Lübz : Im Blauen Band wuchert das Grün

Kritisiert, dass die Elde oberhalb der Parchimer Schleuse in Richtung Garwitz immer mehr zuwuchert. Katrin Fischer-Pellin: „Auf Touristen, die die Kreisstadt aus dem Norden anfahren, macht das sicher keinen guten Eindruck.“
Kritisiert, dass die Elde oberhalb der Parchimer Schleuse in Richtung Garwitz immer mehr zuwuchert. Katrin Fischer-Pellin: „Auf Touristen, die die Kreisstadt aus dem Norden anfahren, macht das sicher keinen guten Eindruck.“

Parchimerin sieht Pflege der Elde seit Langem vernachlässigt, WSA-Chef kontert: Verkehrssicherung hat Vorrang

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10. Juni 2018, 05:00 Uhr

Katrin Fischer-Pellin steht auf der Lügenbrücke und schaut über die Elde Richtung Garwitz. Gern erinnert sie sich an gute alte Kindertage. „Damals haben wir hier oft gebadet. Heute geht das nicht mehr, weil kaum mehr etwas gemacht wird.“

Die Böschungen sind zugewachsen, im Fluss wuchert das Grün und von einst genutzten Stegen und Anlegern sind bestenfalls noch ein paar modrige Reste geblieben. Sie habe den Eindruck, dass auf der anderen Seite der Schleuse, dort wo auch der Hafen ist, mehr gemacht werde. „Schade für unsere Seite, denn der erste Eindruck ist doch der entscheidende. Und wenn die Wassersporttouristen, die bestimmt den Großteil der Besucher in unserer Stadt ausmachen, von Norden nach Parchim reinfahren, dürfte der nicht der beste sein.“

Kathrin Fischer-Pellin vermisst Anleger für die Boote, die außerhalb der Schleusungszeiten in Parchim eintreffen. „Auch ist hier nichts ausgeschildert. Kein Hinweis, wo es in die Stadt geht, wo ein Bäcker zu finden ist oder wo man essen gehen könnte.“ Besucherfreundlich gehe anders. Doch seit Kurzem habe die Stadt eine Citymanagerin. „Vielleicht könnte die sich ja mal der Sache annehmen“, regt die Parchimerin an.

Sie selbst hat ein Grundstück an der Elde, mit einer langen Mauer zur Wasserseite. Die hatte sie der Stadt zu Werbezwecken angeboten. „Der Bürgermeister fand die Idee auch super, dort Stadtansichten anbringen zu lassen und hatte mir im letzten Herbst mitgeteilt, dass Gelder dafür im Haushalt eingestellt sind, es im Frühjahr losgehen sollte“, erzählt Katrin Fischer-Pellin. Bislang tat sich allerdings nichts.

Bürgermeister Dirk Flörke kann aufklären: „ Es ist richtig, dass wir die Idee mit den Stadtansichten auf der Mauer sehr gut finden und dem aufgeschlossen gegenüber stehen. Es ist leider im Tagesgeschäft untergegangen.“ Er habe aber im Mai mit einem Künstler gesprochen und vorgefühlt. Er könne sich dies vorstellen. „Jetzt habe ich an die Eigentümerin eine Mail geschrieben, so dass wir das Vorhaben endlich angehen können.“

Was die zugewucherten Eldeböschungen angeht, liegt die Sache anders. Wie Tilman Treber, kommissarischer Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, erklärte, habe das Amt nur ein begrenztes Kontingent, sprich – wie in anderen Bereichen auch – immer weniger Mitarbeiter zur Verfügung. „Bereiche, wo es nicht zwingend erforderlich ist, werden von uns deshalb weniger bearbeitet.“ Das WSA müsse Prioritäten setzten. Und die liegen in der Verkehrssicherungspflicht.

„Wir müssen die Wasserstraße für die Freizeitschifffahrt freihalten. Damit haben wir genug zu tun. Auch wenn das für die Anwohner vielleicht nicht schön ist, mehr ist mit dem vorhandenen Personal g nicht zu leisten“, so Treber. „Nichtsdestotrotz werde er die Anfrage an den zuständigen Außenbezirk weitergeben. Hinsichtlich der Stege und Anleger sieht Treber kein Handlungsbedarf. „Für diese hat es in der Vergangenheit sicher strom- und schifffahrtspolizeiliche Genehmigungen mit Dritten und entsprechende Nutzungsverträge gegeben“, so Treber.

Für das WSA wären die Überreste dieser Anlagen nur interessant, wenn sie die Sicherheit der Schifffahrt gefährden würden. Das scheint hier nicht der Fall zu sein.

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