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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 10:46 Uhr

Statistik : Im Alter mehr zuhause als im Heim

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Auch im Kreis Ludwigslust-Parchim gibt es dem Bundestrend entsprechend eine wachsende Zahl von Pflegebedürftigen, die meist in der Familie versorgt werden.

von
erstellt am 15.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Knapp 2,9 Millionen Menschen in ganz Deutschland waren zum Jahreswechsel 2015/2016 pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzte (SDBG XII). Im Kreis Ludwigslust-Parchim waren 9451 Menschen auf Pflege angewiesen – 6,2 Prozent mehr als bei der letzten Erhebung zwei Jahre zuvor. Rund 74,5 Prozent von ihnen wurden zuhause betreut, also etwas mehr als im bundesweiten Schnitt, den die Statistiker mit 72,6 Prozent angeben.


Mehr Betreuung im Haus als bundesweit

Im zweijährigen Turnus nehmen die Statistischen Landesämter den Pflegebereich unter die Lupe. Darüber auskunftspflichtig sind die Träger der Pflegedienste und Pflegeheime. Für die Erhebung über die Pflegegeldleistungen müssen die Pflegekassen und privaten Versicherungsunternehmen sprechen.

Demenzfälle erstmals 2013 aufgenommen

Wir werden immer älter, was die Zahl der Pflegebedürftigen steigen lässt, denn mit dem Alterungsprozess steigt das Risiko chronischer Erkrankungen. Viele benötigen Hilfe im Alltag, auch die Demenzfälle nehmen zu. In der Statistik tauchen Demente erstmals 2013 in den Statistiken auf, unter dem Begriff „Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz“. Dahinter verbergen sich sowohl Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen als auch Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Im Kreis Ludwigslust-Parchim zählten 3501 Männer und Frauen zu dieser Gruppe (37 Prozent aller Pflegebedürftigen). Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II), das zum Januar 2017 in Kraft trat, will man demenzkranken Älteren die gleichen Pflegeleistungen zusichern wie körperlich Pflegebedürftigen. Im Zuge dessen wurden die Einstufungskriterien überarbeitet und an die Stelle der Pflegestufen I bis III rückten die Pflegegrade 1 bis 5.

Endstation Pflegeheim? Tatsächlich lebt die überwiegende Mehrzahl der Älteren eher zuhause oder bei Verwandten. Bei uns im Kreis Ludwigslust-Parchim waren es zuletzt 7043, also rund 75 Prozent der Pflegebedürftigen.


2470 Hilfesuchende bei Pflegediensten

Davon erhielten 4573 ausschließlich Pflegegeld, wurden also allein durch Angehörige oder privat organisierte Helferinnen gepflegt, weitere 2470 nahmen entweder ausschließlich oder zusätzlich Leistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. In Pflege- und Seniorenheimen wohnten 2408 Frauen und Männer.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel ändert sich die Pflegelandschaft. Wo sich bis vor ein, zwei Generationen noch die Angehörigen, insbesondere die (Schwieger-)Töchter kümmerten, übernehmen heute zunehmend professionelle Pflegekräfte das Versorgen, Waschen und Füttern der Kranken, geistig verwirrten Älteren und hilfsbedürftigen Hochbetagten. Zum Jahresende 2015 waren 1047 Pflegerinnen und Pfleger bei hiesigen Pflegediensten angestellt – 51 mehr als bei der Erhebung zwei Jahre zuvor mit damals 996.

In den Alten- und Pflegeheimen kletterte die Zahl im selben Zeitraum um 129 auf 1910 Pflegekräfte. Zwei weitere Jahre zuvor - Ende 2011 - lag der Personalstand der hiesigen Pflegedienste noch bei 936 und in den Heimen bei 1727.


9451 Menschen können nur mit Hilfe leben

In der Summe gab es zum Stichtag 2015 im Kreis Ludwigslust-Parchim 9451 Menschen, die sich nicht mehr alleine versorgen konnten. Das waren 555 oder 6,2 Prozent Pflegebedürftige mehr als zwei Jahre zuvor. Dabei kletterte die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen Versorgten um 52 (2,2 Prozent).

Zahl der in Heimen Versorgten gestiegen

Ambulante Dienste wurden in 2470 Fällen ergänzend zur häuslichen Pflege oder ausschließlich in Anspruch genommen. Das waren 114 Fälle mehr als Ende 2013.

„Im Zuge der Alterung der Bevölkerung“, wie die Statistiker des Statistischen Bundesamtes feststellen, kletterte deutschlandweit die Gesamtzahl aller Pflegebedürftigen gegenüber der Erhebung 2013 um fast neun Prozent (plus 234 000) auf 2,86 Millionen Menschen. Fast drei Viertel davon – rund 2,08 Millionen – werden zuhause betreut.


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