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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. August 2017 | 10:31 Uhr

Berufscamp : In Ferien Berufswelt kennen lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Jugendförderverein Parchim/Lübz und drei andere Veranstalter bieten Jugendlichen Sommercamps für Informationen nach der Schule an

Sechs Sommercamps geben 144 Jugendlichen aus Westmecklenburg in den gerade begonnenen Ferien eine Starthilfe, um die Berufswelt kennen zu lernen. Es ist ein gemeinsames Projekt der Agentur für Arbeit Schwerin und des Landeswirtschaftsministeriums. Die Finanzierung erfolgt vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie der Agentur für Arbeit Schwerin. Die Camps mit jeweils 24 Teilnehmern/innen veranstalten das SR Bildungszen-trum Wismar GmbH in Nordwestmecklenburg, der Jessenitzer Aus- und Weiterbildung e.V. im Kreis Ludwigslust-Parchim und der Jugendförderverein Parchim/Lübz e.V. in Schwerin.

Eigentlich seien Ferien da, um die Beine hoch zu legen, abzuschalten und sich ganz und gar seiner Freizeit zu widmen. Auch die Mädchen und Jungen der „Active summer – Berufsorientierungscamps 2016“ sehen das nicht anders, heißt es in einer Mitteilung der Schweriner Arbeitsagentur. Und doch entschieden sie sich zumindest zwei Wochen lang für eine Kombination aus Arbeit und Freizeit. Für die Teenager im Alter von 13 bis 16 Jahren, die es in ihrer bisherigen Schulzeit nicht immer einfach hatten, heißt es: „Zukunft kennt keine Ferien!“. Durch die Kombination aus Arbeits-, Lern- und Freizeitangeboten lernen sie verschiedene Berufe kennen und verbessern gleichzeitig wichtige Schlüsselqualifikationen, wie etwa Team- und Kommunikationsfähigkeit, Kreativität sowie Lernbereitschaft.

Jedes Jahr zum Sommerbeginn ende für viele Jugendliche das Berufsleben, bevor es überhaupt angefangen habe. Diese jungen Frauen und Männer verließen die Hauptschule bestenfalls mit schlechten Noten, oft haben sie überhaupt keinen Abschluss. Dann folge die Arbeitslosigkeit. Für alle Beteiligten sei das bitter und für den Staat extrem teuer. Denn er gebe Milliarden für Maßnahmen aus, die die Jugendlichen für den Arbeitsmarkt nachträglich fit machen sollen. „Wir müssen so früh wie möglich damit anfangen, Jugendliche – auch mit Startschwierigkeiten – auf das Berufsleben vorzubereiten“, sagt Guntram Sydow, Chef der Schweriner Agentur für Arbeit. . „Nur so können Arbeitslosenbiographien von vornherein verhindert werden.“

In den „Active summer – Berufsorientierungscamps 2016“ erwarte die Jugendlichen kein typisches „Büffeln“. Hier werde Berufsfrühorientierung gelebt. „Wir erleben oft, dass junge Menschen nur sehr vage Vorstellungen von der Berufswelt haben. Die Jugendlichen erhalten hier die Chance, sich zwei Wochen lang auszuprobieren und ihre Talente und Stärken zu erkennen. Wir wissen, dass sie Potenzial haben, nur bleibt es oft ungenutzt“, erklärt Sydow.

Mehr Ausbildungsplätze als Schulabgänger

„Der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Westmecklenburgs braucht aber jeden Jugendlichen. Schon heute haben wir deutlich mehr gemeldete Ausbildungsplätze als Schulabgänger. Daher müssen wir jede Gelegenheit nutzen, um Bildungsverlierer zu verhindern.“ Die Berufsorientierungscamps seien ein Baustein, um dieses Ziel zu erreichen und damit eine sinnvolle Investition in die Zukunft.

Lob kommt auch von Wirtschaftsminister Harry Glawe. Mit den aktiven, praktischen, abwechslungsreichen von Orientierung geprägten Camps setze man regionale Schwerpunkte. Es sei wichtig, in Beratungs- und Betreuungsangebote zu investieren, die frühzeitig ansetzen. „Ein direkter und rechtzeitiger Kontakt mit den Schülern trägt dazu bei, dass bestehende Vorbehalte gegen eine Ausbildung abgebaut und berufliche Fähigkeiten entdeckt werden. Darüber hinaus wird auch das Vermitteln sozialer Kompetenzen befördert“, sagt der Politiker. „Wir unterstützen gerade kleine und mittlere Unternehmen unseres Landes bei der Fachkräftesicherung. Je fundierter die Berufswahlentscheidung des einzelnen ist, desto geringer später die Gefahr eines Ausbildungsabbruchs.“

Wichtig sei, dass die Wunschvorstellungen mit der realen Ausbildungs- und Arbeitswelt im Einklang stehen. „Deshalb“, so der Schweriner Minister weiter, „fördern wir seit letztem Jahr gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit flächendeckend die außerschulische Berufsorientierung und stellen für den Zeitraum 2015 bis 2021 insgesamt 13,7 Millionen Euro bereit.“ Von dieser großen Summe kommen sieben Millionen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

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erstellt am 26.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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