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Sandhofer Weihnachtsbäume : Hier darf jeder selbst zuschlagen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Frischer geht es nicht: Forstamt Sandhof verkauft am Sonnabend vor dem dritten Advent im Revier Kuppentin Weihnachtsbäume

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Bis zum Weihnachtsfest im Jahr 2024 ist es noch eine ganze Weile hin. Wer seinen Christbaum im Wald bei Weisin selbst schlagen möchte, der bekommt am Sonnabend, 16. Dezember, vorerst die letzte Chance dazu. Wie in den vergangenen drei Jahren, verkauft das Forstamt Sandhof auf einer 0,7 Hektar großen Weihnachstbaumplantage im Revier Kuppentin Nordmanntannen zum Selberschlagen.

Nach dem diesjährigen Fest sei dann aber erstmal Schluss, verrät Wilhelm Jacobs, Revierförster von Kuppentin im Amtsbereich Sandhof, im SVZ-Gespräch. Erst im übernächsten Jahr sollen neue Bäume gepflanzt werden und diese brauchen dann ein paar Jahre zum Wachsen, so dass sie die optimale Größe zum Tragen von Kugeln, Sternen, Lametta und Co. erreichen. Der Grund für die längere Pause sei, dass die Bäume, die mittlerweile seit Jahren hier stehen und wachsen, völlig mit Unkraut zuwachsen. „Wer will so einen Baum dann haben“, stellt Jacobs die rhetorische Frage.

Am Sonnabend vor dem dritten Advent (9 bis 16 Uhr) findet somit eine Art Ausverkauf in dem Weisiner Waldstück statt. Die Wege zur Plantage werden ausgeschildert sein, ein Glühwein- und Bratwurststand lädt wie gewohnt zum gemütlichen Verweilen nach dem Baumkauf ein. Die Nordmanntannen, nach wie vor die Lieblings-Weihnachtsbäume der Deutschen, sind zu günstigen Preisen zu haben. Ein halber Meter kostet fünf Euro, so dass eine stattliche Tanne von über zwei Metern für preiswerte 25 Euro ins heimische Wohnzimmer gestellt werden kann. Baumkäufer werden gebeten, sich eigenes Werkzeug mit zu bringen.

Wilhelm Jacobs nennt einen entscheidenden Vorteil vom Baumkauf direkt im Wald: „Nur wer sich selbst einen schlägt, bekommt auch einen wirklich frischen Baum.“ Denn Jacobs vermutet, dass Weihnachtsbäume, die man zum Beispiel vor Baumärkten erwerben kann, für viele Monate in Kühlräumen lagern.

Statt zum Baumarkt lieber raus in die Natur zu fahren, das sei für viele Familien Tradition, weiß der Förster. Ein naturnahes Gemeinschaftserlebnis eben. Eine weitere, jedoch traurige Tradition ist es allerdings, dass sich jedes Jahr aufs Neue dreiste Tannendiebe in dem Waldstück rumtreiben.

Entweder schneiden sich Unbekannte Zweige von den Tannen ab und lassen diese dann verstümmelt zurück. Oder die Diebe entfernen ganze Bäume aus dem Bestand. Die Spuren der Täter erkennt der erfahrene Revierförster auf dem Gelände mit einem Blick. Er geht nur wenige Schritte und erreicht den Tatort. Sägespäne, lose herum liegende Zweige und ein abgesägter Baumstumpf zeugen von der unerlaubten Ernte. Nur wenige Tage wird die Tat her sein, denn die Reifenspuren vor der Plantage sind auch noch ganz frisch. Wenn er jemanden beim Baumklau erwischen würde, gäbe er die Daten sofort an das Großamt in Malchin weiter, sagt der Förster bestimmt. „Die verhängen höhere Strafen, als wir es könnten. Das bringt viel mehr“, meint Jacobs.

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