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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. November 2017 | 20:54 Uhr

Technik : Investition ins neue Wasserwerk

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz saniert Goldberger Einrichtung

von
erstellt am 04.Mai.2015 | 22:00 Uhr

Da steht es – klein, filigran, aus hunderten Streichhölzern zusammengesetzt, das Dach aus Samenschuppen von Tannenzapfen nachempfunden – das Streichholzmodell des Goldberger Wasserwerkes. Mittlerweile 42 Jahre alt, doch immer noch gut in Schuss. Gerd Dinse, mehr als 20 Jahre Wassermeister beim Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz (WAZV), hält das Modell in Ehren – genauso wie das Original, das Wasserwerk in Großformat. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Sanierung des Wasserwerkes begonnen – innen wie außen stand auf dem Plan. Die Arbeiten innerhalb des Gebäudes sind so gut wie abgeschlossen. Mehr als eine Million Euro hat das Unternehmen mit Hauptsitz in Parchim investiert.

Rohwasser steht über dem Wasserhahn im neuen Filterraum des Wasserwerkes Goldberg, dem zweitgrößten des WAZV. Gleich daneben ein zweiter Wasserhahn, über diesem steht Reinwasser. Hier im Filterraum des Wasserwerkes ist alles neu, die Anlagen, die Filter, die Pumpen im Vorderraum. Eine große Herausforderung war die Sanierung des Wasserwerkes bei laufendem Betrieb schon. „Der Endverbraucher sollte nichts davon mitbekommen“, sagt Lothar Brockmann, geschäftsführender Leiter des WAZV Parchim-Lübz. Doch alles hat reibungslos geklappt.

Jetzt stehen meterhohe neue Wasserbehälter im Filterraum. Hier wird das Wasser gereinigt, gefiltert – von Eisen und Mangan gelöst. Die Kontrolle darüber hat Gerd Dinse als Wassermeister. Er weiß ganz genau, worauf es beim wichtigsten Lebensmittel ankommt. „Um das Eisen und das Mangan aus dem Rohwasser zu lösen, geben wir Sauerstoff hinzu. Spezieller Filterkies reinigt das Wasser“, erläutert Gerd Dinse.

Neue Pumpen fördern das Rohwasser in den Filterraum. Über mehrere Brunnen verfügt das Wasserwerk Goldberg – zwischen 100 und 200 Meter tief. „Es war einfach an der Zeit das Gebäude zu sanieren, auch wegen der Filter“, erklärt Lothar Brockmann. Das Goldberger Wasserwerk gibt es seit 1956, es sollte in jedem Fall erhalten bleiben. Dennoch ermöglicht die heutige Technik auch das Steuern des Wasserwerkes von der Zentrale in Parchim aus. „Wir wollten hier in Goldberg keine Flickschusterei betreiben, deshalb haben wir das Gebäude komplett entkernt, mussten uns aber an Bedingungen des Denkmalschutzes halten“, so der geschäftsführende Leiter.

Insgesamt 32 Orte werden mit Trinkwasser aus dem Wasserwerk Goldberg versorgt: Von Passow über Diestelow bis nach Goldberg, von Dobbertin über Kläden bis nach Spendin. „Bis zur Landkreisgrenze nach Güstrow reicht unser Einzugsbereich“, so Gerd Dinse. Die Reinwasserbehälter haben jetzt ein Fassungsvermögen von insgesamt 1500 Kubikmeter. Die Innensanierung ist jetzt so gut wie abgeschlossen. Jetzt geht’s draußen weiter. Und dabei setzt der WAZV auch auf die Kraft aus der Sonne. „Wir werden auf dem Garagenteil Solaranlagen errichten lassen“, erklärt Lothar Brockmann. Damit kann der WAZV das Wasserwerk Goldberg allein versorgen, ist von niemandem abhängig. „Uns ist es nicht nur wichtig, dass wir effektiver werden, sondern auch umweltbewusster. Immerhin produzieren wir das wichtigste Lebensmittel überhaupt“, so der geschäftsführende Leiter.

Einiges hat sich am Gebäude des Wasserwerkes verändert, auch das Gelände ändert sein Aussehen – doch eines ist geblieben: Das Streichholzmodell von 1973, auf einem Regal in Gerd Dinses Büro in Goldberg.  

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