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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

16. Dezember 2017 | 04:42 Uhr

Plagegeister : Invasion - Jäger gehen in Stellung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Gänsejagd am Westufer des Plauer Sees noch bis Januar 2017 möglich. Jagdpächter wollen Vergrämung nun ernsthaft angehen

von
erstellt am 22.Jul.2015 | 19:32 Uhr

Als die Obere Jagdbehörde  im   Sommer vergangenen  Jahres  den Plauer See (Westufer zwischen Leisterner Lanke und Villa Vita) aus dem  Bejagungsverbot für Graugänse  herausgenommen hatte, zeigte sich Jürgen Gebert erleichtert. Immer wieder hatte der Plauer bei den  zuständigen Stellen  von Stadt, Landkreis, Landesregierung, Umweltschutzverbänden und Jägerschaft insistiert, dass die Schwärme der im Frühjahr  in Plau einfallenden Gänse  immer größer  werden und  die Tiere enorme Fraß-Schäden am  einst  üppigen Schilfgürtel des Westufers verursachen. So üppig, dass  der  heute zu weiten Teilen gar nicht mehr existiert. Mit Folgen (auch darüber berichteten wir bereits). 

Die Aufhebung des Jagdverbotes  zu erlangen,  verlangte einige Penetranz und ist vor allem deshalb ein  kleines Husarenstück. Um so mehr ärgert es Jürgen Gebert nun, dass die Jagdpächter vom Plauer See diesen „Freibrief“ vom Schweriner Umweltministerium nicht nutzen. Das aufgehobene Bejagungsverbot gilt bis zum 15. Januar  2017 (Ausnahme  die Badestrände); ist also nach heutigem Stand  nicht für die Ewigkeit gemacht. „Insgesamt waren es drei Jahre und das erste ist schon um“, warnt Gebert dringend vor einer vertanen Chance.  

Innerhalb der drei Jahre genießen die Tiere  auch weiterhin  Schonzeiten.   Das nächste Fenster zur Jagd/Vergrämung  öffnet sich am 1. August und bleibt offen bis zum  31. August (dann wieder vom 1. November bis  15. Januar). Gebert hofft, dass die Jäger jetzt endlich Flagge zeigen.  Ähnlich wie im benachbarten Ganzlin,  wo  die Bemühungen  zur Vergrämung  der Grauen  sehr viel  offensiver angegangen worden sind. Dabei hat der  Plauer, der selbst eine Jagdpacht hat,  Verständnis   für eventuelle Skrupel  bei den Grünröcken. Immerhin  ist  das Westufer bebaut, hat mehrere Badestellen…  „Aber“, argumentiert Gebert, „die Jäger sollen ja auch  nicht  tausende  Graugänse vom Himmel holen.“ Vielmehr  gehe es darum, die Tiere  zu vergrämen. Denn Fakt ist:  Graugänse  sind schlau, sie reagieren auf jagdliche Störung   und Nachstellung. „An  unserem See, das haben  die Tiere gelernt, sind sie unbehelligt“, hat der Plauer über Jahre beobachtet.  Das  würde sich ändern, sobald die Jäger zwei, drei gezielte Schüssen abgegeben.  Für den Moment würden die Vögel die Flucht ergreifen. „Weshalb für eine dauerhafte Vergrämung natürlich vermehrte Einsätze  der Jäger zwingend wären“, so Gebert. 

Tatsächlich scheint  die  Pächtergemeinschaft  kein zweites „Ausnahme-Jahr“ ungenutzt verstreichen lassen zu wollen. Steffen Hellwig, der seit   knapp vier Wochen  ihr zuständiger Obmann   ist, erklärte  gegenüber SVZ: „Maßnahmen  unsererseits  sind in der Planung, allerdings  müssen wir uns in der Pächtergemeinschaft noch im Detail abstimmen.“  Außerdem,  kündigte  Hellwig  an, werde man  einen  Jäger aus  dem Schleswig-Holsteinischen hinzuziehen.  „Die  Gänsevergrämung wird unser nächstes Projekt. Das  wollen wir  richtig angehen und dazu brauchen wir  ganz einfach jemanden mit Erfahrung in der Gänsejagd.“ Hellwigs Einwand  leuchtet ein.  Denn während   die Jagd auf Wildgänse  zu DDR-Zeiten gepflegt wurde,  griff nach der Wende nicht nur das Bundesjagdgesetz, sondern auch das Wildmanagement des Landes. Danach gehörte der Plauer See  zu den 100 Seen, die  als Schlafgewässer ausgewiesen sind  und  nicht  bejagt  werden  dürfen. Das hat nicht nur zu einer Explosion der Gänse-Population  geführt. Hiesige Jäger sind bei  der Jagd auf wasserndes Federvieh  auch reichlich ungeübt.  

Bei der Unteren Jagdbehörde  sieht man  jüngste Entwicklungen mit  Freude. „Wir werden  die  Jäger und Verpächter nochmals auf die Notwendigkeit der Umsetzung der Genehmigung  hinweisen, um Unsicherheiten, die es bei einzelnen Jägern gab, abzubauen“, so Leiterin Brigitte Bliemeister.

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