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24. November 2017 | 12:22 Uhr

In Liebe vereint, durch Arbeit getrennt

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erstellt am 27.Mär.2012 | 09:59 Uhr

Neu Poserin/brunsbüttel | Thomas Müller ist traurig. Im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel hat er den ganzen Tag gearbeitet. Er unterhält sich mit einem Kollegen, geht dann hinüber in sein Zimmer. Dort schaltet der 45-Jährige den Fernseher ein, doch die Bilder sieht er kaum. Er kann immer nur an seine Frau denken. "Wir lieben uns sehr, deshalb ist es schrecklich, die Woche über getrennt zu sein", sagt er und schluckt. Alles könnte so schön sein. Wäre da nicht die Arbeit.

Karina Vandersee-Müller sitzt in ihrem Haus in Neu Poserin und denkt an Thomas. Den Tag über hat die Stuntreiterin ihre Pferde gepflegt, ist mit Schülern ausgeritten. Jetzt ist sie allein. Die Gedanken schwirren durch ihren Kopf. Alles könnte so schön sein. Wäre da nicht die Arbeit.

Thomas Müller und seine Frau Karina Vandersee-Müller leben gemeinsam in Neu Poserin. Doch der Bautenschützer arbeitet schon lange nicht mehr in der Region. Drei Jahre lang pendelte er nach Hamburg. 166 Kilometer, zwei Mal am Tag. Anstrengend war das, aber am Abend konnte er wenigstens seine Frau in den Arm nehmen. Nun versetzte ihn sein Arbeitgeber nach Brunsbüttel. 100 Kilometer weiter weg von seiner Heimat. "Jeden Tag pendeln ist da einfach nicht drin, das schafft kein Mensch", sagt er. Bei den hohen Spritpreisen der vergangenen Wochen auch rein finanziell nicht. Seit Anfang der Woche hat Müller deshalb ein Zimmer in Schleswig-Holstein gemietet. "Etwas anderes bleibt mir ja nicht übrig", sagt er. Die Miete übernimmt seine Firma. Immerhin.

Müllers Arbeitswoche startet montags um 7 und endet freitags um 14.45 Uhr. Dann macht er sich auf die lange Reise nach Hause zu seiner Frau. "Ohne Stau brauche ich drei Stunden", sagt er. Aber meistens steht er doch im Stau. Jede Minute tut dann weh.

Die schönste Zeit ist der Winter, wenn das Wetter zu schlecht ist, um Gebäude in Stand zu halten. Drei Monate hat Müller dann frei und das Paar kann endlich einmal ungetrennt die gemeinsame Zeit genießen. "Doch nach den drei Monaten fällt die Trennung umso schwerer", sagt Müller. Thomas Müller ist traurig. Fast ist die Situation hoffnungslos. Wäre da nicht die Liebe.

Gespaltenes Votum für Verkehr in der Region Lübz/Goldberg/Plau am See

Von A nach B zu kommen ist für viele Menschen in der Region wichtig. Denn oft ist die Arbeitsstelle genauso wenig zu Fuß erreichbar wie der Supermarkt. Fast die Hälfte der Teilnehmer vergibt die Noten 5 und 6 für die Verkehrsanbindung für Berufspendler. Im Mittelfeld sehen diesen Bereich 28 Prozent der Antwortenden, weitere 28 Prozent sind sehr zufrieden. Auf den Punkt bringt es eine 54-Jährige aus Plau: „Hier muss man ein Auto haben, sonst geht gar nichts.“

Beim öffentlichen Nahverkehr fällt das Ergebnis gespalten aus. Jeweils ein Drittel der Antwortenden ist sehr zufrieden, mittelmäßig zufrieden und unzufrieden mit Bussen und Bahnen in der der Region. „Auto gut, öffentlicher Nahverkehr sehr schlecht“, sagt Wolfgang Spitzley aus Ganzlin. Ein deutlicher Trend: Je städtischer die Menschen leben, desto zufriedener sind sie mit dem Nahverkehr. Wer abgelegen wohnt, scheint sich doppelt gestraft zu fühlen.

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