Heideblütenfest von Sandhof : Immer wenn die Heide blüht...

Neue Helfer sind mit von der Partie: Hier Alexandra Stolte  Fotos: sabrina panknin
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Neue Helfer sind mit von der Partie: Hier Alexandra Stolte Fotos: sabrina panknin

...ist wieder Zeit für das Heideblütenfest von Sandhof, bereits zum 22. Mal

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28. August 2015, 12:13 Uhr

Das Auto wird durchgerüttelt, holprig führt die Straße durch den Wald. Ein Auto nach dem anderen fährt zwischen hohen Bäumen entlang, auf einem staubigen, steinigen Weg. Einst fuhren auf diesem Weg bei Wooster Teerofen große militärische Fahrzeuge entlang. Sigrid Pietz aus Sandhof weiß genau, wohin sie will. Sie führt den Autokorso an, hat sie doch den alles entscheidenen Schlüssel in der Hand. Denn die Truppe aus Sandhof – mehrheitlich bestehend aus Frauen – haben eine Mission. Wie jedes Jahr Ende August. Der einzige Mann unter ihnen ist Wolfram Bieling, Vorsitzender des Vereins Wooster Heide e.V. – er fühlt sich sichtlich wohl zwischen all den Frauen. Die Kolonne erreicht endlich die befestigte Straße, biegt nach links ab. Nur noch wenige Meter, dann noch einmal links. Sigrid Pietz steigt aus. Kerstin Biedermann ist auch mit dabei. Sie ahnt Böses, sie hat kein gutes Gefühl. „Oh mein Gott, hier müsste alles Lila sein“, sagt sie und kann ihren Augen kaum glauben.

Der Schlagbaum ist geöffnet. Die Autos fahren weiter. Auf dem militärischen Truppenübungsgelände in der Nähe von Wooster Teerofen blüht um diese Zeit immer die Heide. Doch dieses Jahr. Kurzer Stopp, Absprache unter den Vereinsmitgliedern, unter den jahrelangen Helferinnen und Pflückerinnen der Heideblüten. Denn ohne Heide geht nichts – das Heideblütenfest von Sandhof steht vor der Tür. Der erste Schock ist überwunden. Der Blick geht in die Ferne. Ein wenig Lila erscheint am Horizont. In die Richtung müssen die Frauen fahren. Wolfram Bieling hat währenddessen die Gelegenheit beim Schopfe gepackt. Querfeldein ist er gefahren. Jetzt hat er einen Standort gefunden – mit Korb und großer Heckenschere stapft er durch die Heide.

Sigrid Pietz, Marion Kleinander, Hannah Kirchmeier, Christa Birk, Kerstin Biedermann, Ramona Schmidt und Alexandra Stolte fahren ein Stück weiter rein – in die Heide.

Utensilien: Scheren, Körbe, Handschuhe werden ausgepackt. Alexandra Stolte ist neu in der Runde. Christa Birk zeigt der jungen Mutter, wie sie die Heide richtig abschneiden muss, damit die Kronenbinderinnen nachher genügend Material haben. Mit dabei hat sie ihre beiden Töchter Paula und Lotta. Sie spielen mit Heide-Hund Narla, Besitzerin Marion Kleinander ist bereits fleißig am Heideblütenschneiden.

In Windeseile füllen sich dann doch glücklicherweise die Körbe. Der Schreck ist überwunden. Nur bei Sigrid Pietz noch nicht ganz. „Für den Strauß der Heideblütenkönigin kann ich diese Blüten nicht verwenden“, erklärt sie. Einige sind zu kurz, vertrocknet, noch nicht offen. Der Regen hat einfach gefehlt in diesem Jahr. Dennoch machen die Frauen das beste draus, denn das Heideblütenfest von Sandhof soll ein schönes werden – das 22. bereits.

Nur in einer Dorfgemeinschaft wie der in Sandhof funktioniere so eine Veranstaltung wie das Heideblütenfest. Deshalb packen Ende August immer alle mit an. Auf dem Festplatz in Sandhof steht das Festzelt. Dort wieder angekommen, wird die Krone gebunden. Alle fassen mit an. Doch bevor die Heideblüten verarbeitet werden, wird Kaffee getrunken, Kuchen gegessen – selbstgebacken von Christa Steiner. Gemeinsam mit Renate Natho ist sie zum Festplatz gekommen, um die Krone für das Fest zu binden. Denn immer wenn die Heide blüht, leuchtend Lila, ist es Zeit für das Heideblütenfest von Sandhof.

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