Schülerfirma Lübz : Im Universum von Licht & Ton

Kennen sich mit Technik bestens aus: Eric Wätke, Adrian Hacker, Luca Zabel, Rick Wöhl, Paul Nolde (v.l.)
Kennen sich mit Technik bestens aus: Eric Wätke, Adrian Hacker, Luca Zabel, Rick Wöhl, Paul Nolde (v.l.)

Die Jungs der Schülerfirma „Technica Light & Sound Schüler-GmbH“ des Eldenburg-Gymnasiums kennen sich mit Technik bestens aus

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03. Februar 2018, 12:00 Uhr

Böhmische Wälder im obersten Stockwerk des Eldenburg-Gymnasiums Lübz. Zumindest für jemanden, der mit Technik nicht viel am Hut hat. Doch die Jungs der Schülerfirma „Technica Light & Sound Schüler-GmbH“ sind ganz in ihrem Element. Kabel werden aufgerollt, anderes Material weggeräumt. Eigentlich Aufgabe der Siebtklässler, doch dieses Mal ist es anders. Diesmal packen auch die Älteren an. Die Tür wird wieder geschlossen, hier sind sie unter sich: Adrian, Eric, Luca, Rick, Paul und eigentlich auch Leon, doch der fehlt an diesem Tag. Gemeinsam mit Adrian teilt sich Leon die Geschäftsführung der Schülerfirma. Gegründet 2006. „Stephan Siebert, damals in der elften Klasse, war federführend für die Gründung der Schülerfirma“, erzählt Franka Waburg. Die Lehrerin unterstützt die Jungs.

Mittlerweile sind zwölf Jahre vergangen, die ist Technik angewachsen, die Schüler haben andere Gesichter. „Mit den Jahren haben wir, glaube ich, 50 Mitglieder gehabt“, verdeutlicht Franka Waburg. Sie kommt gern ins oberste Stockwerk des Gymnasiums. „Die 80 Minuten in der Woche liebe ich einfach.“ Hier geht es nicht immer nur um Leistung, sondern um Spaß an der Sache. Noten bekommen hier nur die Schüler aus der zehnten Klasse. Deshalb – aber nur deshalb – hat Lehrerin Franka Waburg ein Buch dabei. Für ihre Notizen. Ansonsten haben die Schüler freie Hand. Und viel mehr Ahnung von dem ganzen Technikkram. Es geht ums Universum, Farben mischen, Licht dimmen... Und ums Einrauschen. „Die Instrumente werden der Umgebung angepasst“, erklärt Adrian.

Die Jungs der Schülerfirma bleiben bei den Veranstaltungen oftmals im Hintergrund. Obwohl sie es doch sind, die die Strippen ziehen. Sie sorgen für den richtigen Ton am richtigen Platz, für’s richtige Licht zur rechten Zeit. Ohne die Schülerfirma würde so manche Zeugnisvergabe trist erscheinen, die Theateraufführungen zu leise sein, der Bandabend am Gymnasium gar nicht erst denkbar sein... „Wir planen nicht nur die Veranstaltungen, wir führen sie auch durch“, erklärt Adrian, der sich auch um die Buchhaltung, ums Geld kümmert. Gar nicht so einfach, wie er findet. Da dürfte es gern mal wieder eine Schulung geben. „Die Schüler sollen ja ihr eigenes Geld mit der Firma verdienen. Mit dem Geld kann wiederum in neue Technik investiert werden“, erläutert Franka Waburg. Bislang läuft alles analog. Ein digitales Mischpult – ein Traum. Ein sehr teurer.

Jeder der Jungs hat seinen Platz in der Firma gefunden. Der eine macht Ton, der andere Licht. Ins Gehege kommen sie sich dabei nicht. „Eigentlich mögen sich Licht- und Tontechniker untereinander nicht“, erklärt Geschäftsführer Adrian.

Außerhalb der gymnasialen Schulhallen kommt die Schülerfirma „Technica Light & Sound Schüler-GmbH“ auch zum Einsatz. Ob beim Chorkonzert oder bei Festen in Below, Techentin, Mestlin... „In Below habe ich meine erste eigenverantwortliche Veranstaltung betreut“, erklärt Paul. „Und was machen viele falsch, die zum ersten Mal ein Mikro in der Hand halten? Sie halten es zu tief, weil sie keine Sprechprobe gemacht haben“, erklärt Paul weiter. In der siebten Klasse stieß er zur Schülerfirma, „zum Schnuppern“, noch immer ist der Technik-Fan dabei. „Es ist der beste Kurs für mich – noch immer“.

Die Tür zur Schülerfirma geht auf. Eine Schülerin kommt rein. „Nee, heute nicht“, sagt Adrian. Das Mädel macht auf dem Fuße kehrt. Die Tür aber bleibt offen. „Tür zu“, rufen irgendwie alle Jungs im Chor. Auch das gehört zur Schülerfirma. Erzieherische Maßnahmen. An der mittlerweile wieder geschlossenen Tür klebt ein Zettel – die goldenen Regeln: „Erstens: Ich war es nicht“. Wer das sagt, muss einen Kuchen backen. Diese Regel „zählt nicht bei direktem Ansprechen und direktem Zitieren“. Das ist dann die zweite Regel. Die dritte goldene Regel spricht das unentschuldigtes Fehlen an. Wer nicht kommt, muss backen. Dass es bald wieder eine wahre Kuchenschlacht bei der Schülerfirma des Gymnasiums geben wird, lässt sich an einer Pinnwand ablesen. Die Strichliste für die Kuchen wird immer länger und länger und länger...

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