Fotokunst : Im Sucher: Die Natur Mecklenburgs

Die Mitglieder der Fotogruppe Fokus, soweit anwesend: Regina Rauhut, Gabriele Schawe, Ursula Siemes, Ramona Schäfer, Renate Camin, Melitta Flemming (von links). Fotos: Monika Maria Degner
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Die Mitglieder der Fotogruppe Fokus, soweit anwesend: Regina Rauhut, Gabriele Schawe, Ursula Siemes, Ramona Schäfer, Renate Camin, Melitta Flemming (von links). Fotos: Monika Maria Degner

Natur-Museum Goldberg eröffnet Ausstellung mit Bildern der Fotogruppe Fokus / Hier wird Winziges ganz groß in Bild gesetzt

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18. Januar 2016, 06:43 Uhr

Bäume streben säulenhaft zum Licht, zwischen den Stämmen ist noch der Nebel gefangen. So wirbt ein Foto auf dem Plakat der Goldberger Ausstellung mit Werken der Fotogruppe Fokus um Aufmerksamkeit. Zwischen dem 15. Januar und dem 30. April ist die Ausstellung mit dem Titel „Wunderschönes Mecklenburg“ im Naturmuseum zu sehen. Und sie lässt sich sehen!

Ohne echten Enthusiasmus in Tateinheit mit langfristigem Lernen und Ausprobieren wären diese Bilder nicht zustande gekommen. Und ohne Enthusiasmus für die Sache des Fotografierens wäre auch die Stimmung während der Eröffnung der Ausstellung nicht so gelöst, ja, ansteckend fröhlich. „Wir haben auch eine sehr gute, menschlich angenehme Lehrerin gehabt“, erklärt Renate Camin, eine der jüngeren Mitglieder von Fokus. Diese Lehrerin war keine Geringere als die Fotografin Monika Lawrenz. Mehrere Jahre lang hielt die in Woosten lebende Künstlerin, die bereits eine erkleckliche Reihe von Prominenten luzide porträtierte, VHS-Kurse. Als Monika Lawrenz Ende 2014 die VHS-Tätigkeit beendet habe, berichten die Fokus-Damen, waren sie von der Fotokunst und der Begeisterung ihrer Ex-Dozentin so infiziert, dass sie einfach alleine weitermachten.

Dass dies alles – Plan, Elan, Rüstzeug und Gruppenzusammenhalt – anschließend aufging, belegt die Goldberger Ausstellung mit zahlreichen Exponaten. Das große Thema ist die Natur. Das Winzige oder auch Unscheinbare ist groß ins Bild gerückt. Tautropfen etwa oder Spinnweben, kleine Blüten oder Blattstrukturen. Blüten aller Arten sind überhaupt häufig Thema, ebenso der Wald, die Dichte aufstrebender Stämme. Auch der große Überblick, die Weite des Himmels und der Topografie Mecklenburgs ist vielfältig in Landschaftsfotos eingefangen, sie bilden eine weitere Gruppe der Ausstellung. Und Phänomene des Lichts selbst sind zu bestaunen, des Lichts als Akteur und als Motiv, zum Beispiel wenn es einen Bach oder ein Gewässer wahrhaft golden färbt, wie auf Fotos von Gabriele Schawe, oder Baumstämme partiell bescheint, so dass sie an den lichten Stellen geradezu die Farbe wechseln: Buchen in Beige.

Ein Gläschen Sekt in der Hand schlendern die Besucher der Ausstellungseröffnung an Vitrinen und Wandhängung entlang. Sie sei froh, sagt Museumsleiterin Silke Eckert, dass so früh im neuen Jahr schon eine Ausstellung ausgerichtet werden konnte. Sicher hat das auch mit dem Fleiß der Fokus-Gruppe zu tun. Grundsätzlich treffen sie sich einmal im Monat zum Fotografieren. Die Jahres- und die Tageszeit spielen dabei eine große Rolle. Unmittelbar vor Sonnenaufgang sollte man im Sommer in der Natur sein, erklären sie. Nichts für Langschläfer also.

Es sind die Möglichkeiten der künstlerischen Verfremdung, die häufig, so auch von Fokus, in der Naturfotografie genutzt werden. Wenn kahle Bäume am Seeufer beispielsweise wie Skulpturen wirken oder ein Baumpilz so nah vor die Linse genommen wird, dass nur noch Farbstufen und Strukturen sichtbar sind, kann der Betrachter eine neue Perspektive einnehmen. Dies ist ein weiterer reizvoller Aspekt der ausgestellten Arbeiten, die Naturschönheit gestochen scharf darstellen. Der Besuch der Ausstellung lohnt sich! Zur Zeit ist das Museum am Dienstag, Mittwoch und am Freitag jeweils von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet.

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