Parchim : Ins Glasermoor und zu Baumriesen

Dr. Paul Steinbach und Heinz Sluschny im Glasermoor  Fotos: Walter Kintzel
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Dr. Paul Steinbach und Heinz Sluschny im Glasermoor Fotos: Walter Kintzel

Nabu-Fachgruppe Geobotanik auf Exkursion. Archäologischer Lehrpfad eine empfehlenswerte Route

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16. August 2016, 08:35 Uhr

Bei sonnigem Frühherbstwetter trafen sich die Mitglieder der Nabu-Fachgruppe Geobotanik unter Leitung ihres Vorsitzenden Helmut Kiesewetter zu einer Exkursion. Zunächst wurde das Glasermoor bei Kritzow aufgesucht. Es befindet sich in einer Senke der Endmoränenlandschaft „Kritzower Berge“ im Naturpark Sternberger Seenland. Der Flurname des Moores ist abgeleitet von vier Glashütten, die zwischen 1615 und 1747 auf der umliegenden Flur betrieben wurden. Sie stellten das berühmte, grüne Mecklenburger Waldglas her.

Das unwegsame Moor – Tormoos-Schwingrasen – ist ein nährstoffarmes, saures Kesselmoor mit einem hohen Natürlichkeitsgrad. Es bietet einen schönen Anblick, wenn die Bestände des Wollgrases fruchten. Bemerkenswerte Pflanzen, die von den Teilnehmern der Exkursion gefunden wurden, waren u. a. Scheidiges und Schmalblättriges Wollgras, Blasen-Binse, Fieberklee, Rauschbeere, Sumpf-Blutauge und der Rundblättrige Sonnentau. Die meisten Arten gelten in unserem Bundesland als gefährdet bzw. stark gefährdet. Gerade die früher häufig vorkommenden Wollgräser sind in Mecklenburg-Vorpommern infolge intensiver Entwässerungsmaßnahmen stark zurückgegangen. Welche Torfmoose das kleine Moor birgt, harrt noch der Bestimmung.

Das zweite Ziel der Exkursion waren zwei eindrucksvolle Mammutbäume im Forstrevier Kölpin südöstlich von Weberin. Volkstümlich werden sie als „Adam“ und „Eva“ bezeichnet. Die Heimat der Mammutbäume sind die Westhänge der Sierra Nevada in Kalifornien. Dort wurden bei dem immergrünen Baum Wuchshöhen um 100 m ermittelt. Das gigantische Alter der Bäume wird auf 1 500 bis 3 800 Jahre geschätzt. Der erste Mammutbaum wurde in Deutschland 1856 im Schlosspark zu Oldenburg gepflanzt. Die zwei Mammutbäume im Forstrevier Kölpin stehen mitten im Waldbestand, in ihrer Nachbarschaft wachsen u. a. gleichaltrige Exemplare von Douglasien, Lawsons Scheinzypresse, Europäischer Lärche, Kaukasus-Fichte. Wahrscheinlich stammt dieser Bestand aus einem ehemaligen Pflanzgarten, der gleichzeitig mit dem Park von Kaarz 1873 angelegt sein soll. Das schönste Exemplar eines Mammutbaumes in Mecklenburg-Vorpommern soll ein Exemplar im Schlosspark Kaarz, Altkreis Sternberg, sein. Als Baumhöhe wurden bei „Adam“ und „Eva“ 39 bzw. 35 m gemessen. Fazit: Im Glasermoor haben die Botaniker neue Fundorte seltener Pflanzen entdeckt. Dem heimatkundlich Interessierten kann man den Archäologischen Lehrpfad in der Umgebung des Glasermoores und einen Besuch bei den Baumriesen „Adam“ und „Eva“ wärmstens empfehlen.

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