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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. August 2017 | 15:46 Uhr

kunst offen : Immer dem gelben Schirm hinterher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

In Lübz und Lalchow gab es an Pfingsten Künstlerisches zu entdecken

Gut sichtbar steht der gelbe Regenschirm – Symbol für Kunst offen – vorm Eingang des Lübzer Kunstspeichers. Kunstinteressierte, Freunde, Weggefährte, Neugierige geben sich auch am zweiten Eröffnungstag die Klinke des Lübzer Kunstspeichers in die Hand. „Mehr als 150 Besucher waren am Sonnabend da“, verrät Gründerin Julia Theek freudestrahlend. Die Künstlerin aus Potsdam will etwas Ungewöhnliches in der Eldestadt schaffen, etwas Mutiges, etwas Kunstvolles – eine Art Sommerakademie wird entstehen.

Eine der ersten Dozentinnen, die im Sommer nach Lübz kommen und unterrichten werden, ist auch Melanie Kleinschmidt. Die Restauratorin bietet im Juli einen Kurs im Vergolden an. „In dem Kurs geht es nicht nur um das reine Vergolden. Es ist durchaus mehr. Wir verbinden eine mehr als 3000 Jahre alte Technik mit der Moderne. Wir werden im Kurs schauen, was wir vergolden können. Lebendiges, Blätter von Bäumen“, erläutert die Restauratorin aus Hamburg. Vor allem eines gefalle ihr an dem Kurs – die Interaktion. „Ich freue mich, wenn etwas entsteht, woran mehrere gemeinsam gearbeitet, mitgewirkt haben“, sagt Melanie Kleinschmidt und lächelt.

Parallel zum Kurs von Melanie Kleinschmidt zeigt Christian Uhlig, wie Kleinplastiken entstehen. „Er ist einer der begabtesten Kleinplastiker, den wir haben“, schwärmt Julia Theek. Beide Kurse werden vom 10. bis zum 16. Juli im Lübzer Kunstspeicher angeboten. Immer wieder wird es Kurse während der Sommerakademie in den historischen Gebäuden der Lübzer Altstadt direkt am Ziegenmarkt 7 geben.

Einen Blick auf den zukünftigen Kunstspeicher in Lübz hat auch Malerin Elke Schröder gewagt. Die Künstlerin hat die Plauer Straße in Lübz in einem Bild verewigt – allerdings gut eine viertel Stunde entfernt von Lübz, in Lalchow bei Maler Jürgen Seifarth. An Pfingsten steht es gut sichtbar in den Räumen des Künstlers. Hier treffen sich Maler nicht nur an Pfingsten zu Kunst offen, sondern auch zweimal in der Woche, jeweils dienstags und mittwochs. „Dann sitzen wir gemütlich in einer Runde, essen und trinken Wein und danach geht’s ans Malen“, erzählt Jürgen Seifarth.

Seit mehr als 50 Jahren malt er, lässt sich inspirieren von seiner Umgebung, von der Natur, die ihn umgibt. Mittlerweile gibt es in allen Erdteilen ein Bild von ihm. „Kunst ist nicht zu beschreiben“, sagt er. Mal sind es Landschaften, mal sind es Frauen, nackt und irgendwie doch angezogen. Denn Jürgen Seifarth macht auch Bodypaints. „Ich mag Mecklenburg, weil es weiche Landschaften sind. Sie erinnern mich an Frauenfiguren“, erläutert der Maler und lächelt verschmitzt.

Mit zur Malgruppe gehört auch Iris Blank. „Zuerst habe ich einen Kurs im Malen an der Volkshochschule belegt und dann bin ich zu Jürgen gekommen. Es macht einfach immer wieder Spaß“, erzählt Iris Blank. Doch nicht nur die Kursteilnehmer lernen von Jürgen Seifarth, sondern auch der Künstler lernt von seinen Schülern. „Manchmal denke ich, wenn ich jemanden beobachte, der bei mir Malen lernt, warum ich diesen Ansatz so noch nie gewählt habe.“

Alle lernen voneinander – ob in einem Malkurs von Jürgen Seifarth oder demnächst im Lübzer Kunstspeicher, denn Kunst ist irgendwie „die Lust zu leben“.


 

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