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Sanierung am Haus Schulstraße 1 in Lübz : Hilfe für weggebrochene Ufermauer

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Das letzte Teilstück des Sanierungsvorhabens am Haus Schulstraße 1 in Lübz wurde am Montag in Angriff genommen. Das eingebrochene Stück Ufermauer rückt eine Wasserbaufirma zuleibe.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 07:17 Uhr

lübz | Sehr froh war Fred-Jan Salomon, Leiter des Fachbereiches Bau in der Stadtverwaltung und im Amt Eldenburg Lübz, als Karl-Heinz Stief 2008 das Haus Schulstraße 1 sanierte. Objektiv beurteilt wurde es zu einer Perle in der Altstadt. In das schätzungsweise ab 1780 in drei Etappen errichtete Gebäude und sein Umfeld flossen damals rund 800 000 Euro.

Schon vor ein paar Jahren deutlich ablesen konnte man den überwiegend sehr schlechten Zustand der umfangreichen Hofbebauung. Ein Teil des Fußbodens und Fundamentes war bereits in den Mühlenstrom gerutscht, ein weiterer Bereich des Erdkörpers zeigte großflächig an, ihm folgen zu wollen, was auf mehreren Metern akute Einsturzgefahr bedeutete. Folge war die Entscheidung, fast die gesamten am Wasser stehenden Gebäude abzureißen. Das eingebrochene Stück Ufermauer blieb zunächst, wie es war.

Seit Montag rückt eine Wasserbaufirma dieser Stelle zuleibe. Bereits entfernt sind die in den Mühlenstrom gerutschten Natursteine und der wilde Bewuchs, der oben aus dem Boden geschossen war. Auf dem Grundstück wird jetzt ab der zerstörten Wand eine 64 Quadratmeter große Bodenfläche ausgehoben. Bis zu einer Tiefe von rund drei Metern - ein kleines Stück über der Wasseroberfläche - verjüngt sie sich auf ein Rechteck mit 4,50 und fünf Meter Kantenlänge. Zu der so am Wasser entstehenden Terrasse mit Pergola führt eine Treppe hinab, die Seitenwände werden mit stufenförmig eingebauten, so genannten Gabionen - mit Natursteinen gefüllte Drahtkörbe - gesichert. Sie sind unter anderem auch am Gymnasium, am Hafen, am Fuchsberg und in der Grevener Straße zu finden.

"Wir haben lange überlegt, was wir tun", sagt Salomon. "Theoretisch hätte als einfachste Idee die Möglichkeit bestanden, ein neues Fundament zu bauen und die Mauer wieder wie einst auf ihm zu errichten. Bohrungen zeigten jedoch, dass der Untergrund an dieser Stelle bis zu einer Tiefe von etwa 15 Metern nicht tragfähig ist, so dass die Errichtung jedes Bauwerkes einen Riesenaufwand bedeutet hätte. Unter dem noch erhaltenen Gebäuderest ist die Lage etwas besser."

Der stehen bleibende Rest der Ufermauer wird - so nötig - gesichert und ausgebessert. Auf ihm soll eine nicht ausgemauerte, damit das Fundament nicht so sehr belastende und gleichzeitig die Böschung sichernde Fachwerkwand entstehen. Geschilderte Variante sei eine Idee des beauftragten Architekten, mit der man sich sowohl zu dem Bauschaden bekenne als auch andeute, dass an dieser Stelle einmal eine andere Bebauung stand. Die Grundgestaltung wurde mit dem Amt für Denkmalpflege abgestimmt. Eingebunden ist auch das Wasser- und Schiffahrtsamt, dessen Aufgabe unter anderem darin bestehe, den ungehinderten Wasserabfluss zu gewährleisten.

Die beschriebenen, etwa 180 000 Euro teuren Arbeiten sind nicht als losgelöstes Projekt zu sehen, sondern ein Vorhaben, das die Sanierung des Grundstückes Schulstraße 1 komplettiert. Die Finanzierung teilen sich die Stadt, der Bund, das Land und der Eigentümer. Das Projekt soll laut Planung in spätestens zwei Monaten vollendet sein.

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