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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 10:53 Uhr

Lübz : Höchstes Bauwerk landet im Schrott

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

80 Meter hoher, alter Schornstein der ISOVER G+H AG in Lübz wird abgerissen

von
erstellt am 08.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Lange standen sie nebeneinander: Der neue Schornstein der ISOVER G+H AG und sein noch aus der Zeit des Mineralwollewerkes stammender, in einem Umkreis von mehr als zehn Kilometern sichtbarer Vorgänger, der letztlich nur noch als Antennenträger diente – vom Umfang her ungleich mächtiger und mit 80 Metern sogar noch ein Viertel höher. Jetzt wird er abgerissen. Zum Vergleich: Der 1913 erbaute Wasserturm ist 37 Meter hoch und auch der Turm der Stadtkirche erreichen die Größe des mächtigen industriellen Schlotes bei weitem nicht. Am ehesten lässt sich ein Vergleich mit dem noch stehenden, auch sehr hohen, aus Ziegelsteinen gemauerten Schornstein (ein ähnliches Bauwerk wie das der Brauerei) der ehemaligen Zuckerfabrik ziehen.

Auch letzte Partikel Staub abfangen

2014 fiel bei ISOVER der Beschluss, einen Nass-Elektro-Filter als dritte Reinigungsstufe zu installieren. Hintergrund: Damit möchte der Konzern seiner selbst auferlegten „EHS Charta“ nachkommen. Ihr Ziel lautet „null Arbeitsunfälle, null Berufskrankheiten, null Umweltereignisse und minimale Auswirkungen aufgrund unserer Aktivitäten“. Die Abgase des Werkes bestehen fast ausschließlich aus Wasserdampf – fast, weil in ihnen außerdem noch eine kleine Menge Staub enthalten ist, was nicht mehr sein soll. Die Baumaßnahme hat rund 2,5 Millionen Euro gekostet.

„Grundstein für sichere Produktion in Lübz“

„Wir haben große Umbauvorhaben realisiert, damit das Werk nicht nur weiterhin sämtliche aktuelle Umweltvorschriften einhält, sondern auch für künftige Verschärfungen von Gesetzen und Verordnungen gewappnet ist“, sagt Werksleiter Thomas Weigert. „Es wurde ein Grundstein für die Zukunft gelegt, damit auch in vielen Jahren in Lübz noch eine sichere Produktion möglich ist.“

Die alte Stahlkonstruktion mit insgesamt sechs Röhren (Durchmesser: jeweils zweimal 2,2, 1,1 beziehungsweise 0,7 Meter) war 1985 errichtet und für ein anderes Produktionsverfahren konzipiert worden. Der Abbruch begann bereits Ende August mit Vorbereitungsarbeiten und am 2. September wurden zwei Kräne mit einer Höhe von 105 beziehungsweise 91 Metern aufgestellt. Der größere hat eine Tragfähigkeit von 220 Tonnen und ist für die Arbeiten mit einem Personenkorb vorgesehen. Der kleinere kann sogar 350 Tonnen tragen und dient zum Abtragen der Einzelteile. Ihre Trennung erfolgt vorwiegend mit Schneidbrennern und später mit einer Schrottschere.

Der eigentliche Rückbau startete am Montag dieser Woche. Die Abgasröhren werden in kleinen Abschnitten herausgenommen und danach wird das äußere Stahlgerüst in Längen von fünf bis sieben Metern gekürzt. Mittlerweile ist der Schornstein schon rund 20 Meter kleiner. „Geplant ist, die Maßnahme bis Mitte September abzuschließen“, so Weigert. Dann sind insgesamt 240 Tonnen Stahl bewegt worden. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, hänge allerdings von den Wetterverhältnissen ab: Anhaltende, hohe Windgeschwindigkeiten könnten im ungünstigsten Fall zu längeren Pausen führen.

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