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Forstamt Friedrichsmoor : In der Lewitz entsteht sagenhafter Pfad

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Die Lewitz soll einen Walderlebnispfad bekommen. Keinen gewöhnlichen. Es geht um eine Märchen- und Sagenstrecke, die das Forstamt Friedrichsmoor aufbauen möchte. Initiiert wird das Projekt von der Landesforst.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 04:48 Uhr

Jamel | Die Lewitz soll einen Walderlebnispfad bekommen. Keinen gewöhnlichen. Es geht um eine Märchen- und Sagenstrecke, die das Forstamt Friedrichsmoor aufbauen möchte. Initiiert wird das Projekt von der Landesforst. Der Pfad soll dazu beitragen, ein Stück Kulturgeschichte der Region zu erhalten, insbesondere die Sagen und Geschichten. Verknüpft mit wissenswerten Informationen zur Landschaftsgeschichte, Forstwirtschaft und Naturkunde - immer passend zur Sage - soll der Erlebnispfad dem Besucher eine neue Perspektive zum Thema Umwelt eröffnen, erklärt Forstamtsleiter Christian Lange.

Geplant sind 16 Stationen, die der Wanderer erkunden kann. Hier sind nicht nur die Sagen und Märchen nachzulesen, einzelne Begebenheiten daraus werden hervorgehoben - mit Holzskulpturen, mit Hintergrundinformationen und Objekten, die zum Mitmachen einladen. Wenn es etwa um die Sage des Räubers Röpke geht, der bei Sukow sein Unwesen getrieben haben soll, darf die Holzfigur des Räubers nicht fehlen. Der Räuber soll mit Hilfe eines versteckten Glöckchens, ausgelöst durch eine unsichtbare Schnur, auf sein nächstes Opfer aufmerksam gemacht worden sein. Daher wird ein Glöckchenspiel installiert. Bei anderen Vorhaben werden Schüler der Banzkower Regionalschule einbezogen, informiert Lange. An der Station am Störkanal in der Nähe der Gaartzer Brücke wird die Sage vom Weidenschrat und dem Korbflechter dargestellt. Als ergänzende Elemente kommen ein Spiel- und Rastplatz mit Weidengeflechten und ein Spielboot hinzu. Bei der Gestaltung des Geländes mit naturnahem Material sollen Schüler, aber auch Eltern und Freiwillige, beteiligt werden, so Forstamtsleiter Lange an. Mit deren Hilfe sollen so kleine Weidenhütten, Zäune oder Kriechtunnel entstehen.

Doch nicht nur Skulpturen aus Holz werden dem Wanderer auf dem Märchen- und Sagenpfad begegnen. Auch eine Bilderinstallation ist in dem Projekt "Sagenhafte Lewitz" vorgesehen. In einem jungen Erlenbestand entlang des Gaartzer Damms soll so an die "Weiße Frau" erinnert werden, die nachts zwischen den Bäumen getanzt habe, erläutert Lange. Die Bilderinstallation funktioniert wie ein Daumenkino: Nur wird hier die Rinde von mehreren Bäume, die parallel zum Weg stehen, mit verschiedenen Bewegungsabläufen bemalt.

Seit drei Jahren beschäftigt sich das Forstamt mit dem Lewitz-Projekt. Wie die Idee entstand, erläutert Christian Lange: Die wald- und wasserreiche Lewitz habe von je her die Fantasie der Menschen beflügelt. Viele Sagen und Geschichten werden über die einstigen dichten und unzugänglichen Wälder erzählt. "Wir wollen so die regionale Kultur und Geschichte weiter leben lassen", betont er. Mit dem Märchen- und Sagenpfad soll in der Waldlewitz erstmals eine zusammenhängende und erlebnisreiche Wanderroute konzipiert werden, die das touristische Angebot der Region bereichert.

Angelegt wird der Pfad für Wanderer und Radler. Er beschränkt sich zunächst auf den südwestlichen Teil der Wald lewitz. Ausgangspunkt der beiden Routen ist das Jagdschloss Friedrichsmoor Der Wanderweg ist etwa fünf Kilometer lang. Wer ihn geht, kann unterwegs elf Stationen erleben. Die Strecke für Radler ist neun Kilometer lang, hier sind zwölf Stationen zu finden. Die meisten sind also sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad zu erreichen.

In diesem Monat soll es schon mit der Umsetzung losgehen. Christian Lange: "In der letzten Augustwoche haben wir elf Künstler, darunter drei Absolventen der Schule für Holzbildhauerei Flensburg und drei Auszubildende der Schnitzschule Empfertshausen zu einem Symposium nach Friedrichsmoor eingeladen. Dann werden sie die Holzskulpturen fertigen. Die Entwürfe liegen vor, das Holz, in den meisten Fällen handelt es sich um Eiche, liefert unser Forstamt."

Zum Holzfest des Forstamtes am 1. September wollen die Künstler ihre Skulpturen präsentieren. Besucher können in diesen Tagen den Holzbildhauern bei der Arbeit über die Schulter schauen, lädt der Forstamtsleiter nach Friedrichsmoor ein. Die Skulpturen werden anschließend auf Betonsockel entlang des Pfades aufgestellt. Und wenn alles wie geplant verläuft, wird zum Holzfest bereits der kleinere Wanderweg eröffnet.

Möglich wird das Projekt nur mit Unterstützung mehrerer Partner, betont Christian Lange. So hat der Kulturverein "Sagenland Mecklenburg-Vorpommern" das Forstamt bei der Auswahl der Sagen beraten. Auch der Verein Forstscheune Bahlenhüschen bringt sich ein.

Die norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung und die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin unterstützen das Projekt finanziell. Insgesamt kostet die Errichtung des Walderlebnis pfades 281 000 Euro. Aus dem EU-Förderprogramm für die Entwicklung des ländlichen Raums kommen allein mehr als

200 000 Euro.

Eine Erweiterung des Sagenpfades ist jederzeit in Richtung Banzkow oder Bahlenhüschen möglich, so Lange.

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