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Jubiläum in Plau am See : Hundertjährige von vielen geehrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Jubiläumsveranstaltung anlässlich der 1916 errichteten Hubbrücke in Plau am See. Begeisterung über von Udo Pries gebautes Modell

Udo Pries hat Wort gehalten. Dem Vorstand des Badewannenvereins gegenüber – und nur ihm – hatte er 2015 angekündigt, zum hundertjährigen Bestehen der Hubbrücke diese als Boot nachzubauen. Alle Eingeweihten behielten das Geheimnis für sich, so dass Begeisterung und Erstaunen entsprechend groß waren, als sich der Plauer mit Ralf Schauland und Lutz Petersen am Sonnabendmorgen von der Hühnerleiter aus auf einem 2,50 mal 7,50 Meter großen Modell – ebenfalls mit Hubwerk – dem Original näherte. „In der Bauzeit von acht Wochen hat mich meine Frau an keinem einzigen Abend gesehen“, so Pries, der hauptberuflich als Elektroingenieur arbeitet und schon für diverse besondere Boote gesorgt hat.

Die Stadt hat die Jubiläumsveranstaltung gemeinsam mit dem Vorstand des Badewannenvereins vorbereitet. In seiner Rede unternahm Bürgermeister Norbert Reier einen Ausflug bis ins elfte Jahrhundert über die Stadtgründung 1235 und technische Entwicklungen in verschiedenen nachfolgenden Jahrhunderten bis zum Bau der Brücke, wozu teilweise auch französische Kriegsgefangene eingesetzt wurden. Am 2. Mai 1945 entfernten Plauer die Ladungen, mit denen das Bauwerk gesprengt werden sollte, um den Vormarsch der Roten Armee aufzuhalten. „Leider gibt es keine genauen Kenntnisse über die Retter“, so Reier.

Selbst die Belastung durch die Befahrung mit Panzern und Lastwagen habe die noch vor dem Krieg auf elektrischen Betrieb umgestellte Brücke wegen ihrer soliden Bauweise verkraftet. In den 1950er-Jahren bekam sie einen neuen Anstrich, der für den Namen „Das Blaue Wunder“ sorgte. Bis kurz nach der Wende sei der technische Zustand „nicht befriedigend“ gewesen. Bis 1992 sorgte die Stadt über vier Monate für eine Rekonstruktion.

Mit der Automatisierung der Schleusen und der Fernsteuerung der Brücke über die Schleusenwärter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) wurde sie am 1. Juli 1995 wieder in ihre Verantwortung übergeben. Zum 100. Geburtstag wolle man noch in diesem Jahr auch den Fahrbahnbelag erneuern: „Die Holzbohlen werden nicht mehr den heutigen Anforderungen gerecht und verursachen sehr laute Fahrgeräusche.“ Mit 1,86 Meter Hubhöhe ist das Plauer Denkmal das höchste seiner Art im gesamten Land.

Es sei schwer, ein technisches Denkmal und moderne Technik in Einkling zu bringen, aber das WSA arbeite daran, die jetzige Situation zu verbessern. „Ich möchte die Gelegenheit nutzen, mich zu bedanken – beim WSA in Parchim und Lauenburg, bei unseren Schleusenwärtern und unseren verständnisvollen Bürgern, die Geduld mitbringen“, sagt Reier. „Und sehen Sie der alten Lady bitte nach, wenn sie manchmal nach den vielen Jahren schwerer Arbeit Aussetzer hat.“

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erstellt am 18.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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