Abenteurer Roland Prokein : Im Laufschritt durch Europa

Begleitet wurde der Rostocker nur von seinem Schäferhund Arthus. Fotos:  privat
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Begleitet wurde der Rostocker nur von seinem Schäferhund Arthus. Fotos: privat

Abenteurer Roland Prokein berichtet beim Verein Technisches Denkmal Ziegelei Benzin von seinem Lauf quer durch den Kontinent

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10. Dezember 2013, 15:15 Uhr

Am kommenden Freitag, dem 13. Dezember, lädt der Verein Technisches Denkmal Ziegelei Benzin um 19 Uhr zu einem neuen „Abenteuer Ferne Welt“ ein. Zu Gast ist dieses Mal wieder der Abenteurer Ronald Prokein aus Rostock. Der heute 42-Jährige unternahm schon zahlreiche spektakuläre Reisen. Dem Benziner Publikum ist er gut bekannt durch seine lebhaften und spannenden Reiseberichte von Kamtschatka, der Lena oder auch dem kältesten, bewohnten Ort der Erde – Jutschjugei in Ostsibirien.

Der ausgebildete Fahrzeugmechaniker und ehemalige Zeitsoldat sucht stets die Herausforderung und das Abenteuer. Pauschalreisen sind so ganz und gar nicht seine Sache. Regelmäßig lotet Prokein bei seinen Reisen seine Grenzen aus. Kamtschatka durchwanderte er zu Fuß, die Lena bereiste er mit dem Kanu und 1994 umrundete er gemeinsam mit seinem Freund Markus Möller auf dem Fahrrad die Welt in nur 161 Tagen.

Am Freitag Abend wird Prokein von einer weiteren ungewöhnlichen Reise berichten, einem Lauf quer durch Europa. Im Sommer 2006 lief er als erster Mensch im Hochsommer innerhalb von drei Monaten eine Strecke von mehr als 5000 Kilometer. Sie führte ihn vom Bosporus in der Türkei bis zum Nordkap in Norwegen. Prokein durchlief dabei insgesamt elf Länder. Er legte dabei täglich 60 bis 100 Kilometer zurück und schlief nachts am Wegesrand, aber nie im Zelt.

Prokein erinnert sich gut: Es war einer der heißesten Sommer der letzten Jahrzehnte. Für ihn wurde der Trip zur bis dato körperlich größten Herausforderung. Er verlor sechs Zehennägel und in Serbien drohte die Tour aufgrund einer Schienbeinentzündung zu scheitern, Prokein musste kurzzeitig sogar ins Krankenhaus. Doch letztlich siegte der eiserne Wille und Prokein konnte seinen Lauf fortsetzen.

Begleitet wurde der Rostocker nur von seinem Schäferhund Arthus, der auch zeitweise mitlief, sowie dem Fotografen und Kameramann Matthias Volkmann, der ihm in einem Wartburg folgte und das außergewöhnliche Lauf-Abenteuer dokumentierte.

Neben der sportlichen Herausforderung, gab es natürlich auch bei diesem Abenteuer Prokeins zahlreiche interessante Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Mentalitäten sowie skurrile und auch gefährliche Situationen: Zwischen den wilden Höhen des Balkans und den endlosen Weiten Lapplands traf er Zigeuner, Donaufischer und Ureinwohner Skandinaviens. Der Läufer erlebte Armut und Wohlstand, durchlief beschauliche Dörfer und pulsierende Metropolen. Sein Weg führte ihn über Autobahnen und verlassene Pfade. In Schweden gefährdete ein Unfall Prokeins Leben, als plötzlich ein BMW im Straßengraben landete und Prokein sich nur knapp mit einem Seitensprung retten konnte.

Ein besonderes Erlebnis war dann für Prokein, der auch für dieses Abenteuer zahlreiche Entbehrungen auf sich nahm, der Zieleinlauf auf dem 300 Meter hoch gelegenem Felsvorsprung des Nordkaps.

Am Freitag Abend wird Roland Prokein diesen Lauf quer durch Europa noch einmal Revue passieren lassen. Alle Interessenten sind wie immer herzlich eingeladen zu diesem ungewöhnlichen „Abenteuer Ferne Welt“. Man darf auch gespannt sein, welche nationale Küche sich Vereinskoch Albrecht Köhler mit seinem Team für den regionaltypischen Imbiss auswählen wird. Die Mitglieder des Vereins Technisches Denkmal Ziegelei Benzin freuen sich jedenfalls auf Ihren Besuch. Aus Platzgründen wird wieder um telefonische Voranmeldung unter 038731/8059 gebeten.



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