DRK Parchim : Helfer-Taskforce sucht Freiwillige

Die Helfer packen bei großen Gefahrenlagen an – hier eine Übung.
Die Helfer packen bei großen Gefahrenlagen an – hier eine Übung.

DRK Parchim baut Medizinische Spezialeinheit auf / Einsatz bei großen Gefahrenlagen / Qualifizierte Ausbildung inklusive

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07. April 2015, 20:59 Uhr

Orkantief Niklas hat es erst vor ein paar Tagen gezeigt: Ohne freiwillige Helfer sehen wir alt aus. Dach abgedeckt? Bei Windstärke 12 turnen Feuerwehrleute auf dem Haus und reparieren das Gröbste. Ast auf den Kopf gestürzt? Gut, dass Rettungssanitäter zur Stelle sind. Gerade größere Ereignisse bringen die Helfer rein zahlenmäßig an ihre Grenzen. Jetzt baut der DRK-Landesverband Rettungs-Spezialeinheiten auf. Der Parchimer Kreisverband gehört zu einer von dreien in MV. Bundesweit sollen es bis 2020 insgesamt 61 so genannte Medical Task Forces MTF werden. Die Medical Task Forces („Die Besten helfen“) verstärken und unterstützen den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz bei der Rettung und medizinischen Versorgung der Verunglückten.

Freiwillige, die anpacken, wenn Menschen Hilfe brauchen, haben jetzt die Chance, die Elite-Trupps mit aufzubauen und sogar eine vollwertige Rettungssanitäterausbildung inklusive Fahrtkosten zu bekommen (ein Jahr berufsbgleitend, drei Monate am Stück). Der Freizeiteinsatz ist im Vergleich zu anderen ehrenamtlichen Betätigungsfeldern eher gering. „Halbjährlich treffen sich die Akteure landesweit“, sagt Christoph Richter, Geschäftsführer des DRK Rettungsdienstes Parchim Ludwigslust. Allerdings kündigen sich extreme Wettereignisse oder große Unfälle nicht vorher an, so dass die MTF-Helfer später mit 48-stündiger Rufbereitschaft organisiert sein werden. Christoph Richter: „Nur gemeinsam mit Ihnen – Hand in Hand – können wir uns dieser Herausforderung stellen. Ob Arzt oder Krankenschwester, Ingenieur oder Facharbeiter, mit oder ohne medizinische Vorkenntnisse – jeder kann helfen.“

Die Spezial-Hilfeeinheiten werden überregional im Baukastenprinzip einsetzbar sein, sind hochwertig ausgestattet und hoch qualifiziert ausgebildet. Sie sind Teil des bundesweiten Konzepts zum Bevölkerungsschutz. „Wie schnell kann etwas passieren“, sagt Steffen Kanert, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Parchim, „Katastrophen geschehen täglich.“ Deshalb werden die MTF auch zusätzlich zu bestehenden Strukturen aufgebaut, angebunden sind sie an die DRK-Krankenhäuser Grevesmühlen, Neustrelitz und Grimmen. Für den gesamten Bereich Grevesmühlen, der praktisch Westmecklenburg abdeckt, sind sechs Krankentransportwagen und sieben Sanitäts-Gerätewagen samt Besatzungen in den Kreisverbänden vorgesehen, dazu noch diverse Einheiten in Grevesmühlen selbst – eine stattliche Kraft also. Der DRK-Kreisverband Parchim wird einen Krankentransportwagen und einen Sanitäts-Gerätewagen stellen, braucht dafür acht Freiwillige, bei doppelter Besatzung 16.

Die Gerätewagen sind gut ausgerüstete rollende Hilfestationen, ihre Crews sind in der Lage, am Einsatzort in 15 bis 20 Minuten eine Behandlungsstation aufzubauen, in der sie fünf Schwerverletzte oder 10 Leichtverletzte versorgen können. Ein Notarzt, vier Rettungssanitäter und ein Kraftfahrer sind an Bord.

Die Task Force ist nicht für den Ersteinsatz vor Ort konzipiert. Ein typisches Einsatzszenario wäre zum Beispiel eine Zerstörung der Infrastruktur, bei der erhöhter Schutz für gefährdete Regionen oder Einrichtungen nötig ist. Die Landkreise können die MTF in ihre eigenen Katastrophenschutzkonzepte einbinden.

Wer als Freiwilliger mit anpacken möchte, meldet sich beim Parchimer DRK, Telefonnummer unten.

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