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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

17. November 2017 | 18:54 Uhr

Goldberger Karneval : In Schläppchen zur Mini-Pyramide

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Früh übt sich die Minigarde des Goldberger Karnevalvereins – für die kommenden großen Auftritte im Februar

„Es ist ein schöner Ausgleich zu den Schulklassen!“ Was Nicole Dahl, Tochter des Goldberger Karnevalspräsidenten, Detlef Dahl, hier beteuert, ist auf Anhieb nicht zu verstehen. Als Referendarin unterrichtet sie Grundschulklassen an der Goldberger Grundschule und als Garde-Trainerin muss sie achtzehn Kinder zwischen vier und zehn Jahren unterweisen. Ist der Unterschied zwischen beiden Tätigkeiten denn so groß, dass von einem „Ausgleich“ die Rede sein kann?

Was dann aber geschieht, bestätigt die Aussage der angehenden Lehrerin. Husch sind die Kinder umgezogen und in der kleinen Turnhalle versammelt. Es ist nicht laut, erst das unvermeidliche stürmische Warmrennen, untermalt von der Resonanz der alten Halle aus den 1930er Jahren, erinnert entfernt an Krach. Pferdeschwänze und Zöpfchen werden von der Fliehkraft erfasst, wippen hin und her, Gymnastikschläppchen klatschen leise auf den Hallenboden. Dann endet der frei gestaltete Beginn, Gelenkstück zwischen unbewussten, alltäglichen Bewegungsabläufen und Gymnastik beziehungsweise Tanz. Immer wieder bilden die Kinder Kreise und machen verschiedene Übungen, oft Dehn- und Streckübungen: Spagat, Brücke, Sprünge, später beugen sie den Oberkörper im Sitzen bis auf das abgespreizte Bein hinunter, das im Gardetanz kräftig in die Höhe fliegen soll. All das geht wie am Schnürchen und wird natürlich nicht zum ersten Mal praktiziert. Die Kinder sind mit Eifer dabei und die Trainerin agiert klar strukturierend und entschieden. Es ist genau die Mischung, der Kinder, die gerne lernen, problemlos folgen. Die „schöne Gruppe“, wie Dahl sie bezeichnet, die „so herzlich ist“, kann der Referendarin in der Tat einen Ausgleich zu Schulklassen und so manchem Unterrichtskampf bieten. Hier sind Kinder, die auch hier sein wollen und – es sind bis auf den vierjährigen Max nur Mädchen.

Vom 14. bis zum 16. Februar tritt die Goldberger Minigarde in der großen Turnhalle auf. Gezeigt werden Garde- und Showtanz. Für ihre Auftritte während der tollen Tage üben die Kinder seit Ende der Sommerferien einmal pro Woche für zwei Stunden und das Training ist körperlich durchaus fordernd. Warum eigentlich kommen sie her, wo sie doch in derselben Zeit einfach „chillen“ könnten? Marie und Amy, sieben und sechs Jahre alt, sind sich einig: Sie finden es toll hier und außerdem wollen sie mit anderen zusammen sein. Allerdings – sie haben nicht nur Auftritte im Karneval, sondern das ganze Jahr über auch Dorfauftritte oder sogar Aufführungen im privaten Rahmen gegen Honorar, das dann in die Vereinskasse fließt. In diesem Jahr touren sie beispielsweise zum Hofseefest nach Leisten. Und nicht zu vergessen, im März werden die Minigardisten sich stramm um den Jugendkunstpreis des KLMV bewerben. Am liebsten aber treten sie, beteuern alle, in der großen Halle in Goldberg auf. Und dann kommen sie ins Schwärmen: Es sei so schön, wenn nachher alle klatschen. Und vorher? Wie steht es mit dem Lampenfieber? „Wir sind immer aufgeregt“, sagt Narine kurz und bündig. „Aber auf der Bühne ist es dann toll“, strahlt Mia, während Melina den Kopf schüttelt: Nein, auf der Bühne gehe das Lampenfieber auch nicht weg. Auch der Druck beim Jugendkunstpreis sei nicht so schön, weiß Narine. Lieber treten sie „ohne Bewertung“ auf.

Übrigens: Was der Showtanz Besonderes zu bieten hat und welche Kostüme die Kinder tragen werden, darf nicht verraten werden. Nur so viel: Alles beginnt damit, dass die Kinder in einzelnen Gruppen auf dem Boden kauern, wie schlafend, und dass Max in eine besondere Rolle schlüpfen wird.

 











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