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Plauer Busunternehmer gründet neue Firma : Hoffnungsvolle Fahrt ins neue Jahr

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Manfred Maaß gründet neue Firma, nachdem seinem Sohn die Brandstiftungen zur Last gelegt werden. Mit dem neuen Unternehmen versucht der Plauer an den einstigen Erfolg anzuknüpfen.

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erstellt am 26.Dez.2012 | 06:20 Uhr

Plau am See | Wenn in diesen Wochen vom Busunternehmen Maaß in Plau die Rede ist, dann verbinden dies viele Menschen mit dem laufenden Prozess wegen der Brandstiftungsserie vor dem Landgericht Schwerin. Aber es gibt auch andere, positivere Dinge zu berichten. "Ja, wir sind als Busunternehmen immer noch aktiv und sind für unsere Kunden weiterhin da", sagt Seniorchef Manfred Maaß in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Zwar existiert die einstige Firma nicht mehr, sondern es besteht eine neue, gegründet mit dem Namen "Plauer Busbetrieb & Reisebüro UG", das UG steht für Unternehmergesellschaft. Während bei der GmbH - der Gesellschaft mit beschränkter Haftung - ein Stammkapital von mindestens 25 000 Euro eingezahlt werden muss, kann dies bei der Unternehmergesellschaft geringer ausfallen.

"Wir mussten die alte Firma auflösen, da wir das finanziell nicht mehr stemmen konnten. Die Brände haben uns ruiniert", sagt Manfred Maaß sehr bedrückt. Da sein Sohn Michael nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unter dem Verdacht steht, irgendetwas mit den Bränden zu tun zu haben und deshalb seit Februar in Untersuchungshaft sitzt, fehlt dem Senior der Sohn als Partner und Mitarbeiter. Außerdem wurden ihm mehrere Linien, die europäisch unterwegs waren, gekündigt. Für fünf Busse war auf einen Schlag keine Arbeit mehr da. "So waren die Kosten nicht mehr zu bewältigen und wir mussten aufgeben. 20 Mitarbeiter waren ohne Anstellung", erklärt Manfred Maaß.

Am meisten traurig stimmt ihn der Verdacht gegen seinen Sohn. "Ich glaube dennoch an die Unschuld und halte zu ihm, er ist und bleibt doch mein Sohn", betont der Gründer des Unternehmens. "Alles andere wäre ein Trauma für mich", meinte er und besucht regelmäßig den laufenden Prozess. Das fällt ihm derzeit besonders schwer, denn die Familie musste Weihnachten ohne Michael feiern. Er sitzt derzeit noch in Untersuchungshaft in Waldeck und so gab es einen Besuch hinter den Gefängnismauern.

Wenn der Senior nicht im Gericht das Verfahren verfolgt, dann widmet er sich seiner neuen Firma. "Es gilt das Vertrauen zu uns wieder zu festigen, und dies bei Kunden und Vertragspartnern", und so kämpft der heute 61-Jährige mit seinem Team weiter. Sieben Reisebusse sind noch auf Ein- und Mehrtagesreisen unterwegs, in den nächsten Wochen werden noch zwei vorübergehend abgemeldet, um die Kosten zu senken und besser über den Winter zu kommen. Die beiden Reisebüros - eines in der Plauer Steinstraße, das andere in der Parchimer Lindenstraße - sind weiterhin geöffnet und bieten alles rund um das Thema Urlaub an. Einen eigenen Katalog für die Eintagesfahrten hat die Firma herausgegeben, der für die Mehrtagesfahrten ist noch in Arbeit. Besonders gefragt sind in diesen Tagen die Touren zur Grünen Woche in Berlin im Januar. Die Gutscheine der vorhergehenden Firma behalten übrigens weiterhin ihre Gültigkeit. Zehn Mitarbeiter werden jetzt bei dem Plauer Busbetrieb und Reisebüro beschäftigt und trotz aller Probleme blickt Manfred Maaß ein wenig zuversichtlich ins neue Jahr. "Die abgebrannte Halle in Plauerhagen soll neu entstehen, erste Stahlträger stehen bereits. Es geht aber langsam voran, so wie es die Finanzen zulassen, denn von der Versicherung stehen noch etliche Leistungen bis zur endgültigen Klärung der Brände aus", sagt Maaß.

Und welchen Neujahrswunsch hat er? "Das möglichst schnell der Prozess zu Ende geht, mein Sohn nichts mit den Bränden zu tun hat und die Firma auch mit dem neuen Namen wieder in die Erfolgsspur findet", so Manfred Maaß.

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