20 SVZ-Fragen zum Wochenende : „Ich hätte gern mit Astrid Lindgren geplaudert“

In der Natur – direkt vor ihrem Haus  – sucht und findet Kristina Andres, Kinderbuchautorin aus Dobbin, Entspannung und Inspiration zugleich.
In der Natur – direkt vor ihrem Haus – sucht und findet Kristina Andres, Kinderbuchautorin aus Dobbin, Entspannung und Inspiration zugleich.

Kristina Andres, Kinderbuchautorin aus Dobbin bei Dobbertin, erkennt einige Parallelen zwischen sich und der Erfinderin von „Pippi Langstrumpf“ und Co.

svz.de von
29. Dezember 2013, 09:00 Uhr

Ohne Bücher geht es nicht. Das erkennt jeder, der bei Kristina Andres in Dobbin zu Besuch ist – Regalreihe für Regalreihe stehen Bücher Rücken an Rücken. Oftmals steht auch das Laptop auf dem Tisch, noch aufgeklappt, denn jeden Moment kann es soweit sein und der 42-Jährigen fällt der nächste Satz für eines ihrer Kinderbücher ein. „Bei Autoren kann der Tag morgens um zehn Uhr schon zu Ende sein, oder eben erst um zehn Uhr abends“, erzählt die Autorin mit einem Lächeln.

Auch im kommenden Jahr steht wieder einiges an: Ein neues Buch über Fußball wird erscheinen – noch vor der WM und sprechen darf Kristina Andres ebenfalls darüber. Und eines verrät sie ebenfalls: „2014 soll ein Jahr werden, in dem ich überwiegend und kontinuierlich an Texten arbeiten werde, nicht mehr so viel illustrieren.“ Doch auch die Kinderbuchillustratorin in ihr wird bleiben, denn auch damit verdient die Dobbinerin ihr Geld: Als Kinderbuchautorin und -illustratorin. Jetzt beantwortete sie SVZ-Redakteurin Sabrina Panknin die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Kristina Andres: Der Wald und die Wiesen gleich vor meiner Haustür.


Wären Sie Bürgermeister, was würden Sie sofort ändern?
Die Schule zurück ins Dorf holen. Kinder sind das Herz einer jeden Gemeinschaft. Sie sollten dort lernen dürfen, wo sie aufwachsen.


Was wollten Sie als Kind mal werden?
Geschichtenschreiberin (lacht). Das habe ich heimlich in der vierten Klasse für mich entschieden. Ich habe das nicht laut gesagt.


Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Ich habe die Auffahrt zu meines Großvaters Haus gefegt. Das kam mir wie schwere Arbeit vor, denn mir schien die Auffahrt mindestens einen Kilometer lang. Es waren maximal 30 Meter.


Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Es war nicht viel Geld, denn die Auffahrt war wohl nicht länger als 30 Meter. Aber für ein schönes, dickes Schreibheft hat es gereicht. Da sind wir dann in die Stadt gefahren zu so einem Spielwaren, der war ganz gut sortiert. Und dort konnte man so etwas ergattern.


Was würden Sie gerne können?
Die Funktionsweise meines Computers verstehen.

Was störrt Sie an anderen?
Unzuverlässigkeit, Egoismus, Unehrlichkeit und Gleichgültigkeit.


Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?

Über das Wort „Schnarchivar“. Erfunden von der kleinen Tochter eines Kollegen meines Mannes. Gerade über den Schnarchivar musste ich so lachen, da man sich eh einen Archivar schon so langweilig vorstellt. Schnarchivar ist dann passend.

Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Über den Neukauf eines Computers nachgedacht. Und dann habe ich es immer wieder weggeschoben, weil es einfach wirklich unvernünftig ist. Die Dinger funktionieren ja. Wenn etwas kaputt geht, ist es ja nur ein kleines Teil und dann wechselt man ein Computer aus, der über 1000 Euro kostet. Ich habe dann entschieden, wie man ein altes Auto fährt bis es kaputt ist, versuche ich das auch bei meinem Computer.

Wer ist Ihr persönlicher Held?
Meine Großmutter. Sie ist dem Leben, zumindest so lange ich sie kannte, mit Gleichmut und Würde begegnet. Sie ist 98 Jahre alt geworden, hat beide Weltkriege miterlebt, und trotzdem ist sie ein fröhlicher Mensch gewesen und ein Mensch, der die anderen Menschen lieben konnte. Das bewundere ich heute noch sehr. Sie hatte immer den Spruch drauf: „Jeder Mensch ist anders albern.“ Diese Gelassenheit habe ich nicht immer. Ich glaube, ich kann ganz gut gelassen wirken, vielleicht war das bei meiner Großmutter auch der große Trick. Aber ich glaube, sie hat so viel erlebt und gesehen, da wird man automatisch gelassener.


Welches Buch lesen Sie gerade?
Ich habe an einem Tag das Buch von Asa Larsson durchgelesen, „Denn die Gier wird euch verderben“. Und jetzt habe ich angefangen von Ian McEwan „Honig“ zu lesen.


Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Ich sehe kein fern, denn ich habe keinen Fernseher.


Wie halten Sie sich fit: Mit Gartenarbeit oder Sport?
Ich arbeite gern im Garten und gehe über Stunden durch Wald und Wiesen. Nicht, um mich fit zu halten, sondern aus Freude.


Wen würden Sie gerne mal treffen?
Astrid Lindgren. Leider wird das nicht mehr geschehen. Aber ich glaube, wir hätten uns viel zu erzählen gehabt. Ich glaube, wir teilen uns auch viele Ansichten. Ich habe einfach so das Gefühl. Das kann ich gar nicht begründen. Ein Kollege hat mal gesagt, „man macht verschiedene Sachen, aber als Kind hat man im gleichen Garten gespielt.“ Und deshalb versteht man sich.


Wenn Sie nicht selbst kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch?
Bei uns kocht jeder einmal. Wir essen abends warm. Einfache Gerichte kommen dann auf den Tisch mit viel Gemüse und wenig Fleisch. Und wenn das mal nicht geht, gibt es belegte Brote.

Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Ich habe keine schönste Erinnerung. Aber wenn ich die Titelmusik zu einem Mrs. Marple Film höre, bin ich zurückversetzt in die Winter meiner Kindheit, die wir als Familie oft zusammen mit meinen Großeltern verbrachten. Und Mrs. Marple gehörte dazu. Wenn ich das höre, weiß ich, gibt es einen vergnügten Abend.


An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne, und von wem haben Sie es bekommen?
Das habe ich von meinen Eltern bekommen. War gar nicht als Geschenk gedacht. War auf der Durchreise. Das war eine Packung Wachsmalstifte aus China und ein Zeichenbuch mit einem kleinen Hund vorne drauf. Meine Eltern haben es uns Kindern in einem tschechischen Kaufhaus gekauft, für die Regentage im Urlaub. Ich kann mich noch sehr gut an den Geruch der Stifte erinnern. Das habe ich heute noch. Wenn ich ein neues Buch kaufe, rieche ich zunächst daran. Wenn die Bücher nicht gut riechen, dann lese ich sie nicht.


Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
So einen Traum gibt es nicht, Aber das nächste Buch machen zu können, ist immer wieder ein schöner Gedanke. So einen großen Traum habe ich nicht. Ich bin ganz zufrieden. Ich würde auch gar nichts anders machen.


Was werden Sie als Rentner machen?
Das weiß ich zum Glück noch nicht. Aber ich würde gern so lange wie ich möchte, meine Arbeit tun können. Als Freiberufler haben wir eh keine Rente.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?
Brigit Schröder und Gerhard Stromberg. Sie führen die Galerie Goldbergkunst. Ich bin voller Hochachtung für die Arbeit, die die beiden dort aus Liebe zur Kunst leisten.

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