zur Navigation springen

Jahreshauptversammlung : Immer zur Stelle, wenn’s brenzlig wird

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plaus Wehrführer Roland Tackmann zieht Bilanz: 2013 war ein Jahr mit vielen Einsätzen, auch beim Elbe-Hochwasser waren Plauer Kameraden dabei

svz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 09:00 Uhr

Die Plauer Feuerwehr ist im vergangenen Jahr – statistisch gesehen – fast jede Woche einmal im Einsatz gewesen, insgesamt 47 Mal. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht hervor, den Wehrführer Roland Tackmann am vergangenen Freitagabend bei der turnusgemäßen Jahreshauptversammlung im Gerätehaus an der Schulstraße abstattete. Noch nicht einmal ein Drittel davon, nämlich 15 Einsätze, waren der Brandbekämpfung als ureigentliche Aufgabe der Plauer Feuerwehr zuzuordnen. Unter ihren Löscheinsätzen waren so spektakuläre wie der in der Langen Straße, wo eine Waschmaschine in Flammen stand. Oder das Feuer in der Küche in der Plauer Realschule, die eigentlich für eine Übung vorgesehen war, aber zwei Tage vorher tatsächlich in Brand geriet, was für ziemliche Verwirrung sorgte. Oder ein von Tackmann als lächerlich eingestufter Einsatz, weil Jugendliche in Appelburg eine Mini-Werbetafel abgefackelt hatten.

Die restlichen Einsätze verdeutlichen, auf welches umfangreiche Aufgabenspektrum eine Feuerwehr heutzutage gefasst sein muss: Verkehrsunfälle, Windbruch, Ölspuren, Türöffnungen, Hochwasser. Dafür rüsteten sich unter anderem etliche Kameraden durch ihre Teilnahme an Sprechfunk-, Atemschutz- und Kettensäge-Lehrgängen.

Einige Verkehrsunfälle gingen den Plauer Einsatzkräften dermaßen auf das Gemüt, dass ein Pastor als Seelsorger bemüht wurde. „Tödliche oder schwere Verletzungen sind nicht immer leicht zu verarbeiten“, begründete Tackmann diese Maßnahme, „die uns viel gebracht hat“. Die stete Einsatzbereitschaft, so der Wehrführer, erfordere eine entsprechende Ausbildung und eine gute Ausrüstung. „Trotz der angespannten Haushaltslage hat Plau einen angemessenen Beitrag geleistet“, lobte Wehrführer Tackmann die städtischen Gremien. Ende 2013 sei das Tanklöschfahrzeug (TLF) 3000 beschafft worden. Dadurch konnte das fast 30 Jahre alte TLF 16 an die Ganzliner Wehr verliehen werden, um deren Einsatzbereitschaft wieder herzustellen.

Bei der Jahreshauptversammlung wurden Paul Harke und Nico Symossek aus der Jugendwehr in die Einsatzabteilung übernommen. Ricardo Steinmann wurde zum Oberlöschmeister und Volker Reimer sowie Danny Schmidt zum Löschmeister befördert. Peter Generick wurde für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Holger Haberzettl erhielt für seine Verdienste die silberne Ehrennadel des Landesverbandes und spendierte als Geburtstagskind (50) ein Fass Bier. Mit Ronny Ax (Gerätewart), Dennis Groß, Patrick Siepel, Sebastian Bamberg, Nino und Ricardo Steinmann wurden sechs Kameraden für ihren Einsatz beim Elbe-Hochwasser geehrt. Die Einsatzabteilung der Plauer Wehr hat eine Stärke von 43 Aktiven, darunter zwei Frauen. Zur Feuerwehr zählen außerdem acht Reservisten und 16 Ehrenmitglieder. Sorgen bereitet die Löschgruppe im Stadtteil Karow, die fast komplett aus Reservisten besteht. „Der Nachwuchs fehlt völlig“, stellte Tackmann fest. Um dennoch die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, wird die Plauer Wehr immer mit alarmiert, wenn Karow zu einem Einsatz gerufen wird.

Die Jugendwehr wird von Christin Roesch geführt. Der Nachwuchs zählt derzeit 23 Einsatzkräfte (16 Jungen, sieben Mädchen). Neun Kinder sind jünger als zehn Jahre und firmieren als „Plauer Löschzwerge“. Der Jugenddienst findet alle zwei Wochen samstags zwischen 9.30 und 12 Uhr im Gerätehaus statt. In die feuerwehrtechnische Ausbildung wurden 586 Stunden investiert, hinzu kamen 459 allgemeine Kinder- und Jugendarbeit. Einer der Höhepunkte des Jahres 2014 wird ein gemeinsames Jugendzeltlager mit der Partnerwehr aus Plön sein.

Bürgervorsteher Klaus Bendel lobte die Verlässlichkeit der Plauer Feuerwehr: „Unsere Bürger können ruhig schlafen.“ Für die Stadtvertretung spiele die Wehr eine herausragende Rolle. Wegen der angespannten Haushaltslage könne jedoch nicht jeder Wunsch erfüllt werden. „Wir setzen Prioritäten und sichern auf jeden Fall die Kernaufgaben.“ Für Amtswehrführer Axel Erdmann hat die Plauer Wehr eine Vorbildfunktion.

2014 sei die Ausrüstung sämtlicher Einsatzfahrzeuge mit Digitalfunk vorgesehen. Für das alljährliche Treffen am Amtsfeuerwehrwehrtag werde noch eine gastgebende Wehr gesucht, betonte Erdmann, schloss aber die Plauer von dieser Aufgabe aus. Grußworte aus der Partnerstadt Plön überbrachte der stellvertretende Wehrführer Kai Börns. Jens Fengler als Vorsitzender des Fördervereins verwies auf die gute Haushaltslage. Der Verein hatte im vergangenen Jahr für die Jugendwehr ein Zelt und 25 Jacken angeschafft, die Aktiven wurden mit Parkas ausgerüstet.









zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen