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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 05:06 Uhr

Kompass : Im Pflege-Dschungel zurechtfinden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Momentan helfen insgesamt 39 Pflegelotsen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Koordinatorin Angelika Lübcke sucht weitere Helfer

von
erstellt am 02.Sep.2016 | 21:00 Uhr

„Eine Krankheit riss mich abrupt aus dem Berufsleben“, sagt Hannelore Mussar. Jahrelang hat die Rentnerin als Lehrerin gearbeitet – ihrem Traumberuf. Doch den musste sie aufgeben. „Ein langer Leidensweg schloss sich an.“ Es grenze an ein Wunder, dass sie all das überhaupt überstand.

Heute engagiert sich Hannelore Mussar im Raum Parchim als Pflegelotsin. Sie ist eine von insgesamt 39 Pflegelotsen im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Vor einem Jahr veränderte sich ihre Lebenssituation. Hannelore Mussar überlegte, sich eine neue Beschäftigung zu suchen. Über einen Aufruf in der Zeitung wurde sie auf das Projekt aufmerksam. „Kurz entschlossen meldete ich mich und erfuhr, dass es sich dabei um eine informative Tätigkeit im Bereich der Pflege handele und man dazu einen gesonderten Kurs besuchen müsse. Ich sagte zu“, erzählt die Rentnerin weiter.

Auch Gundula Bleick-Kühne aus Goldberg gehört zu den Pflegelotsen im Landkreis; 24 von ihnen betreut Angelika Lübcke als Koordinatorin. „Unsere Pflegelotsen machen super gute Arbeit. Wir haben unsere Werbung ein wenig ruhen lassen“, sagt Angelika Lübcke. Noch immer aber werden die ehrenamtlichen Helfer benötigt – vor allem im Goldberger, Sternberger, Plauer und auch Crivitzer Bereich. Pflegelotsen sind Informanten, Aufklärer, Ansprechpartner, Vermittler... „Viele Angehörige, die plötzlich jemanden in der Familie haben, der gepflegt werden muss, finden sich in diesem Dschungel aus Papier und Bürokratie gar nicht zurecht“, erläutert die Koordinatorin aus Lübz. Genau an diesem Punkt kommen die Pflegelotsen zum Einsatz. Sie stehen mit Rat und Tat zur Seite. Bei Gundula Bleick-Kühne war es ähnlich. Ein Schlaganfall im engsten familiären Kreis stellte die Angehörigen vor viele offene Fragen: Wer ist für was zuständig? Was ist wo zu beantragen? Welche Kosten kommen auf einen zu?... „Ich wäre in dieser Zeit damals froh gewesen, wenn es die Hilfe, die die Pflegelotsen heute leisten können, schon gegeben hätte“, sagt die Goldbergerin.

„Pflegelotsen in der Gemeinde“ startete vor gut drei Jahren als Pilotprojekt im Landkreis Ludwigslust-Parchim – in Kooperation der Mehrgenerationenhäuser Lübz und Ludwigslust. „Das Projekt soll noch bis Ende des Jahres laufen. Was darüber hinaus passiert, wissen wir nicht“, sagt Angelika Lübcke. Die Finanzierung ist noch nicht geklärt. Dennoch gibt die Koordinatorin aus Lübz nicht auf. Angelika Lübcke will sich weiterhin einsetzen, um weitere Pflegelotsen ausbilden zu lassen. Weil die Arbeit der Helferinnen auf dem Land unabdingbar ist. „Wir würden gern im Herbst mit neuen Schulungen starten“, so Angelika Lübcke.

Vielleicht finden sich weitere Personen wie Hannlore Mussar oder Gundula Bleick-Kühne, die gern beratend tätig werden wollen. „Machen wir uns nichts vor, wir werden alle älter und irgendwann brauchen wir Hilfe, um unser Leben weiterhin in Würde leben zu können“, sagt die Goldbergerin.

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