Wangelin : Integration an der „halben Birne“

Nach Beendigung des Workcamps  „Erde, Feuer und Brot“ erhalten die Teilnehmer Zertifikate.  Fotos: monika maria degner
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Nach Beendigung des Workcamps „Erde, Feuer und Brot“ erhalten die Teilnehmer Zertifikate. Fotos: monika maria degner

In Wangelin fand ein weiteres Workcamp für Jugendliche statt. Dieses Mal zu dem Thema „Erde, Feuer und Brot“

Unsere Zukunft wird zu einem großen Teil davon abhängen, wie nachhaltig wir produzieren und lernen werden, unsere Wegwerfgewohnheiten zu überwinden. Folgerichtig sollten gerade junge Menschen in die Praxis alternativer Möglichkeiten eingeweiht werden. Zu diesem Zweck hat das Bundesbauministerium ein vom Europäischen Sozialfonds finanziertes Programm aufgelegt, durch das die Initiative junger Menschen geweckt werden soll, alternative Möglichkeiten der Lebens- und Umweltgestaltung zu ergreifen.

In unserer Region wurde der FAL zum Träger und Veranstalter von „Wangeliner Workcamps“, die eben dieses Ziel verfolgen und – wie es in einer Broschüre heißt – „eine grüne Idee von Zukunft“ vermitteln wollen. Unter dem Motto „Abfall war gestern“ wurde als vorletztes Camp beispielsweise eines zum Thema „Upcycling“ , sprich zur Wiederverwendung gebrauchter Materialien veranstaltet. Es entstanden unter anderem eine Solardusche und eine Komposttoilette. Die Jugendlichen wohnen grundsätzlich in der Wangeliner Wagenburg, in jenen bunt gepinselten, eingerichteten Bauwagen. Duschen und Toilette mussten allerdings nicht erst gebaut werden, sondern sind in einem der ungewöhnlichen, wellenförmig aneinandergebauten Strohballenhäusern untergebracht. Die Teilnahme an den einwöchigen Workcamps ist grundsätzlichen kostenlos. Die Kursgröße liegt bei etwa zwölf Teilnehmern.

Jetzt ging der Kurs „Erde, Feuer und Brot“ zu Ende. Auf der Freifläche vor der Wangeliner Weidenbühne fand die Präsentation von zwei Lehmbacköfen statt. Michael Weser, selbstständiger Lehmbauer aus Dresden, und neben Uta Herz Leiter des Camps, erläutert: „Es gibt traditionell zwei Formen des Gartenlehmofens, die halbe Kugel und die halbe Birne.“ Der gestreckte, im Übrigen natürlich noch nicht getrocknete Ofen, den die Teilnehmer kreativ als Schildkröte gestaltet haben, wäre demnach die „halbe Birne“. Daneben qualmt nun ein erstes Mal die halbe Kugel. Dekorativ wurden arabische Zeichen eingeritzt, denn die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren, die hier für eine Woche gewohnt und gearbeitet haben, waren dieses Mal überwiegend Flüchtlinge. Ein gewisses Sprachengewirr war nicht vermeidlich, allerdings betätigten sich zwei der arabischen Teilnehmer als ausgezeichnete Dolmetscher.

Feierlich wurden am Ende der Präsentation Zertifizierungen überreicht. Dann brach der letzte gemeinsame Abend an. In einem älteren, also bereits trockenen Lehmbackofen wurde Feuer angefacht, um Pizzen zu backen. Ob die jungen Menschen auch für einen Beruf Feuer gefangen haben, der Nachhaltigkeit in unserer Umwelt verwirklicht, bleibt naturgemäß abzuwarten.

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