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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 19:39 Uhr

Ausflug : Hoch zu Ross durch die Ferien

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Reiter-Erlebnistage auf der Comanchen-Ranch in Neu Poserin trotz ungeklärtem Tod eines Tieres auf der Koppel vor einigen Tagen

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Es ist ein kühler Herbsttag, es nieselt leicht und auf der Comanchen-Ranch von Karina Vandersee-Müller herrscht reges Treiben im Pferdestall. Wie kleine Ameisen laufen die Kinder durch den Gang, vorbei an einer Ziege und an den Katzen, die ebenfalls den warmen und trockenen Stall der Feuchte draußen vorziehen.

„Wir haben in dieser Ferienwoche wieder zwei Tage Reiter-Erlebnistage im Angebot“, klärt die Pferdehof-Chefin auf. Überall in den Boxen sind die Mädchen (warum eigentlich kaum Jungen?) damit beschäftigt, die Tiere zu striegeln. „Das Putzen und Auskratzen der Hufe gehört doch dazu“, sagen Lucie (6), Kaja (9) und Tomken (11) ganz selbstverständlich. Sie gehören wie viele andere Kinder in diesem Alter zu den Ferienkindern, die aus der Region und weit darüber hinaus auf diesen Pferdehof kommen. Kaja und Tomke kommen aus Hamburg, Jessika (7) aus Bad Kleinen und Lucie aus Dobbertin. „Wir verleben unsere Ferien hier in der Gegend“, erzählen Tomke und Kaja, die beide sehr stolz sind, dass sie hier mit den Pferden umgehen dürfen. Jessica kratzt die Hufe ihre Ponys sauber, während Mia bereits ihr Pferd sattelt.

Eine große Hilfe sind die Eltern, auch hier vorrangig die Muttis, die mit Hand anlegen und die Trense oder den Bauchgurt befestigen. Viele machen es bereits sehr sachkundig und leiten ihre Sprösslinge an. „Manche Mutti ist über ihre Tochter sogar selbst zum Reiten gekommen“, weiß Vandersee-Müller. Dann geht sie von Pferd zu Pferd und prüft noch einmal alles, schließlich „soll alles richtig sitzen, damit nichts passiert unterwegs.“ Dann nimmt sie die Kinder noch einmal zusammen und bespricht das Verhalten während des anschließenden Ausritts.

Dabei kommt auch das Unglück vom Montag zur Sprache, als ein Reitpferd tot auf der Koppel gefunden wurde und dazu noch teilweise verstümmelt war (SVZ berichtete). Die genauen Todesumstände werden derzeit noch untersucht. „Ergebnisse liegen noch nicht vor“, sagt Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. „Zu Hause wird darüber gesprochen, in den Medien haben es die Kinder gehört, da muss man drüber reden", sagt Vandersee-Müller und macht dieses sehr kurz und knapp, aber eindrucksvoll. Man merkt ihr an, dass ihr gerade dieser Teil des Erlebnistages schwer fällt. Sie ist froh, dass ihr viele Freunde zur Seite stehen und auch die Eltern der Kinder ihr Hilfe anbieten.

Dann besteigen die Kinder ihre zugeteilten Ponys und Reitpferde und nach ausführlichen Hinweisen zum Ausritt geht es im Trab los. Quer durch den Wald, über Stock und Stein und alle lassen sich durch den leichten Regen nicht stören. Nach rund zwei Stunden in der Natur geht es zurück in den warmen Stall. Doch die begehrten Nudeln mit Tomatensoße müssen noch warten. Erst werden die Tiere versorgt, sie müssen trocken gerieben und gefüttert werden, bevor die Kinder sich an den Tisch setzen können.

Ein Reitererlebnistag ist aber noch nicht zu Ende, der Nachmittag gehört der Kreativität. Da werden Fensterbilder und Traumfänger gebastelt. Die Mädels sind ganz stolz, stellen sie doch sogar Armbänder aus echtem Pferdehaar her. Am Ende des Tages sind sie um viele Erlebnisse reicher und die weiter weg wohnenden Kinder freuen sich schon jetzt auf die nächsten Ferien, während die aus der Region so manchen freien Nachmittag bei „ihren“ Pferden verweilen.


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