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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 05:17 Uhr

Gnevsdorf : Indianische Büffel in Mecklenburg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Alexandra Krüger will in Gnevsdorf eine Zucht aufbauen / Erste Präsentation zum Hoffest am 1. Mai mit vielen weiteren Programmpunkten geplant

von
erstellt am 09.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Indianische Büffel auf Mecklenburger Koppeln: Diese kleine Sensation lenkt den Blick auf das kleine Dorf Gnevsdorf nahe Ganzlin im südlichen Zipfel Mecklenburgs. Es hat wie manch anderes Dorf auch einen Pferdehof zu bieten. Doch dieser Hof mit Namen Epona ist mehr. Hier ist Alexandra Krüger zu Hause, die ihn seit acht Jahren bewirtschaftet und sich als Tiertrainerin, reitende Indianerin und als Schauspielerin hoch zu Ross einen Namen gemacht hat. Auf dem Hof leben Pferde, Hund Sonne und ganz aktuell amerikanische Bisons, auch indianische Büffel genannt.

„Seit Dezember sind die zwei Kühe und ein Bulle hier, nachdem ich alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt hatte. Ich erfülle mir damit einen lang gehegten Traum“, sagt die 36-Jährige. Diese Tiere vervollkommnen ihre indianische Idylle, ohne dass dies in Kitsch ausartet. „Nein, kein Kitsch, ich liebe die indianische Lebensweise, diese Harmonie mit der Natur, diese ganz spezielle Romantik“, schwärmt die Frau. Und da gehören neben den Pferden auch die drei indianischen Büffel, die die Namen „Erde“, „Luft“ und „Mehr“ tragen, so wie die drei Elemente der Natur. Sie sollen der Grundstock einer Zucht sein, später eine Herde von etwa zehn Tieren bilden.

Alex, wie sie von Freunden kurz genannt wird, lebt nicht nur für die Tiere, sie lebt mit ihnen und hat ein unendliches Vertrauen zu ihnen. „Gegenseitiges Vertrauen ist das A und O, ohne das geht es nicht. Man muss sehr gefühlvoll mit ihnen umgehen und sie als Partner betrachten“, so ihre Devise.

Das lernen auch die drei Bisons bei ihr, die jetzt zehn Monate alt sind. Sie scheinen das auch zu genießen. Die Terrassentür steht weit auf, der Schaukelstuhl und die Feuerschale und der weite Blick über die nahen Weiden, auf denen einige Pferde friedlich grasen, bieten ein idyllisches Ambiente. Und dann traben die Bisons heran, bis direkt vor die Terrassenfliesen, nur eine Handbreit vom Schaukelstuhl entfernt. Alex muss nur ab und zu die Tiere von ihren Blumenpflanzen fern halten, denn die mögen die Bisons scheinbar besonders. An diesem Sonnentag fühlen sich alle Lebewesen wohl und genießen das schöne Wetter.

„Zeit für ein weiteres Experiment“, sagt die engagierte Tierfreundin. Erstmals zeigt sie sich den Bisons in ihrer indianischen Kleidung. Haben die Tiere sie bislang nur in Arbeitskleidung gesehen, lernen sie sie nun in farbenprächtigen und perlenbestickten Leggins und Hemd kennen. „Ob sie dann noch aus der Hand fressen werden“, lautet die bange Frage, doch die Bisons lassen sich gar nicht beeindrucken und traben sofort zu der Schüssel mit den Leckerlis.

Vorsichtig wagt Alexandra den nächsten Schritt und krault den Bullen während des Fressens am Kopf. Schritt für Schritt und ohne Zeitdruck nähern sich beide – Mensch und Tier – an. Auch wenn das alles sehr zivilisiert aussieht, man darf nicht vergessen, dass es eigentlich sehr wuchtige Wildtiere sind, die ausgewachsen eine Rückengröße von 1,80 Metern aufweisen, ein Gewicht von einer Tonne auf die Waage bringen und damit bis zu 60 Km/h schnell sind.

Vielleicht wird das ein oder andere Tier auch mal bei einer Show zu sehen sein, denn Alexandra Krüger trainiert ihre Tiere und tritt mit ihnen auf. Die Kuh Cora beispielsweise ist schon in so manchem Werbespot zu sehen, wenn sie beispielsweise in einem Supermarkt um die Regale biegt oder ihre Halbblut-Stute Tatè im Musikvideo von Frida Gold durch die Szene trabt. Mit dabei ist auch die Pferdewirtin Stephanie Nilson aus Kreien, die Alexandra als Assistentin zur Seite steht, denn ganz alleine wäre vieles gar nicht zu schaffen.

Angefangen hat die Liebe zur Natur und zu den Tieren bereits im zarten Alter von sechs Jahren auf dem Reiterhof von Familie Botschatzke in Riederfelde. Hier lernte Alexandra die Grundlagen des Reitens und als 15-Jährige begann sie bei Wolfgang Kring in Neu Damerow bei der Apachen Live Show zu spielen. Kring war ihr ein guter Lehrmeister und sie befasste sich immer intensiver mit der Indianistik.

„Dieses amerikanische Urvolk hat Würde, eine hohe Naturverbundenheit und viel Stolz“, begründet sie ihre Liebe. Das Gleichgewicht der Natur zu erhalten, der Mutter Erde nur so viel zu entnehmen, wie auch wieder nachwächst, das ist die Lehre der indianischen Kultur.

Nachdem sie ihre Reitkünste vervollkommnet und ihren Trakehner Wallach und auch die Halbblut-Stute Taté als Showpferde selbst ausgebildet hat, startete sie weiter durch. Sie trat mit Kring bei den Indianerspielen in der Westernstadt der Hotelanlage Linstow auf. Bereits im vierten Jahr ist sie als rasante Bösewichtin hoch zu Ross bei der Müritz-Saga zu erleben.

Doch die Shows, die Stunts, die Bühnenwelt sind das eine – die Arbeit auf dem Pferdehof das andere. So erlebt man Alexandra als Land- und Pferdewirtin und als Ferienwohnungsvermieterin. Dann wird der Rücken der Pferde mit dem Sitz auf dem Traktor getauscht, wenn die Pferdewirtin für Futter sorgt, Heu mäht und einlagert, Mist ausfährt und die Weidezäune in Ordnung hält. „Ich kann keinen Kuchen backen, bin aber dafür technisch sehr begabt“, sagt sie selbst von sich mit ihrem typischen Lachen und schwingt sich auf ihren 60 PS starken Trecker und schleppt die Weide…

 


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