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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 14:04 Uhr

Tierschutz : Ihr Herz schlägt für Mieze und Co

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Das Team der Plauer Tierschutzstation freut sich über großen Rückhalt

von
erstellt am 03.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Ganz vorsichtig tappst er sich voran. Schaut neugierig und kommt auf sanften Pfoten entlanggeschleicht. Dann stupst er einen kurz mit dem Kopf an, als wolle Lukas sagen, „hier unten bin ich.“ Lukas ist einer der betagteren Kater in der Tierschutzstation von Plau am See. Doch der schwarze Panther auf leisen Sohlen ist eine treue Seele. „Er ist mit einer der ersten Kater, die hier in der Schutzstation waren“, erzählt Uta Kaßler, Leiterin der Tierschutzstation im Hopfensoll von Plau. Die Arbeit mache ihr Freude, ohne die ginge es auch nicht.

Doch Uta Kaßler liegt auch etwas schwer auf dem Herzen, das ist ihr anzumerken. „Wenn wir eine Katze vermitteln können, kommen wieder neue, aber nicht nur eine.“ Erst Anfang dieser Woche ist das geschehen. Die kleine Minka konnte sie erst kürzlich, am Tag der offenen Tür, vermitteln, doch schon ein paar Tage später, standen erneut Leute vor ihrer Tür mit neuen Katzen. „Wir haben jetzt eine Katzenmutter mit ihren Babys hier. Sie wurden in einem Parchimer Mülleimer entsorgt.“ Einfach weggeworfen. Diejenigen, die so etwas machen, kann Uta Kaßler nicht verstehen. Deshalb setzt sie sich auch für das Kastrieren von Katzen ein. „Wenn das Gesetz kommt, ist das sehr gut“, verdeutlicht sie ihren Standpunkt. Die Leiterin der Plauer Tierschutzstation hat einen sehr großen Rückhalt – im Team, aber auch bei den Plauern, das ist am Tag der offenen Tür nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren. Immer wieder trudeln Menschen ein, wollen sich die Station anschauen, aber auch etwas dort lassen. Keine Tiere, sondern eine kleine Spende. Denn darauf ist die Tierschutzstation angewiesen. „Das so viele kommen, habe ich nicht gedacht. Wir freuen uns alle sehr riesig“, sagt Uta Kaßler ein paar Tage später. Auch die Spendenbox wurde gefüllt: 532 Euro sind zusammen gekommen. Eine Summe, die der Station sehr hilft. Auch Carmen Geiger ist unter den Spendern: 100 Euro steckt sie in die Box. Die Stuttgarterin ist vor Kurzem nach Wooster Teerofen gezogen. „Mir ist es wichtig, so etwas Tolles zu unterstützen“, sagt sie und drückt Eva Schafft von der Tierschutzstation lächelnd das Geld in die Hand.

Mit der Katzenmama und ihren Babys beherbergt die Tierschutzstation mittlerweile mehr als 40 Katzen, auch Hunde kommen hier unter. „Wir bieten für Hunde und Katzen auch Pension an. „Gegen eine kleine Gebühr können Hunde- und Katzenbesitzer ihre Tiere bei uns abgeben“, erklärt Uta Kaßler. Ohne ihr Team, bestehend aus vielen Frauen – junge wie ältere –, könnte sie die Arbeit nicht schaffen. „Ich habe hier wirklich gute Mädels, die jeden Tag hierher kommen und helfen – und das für nur sehr wenig Geld.“ „Uns liegt eben das Wohl der Tiere am Herzen“, wirft Rebecca Rutz, eine ihrer Mädels, ein.

Auch Rüdiger und Elena Hoppenhöft aus Plau unterstützen die Station. „So etwas muss man unterstützen, meine Frau hat hier viele Jahre mitgewirkt. Wir können froh sein, dass es fortgeführt wird, und Frau Kaßler macht es so toll“, sagt Rüdiger Hoppenhöft und lächelt Uta Kaßler an. Doch die Arbeit ist schwierig. Denn nicht alle Tiere können hier aufgenommen werden. „Für Wildtiere gibt es in der näheren Umgebung noch immer keine Lösung. Es scheint sich dafür in Plau auch niemand zu interessieren“, verdeutlicht Uta Kaßler energisch. Die Tierschutzstation von Plau ist nämlich das kleinste Tierheim in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir können froh sein, dass wir derzeit keine kranken Tiere haben, damit wir noch weitere Katzen in unsere Quarantänestation stecken konnten.“ Dorthin kommen alle Stubentiger. Denn erst muss der Tierarzt die kleinen Miezen untersuchen, entflohen und impfen. Erst dann können sie zu den anderen Katzen und vermittelt werden. Doch jeder, der eine Katze abnehmen möchte, muss sich im Klaren darüber sein, wie groß die Verantwortung ist. „Viele wissen nicht, was es heißt, ein Tier bei sich aufzunehmen“, erläutert Uta Kaßler. Wenn die Tierliebhaberin könnte, würde sie noch mehr Katzen bei sich aufnehmen. Doch der Platz in ihrer Zweizimmerwohnung reicht nicht aus.

Auch in der Tierschutzstation im Hopfensoll ist der Platz begrenzt. Doch das Team um Uta Kaßler gibt nicht auf. „Ich würde das hier nicht machen, wenn es mir keine Freude bereiten würde.“ Die Mädels der Tierschutzstation Plau haben eben ein großes Herz für Stubentiger und Co.


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