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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 06:54 Uhr

Lübz : Im Landkreis weniger „Last-Minute-Mütter“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Die meisten Frauen im Landkreis Ludwigslust-Parchim werden Mutter zwischen 25 und 30 Jahren. Über 40 Jahre wollen die Frauen bei der Geburt oftmals nicht sein.

Weniger Lust auf späte Mutterschaft? Erneut sinkt deutschlandweit der Anteil von Frauen, die mit über 40 Mutter werden; er liegt momentan bei knappen 4,1 Prozent. Medizinisch spricht heute (fast) nichts mehr gegen eine späte Mutterschaft. Doch stehen manche Frauen anschließend vor einer Herkulesaufgabe, wenn unter Umständen Wechseljahre, Pubertät und pflegebedürftige Eltern zeitgleich aufeinander prallen. Im Kreis Ludwigslust-Parchim hatten im Jahr 2014 salopp gesagt rund 2,5 Prozent der Neugeborenen (42 Babys) so eine „Last-Minute-Mutter“ (Vorjahr: 2,4 Prozent.)

Bereits ab 35 Jahren bekommen Schwangere den Stempel „späte Mutter“ aufgedrückt. So will es die Fachsprache. Für den Kreis Ludwigslust-Parchim weist die amtliche Statistik im Jahr 2014 (neuere Zahlen gibt es noch nicht) 276 Neugeborene mit einer 35plus-Mutter aus, das ist ein Anteil von 16,2 Prozent an allen 1704 Geborenen des Jahres. Dabei zählten die Mütter von 42 Babys oder 2,5 Prozent zur Gruppe der über 40-Jährigen.

Schlaflose Nächte mit 40, Pubertätsausbrüche mit Mitte 50 verkraften und sich vielleicht gleichzeitig noch um pflegebedürftige Eltern kümmern? Wer spät Mutter wird, hat andere Herausforderungen vor sich als jüngere Altersgenossinnen. Rein medizinisch ist die späte Mutterschaft kaum ein Problem. Frauenärzte bescheinigen den „Risikoschwangeren“ (alle über 35 Jahre) sogar, besonders sorgsame Schwangere zu sein, denn sie halten die Kontrolltermine ein, essen gesund, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol und meiden Stress. Unter Umständen sind sie gelassener als junge Mütter, weil sie mehr Lebenserfahrung haben, ihre Partnerschaft gefestigt ist und die Karriere läuft.

Immer mehr Frauen studieren und wollen nicht mit Anfang dreißig an Heim, Herd und in der Teilzeitfalle enden. Dass das Bildungsniveau eine Rolle spielt zeigt die Tatsache, dass ein hoher Akademikerinnenanteil unter den Erwerbstätigen mit einem höheren Anteil älterer Mütter einhergeht. Manch eine legt ihren Kinderwunsch mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes auf Eis. „Social freezing“, das Einfrieren von Eizellen, findet Medienberichten zufolge auch in Deutschland immer mehr Anhängerinnen. Im bundesweiten Vergleich hat unter allen Städten und Kreisen die Stadt Brandenburg an der Havel übrigens den geringsten Anteil von Ü40-Müttern (0,8 Prozent) und der Kreis Starnberg den höchsten (7,7).

Unterm Strich sieht es aktuell so aus, dass die Quote der Ü35-Mütter in Deutschland stetig zunimmt und zuletzt auf knapp 23 Prozent kletterte. Doch die meisten Frauen wollen offenbar nicht bis 40 warten. Denn der Anteil der über 40-jährigen Mütter hat sich zum dritten Mal in Folge leicht verringert. Er erreichte 4,1 Prozent gegenüber dem Höchstwert aus dem Jahr 2011 (4,3 Prozent), und das trotz einer erneut gestiegenen Geburtenzahl, die sich von 682  100 (Jahr 2013) auf 714  900 Lebendgeborene (Jahr 2014) erhöhte. Diese verringerte Quote muss jedoch nicht unbedingt auf einen Wertewandel hinweisen, sondern könnte auch schlicht eine Folge der Zuwanderung der vergangenen Jahre sein. Denn ausländische Frauen werden im Schnitt in jüngeren Jahren Mutter als deutsche.

Die meisten Neugeborenen im Kreis Ludwigslust-Parchim hatten vergangenes Jahr übrigens eine 25- bis 30-jährige Mutter, insgesamt war das bei uns 618-mal der Fall (36 Prozent). Weitere 532 Mütter waren zwischen 30 bis 35 Jahre alt (31 Prozent). Und 278 Mütter waren bei der Geburt ihres Kindes unter 25 Jahre alt (16 Prozent), darunter 47 jünger als 20 Jahre.

 

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