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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 10:34 Uhr

Umwelt : Ist der Gehlsbach bald platt?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Nitrateintrag durch einen Entwässerungsgraben bei Vietlübbe ist extrem hoch. Norbert Arning, Bewohner des Karbower Ortsteils, ist besorgt wegen der Folgen um den Bestand des Naturschutzgebietes Gehlsbach.

von
erstellt am 13.Aug.2014 | 21:15 Uhr

Direkt hinter dem Grundstück von Norbert Arning fließt ein Entwässerungsgraben. Mitten im Grünen gelegen und mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Litern pro Sekunde. Idyllisch. Eigentlich. Doch der Vietlübber hütet sich davor, seine Hochlandrinder hier zur Tränke zu führen. Denn mit ca. 60 mg/Liter ist der Nitratgehalt des Gewässers extremst hoch.

Normal wäre ein Eintrag von 6 mg. „Schon bei gemessenen 20 Milligramm wäre die schlechteste Wassergüte erreicht“, erklärt Arning. „Und wir liegen bei 60.“ Der Vietlübber weiß, wovon er redet. Er selbst arbeitet im Bereich Abwassertechnik, kennt sich mit Parametern und Grenzwerten aus und hat die Beprobung selbst vorgenommen. Seit seine Vermutung von der Verschmutzung Gewissheit ist, macht sich Norbert Arning Sorgen: „Der Gehlsbach und seine Randstreifen sind Naturschutzgebiet und sogar ziemlich hochrangig. Noch ist er Lebensraum von acht vom Aussterben bedrohten Fischarten.“ Arning befürchtet, dass diese natürliche Perle irgendwann platt ist, wenn weiter das hochbelastete Wasser aus dem Entwässerunggraben einfließt. Wobei sich die Frage stellt, ob der Vietübber Graben einziger Zulauf ist. Die Hoffnung hat Arning, denn eine zweite Beprobung eines Grabens bei Klein-Pankow erbrachte beruhigende Werte. Hier waren die 6 mg/l nicht überschritten.

Doch wo kommt die Belastung her und was kann man tun? Norbert Arning hofft, dass sich die zuständigen Stellen, sprich die Untere Naturschutzbehörde einschaltet. „Den Graben einmalig sauber zu machen bringt nichts“, da ist er sich sicher. „Die Ursache für den hohen Nitratgehalt hat eine Quelle, eine Ursache. Die muss ermittelt werden.“

Dass der hohe Verschmutzungsgrad – der Vietlübber geht davon aus, dass der Wassergraben neben zu viel Nitrat auch einen hohen Anteil an organischen Kohlenstoffverbindungen wie Fette, Öle oder Zucker mit sich führt – seine Quelle in den Kleinkläranlagen der Anwohner hat, hält Norbert Arning für unwahrscheinlich: „Bei uns im Dorf leben zirka 150 Leute, und nur die wenigsten Grundstücke führen ihr vorgereinigtes Klärwasser nach der biologischen Endstufe in den Graben ab.“ Seine Analyseergebnisse zu Grunde gelegt, hat der Vietlübber ausgerechnet, wieviel eingeleitetes Abwasser notwendig wäre, um diese hohe Nitratbelastung zu erreichen. „Das von mehr als 950 Einwohnern. Und zwar ungeklärt und über einen längeren Zeitraum.“ Und das sei hier absolut nicht der Fall.

Norbert Arning hofft, dass die zuständigen Stellen tätig werden, den Graben untersuchen und alle möglichen Eintragsquellen kontrollieren und so der Ursache auf den Grund kommen. „Sonst“, sagt er, „ist es mit der Herrlichkeit des Gehlsbachs womöglich schon sehr bald vorbei.“

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