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SOS Station Kläden : Hundefutter für den Igelnachwuchs

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Igelretter: In der SOS Station Kläden werden vierzehn Jungtiere von Heinz Kriesel winterfit gemacht. Die kleinen Stacheltiere wurden in der Naturkundlichen Station abgegeben.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 10:57 Uhr

Kläden | Er raschelt laut, schnaubt und schmatz und besonders im Herbst ist er häufig unterwegs, auf der Suche nach Essbarem. Im Oktober fängt der Igel an, sich ein dickes Polster für seine Winterruhe anzufressen. Seine Stacheln reichen nicht aus, um ihn in dieser Jahreszeit zu wärmen und es gibt auch kaum noch Nahrung für den kleinen Insektenfresser. Im Herbst hat auch Heinz Kriesel von der SOS Station für verwaiste und verletzte Tiere in Kläden wieder alle Hände voll zu tun. Denn nicht alle Igel schaffen es, sich für den Winter ausreichend vorzubereiten. Vor allem Jungtiere , die unter 400 Gramm wiegen, werden die Frostzeit nicht überleben. "Wir haben bis jetzt insgesamt vierzehn Igel in der Intensivhaltung. Doch es werden noch mehr kommen", erzählt Kriesel. Die kleinen Stacheltiere wurden in der Naturkundlichen Station in Kläden abgegeben. "Bei den Temperaturen ist es jetzt auch unsinnig, auf die Mutter der Igelkinder zu warten. Sie überstehen den Winter nicht, wenn sie so klein sind." Ohne Hilfe können sie unmöglich an Gewicht zulegen und genügend Insekten sind in dieser Jahreszeit nicht vorhanden. Doch als Igelretter kann man auch eine Menge falsch machen, weiß Kriesel. "Die Tiere brauchen auf jeden Fall eine frostfreie Unterkunft, abwechslungsreiche Nahrung, die vitaminhaltig und nahrhaft ist. Wir nehmen Hundefutter mit Rindfleisch. Dazu gibt es ein bisschen Trockenfutter und etwas zerkleinerte Banane oder heimisches Obst." Ungeeignet ist Milch, denn die darin enthaltene Laktose können Igel nicht verdauen. Einfaches klares Wasser genügt zum Trinken.

Im kommenden Jahr, wenn der Frost vorbei ist, müssen die Igel richtig ausgewildert und nicht einfach ausgesetzt werden. "Am Besten man setzt die Tiere erst einmal in einen Laubhaufen mit Reisig, damit sie sich an die neue Umgebung gewöhnen können. Und es kann passieren, dass man den Igel dann noch wochenlang weiter füttern muss, bis er wieder selbstständig in der Natur überleben kann", erzählt Kriesel.

Natürliche Feinde hat der Igel kaum. Als Dämmerungs- und Nachttier wird ihm eigentlich nur der Uhu gefährlich. Doch der größte Feind ist in den letzten Jahren der Mensch geworden. "Die Igelpopulation ist durch den Straßenverkehr sehr stark beeinträchtigt. Es gibt jedes Jahr hohe Verluste durch den Verkehr", weiß Kriesel. Ein Grund mehr, den kleinen Stacheltieren zu helfen. Der Zoologe steht jedem gern zur Seite, der einem Igel über den Winter aufnehmen möchte.

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