfragen die in erster Linie für warmes Wasser im Haus sorgende Technik immer mehr in den Vordergrund rückt, verstärkt seit 2005 der gelernte Heizungsbauer Andreas Niemann „JA-Solar“ mit seinem Fachwissen und rundet das Angebot der Firma ab. „Heute geht es besonders darum, beide Bereiche miteinander zu verbinden: Durch Sonnenlicht Strom produzieren, ihn speichern und dann Wärme daraus gewinnen“, so Jarchow. Die bei vielen immer noch präsente Vorstellung, mit den Kollektoren auf dem eigenen Dach nur Energie ins öffentliche Netz einspeisen zu können und von einer dafür gezahlten Vergütung abhängig zu sein, sei seit der Jahrtausendwende Vergangenheit: „Heute produziert man in erster Linie für sich selbst, das heißt, die Energie bleibt im eigenen Haus – schon jetzt günstiger als jede andere, die ich einkaufen muss.“ Der Bedarf lasse sich zwar nicht zu 100, aber bis zu 80 Prozent abdecken. Dies liege unter anderem daran, dass es gerade im Winter Tage gibt, an denen es gar nicht richtig hell wird/die zu kurz sind. Anlagen gibt es ab einem Preis von rund 5000 Euro. Gefördert werde momentan besonders die Umrüstung alter Heizungsanlagen.

„Natürlich finde ich es gut, wenn unsere Arbeit gewürdigt wird“, sagt Jarchow. „Wir fahren nicht nach Hamburg oder Berlin zum Arbeiten, sondern sind hier zuhause und wollen etwas für die hier lebenden Menschen tun, ihnen unser Wissen zur Verfügung stellen Gerade im Bereich Energieversorgung wird sich vieles verändern.“

Am 23. Juni veranstaltet „JA-Solar“ auf seinem Firmengelände ein Hoffest, bei dem sich die Besucher über alles informieren können, was die Firma anbietet. Auch die dort stehenden, 1921 errichteten Gebäude tragen mittlerweile die Handschrift der neuen Zeit in Form von Strom- und Wärmemodulen auf Dächern und an Wänden. Jarchow freue sich, dass das zeitweise Gegeneinander mit anderen Handwerksbetrieben, die meist auf eine Technologie ausgerichtet seien, vorbei ist: „Mittlerweile ergänzen wir uns.“

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