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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

21. Oktober 2017 | 14:23 Uhr

Goldberg : „Heimat, dat is Goldbarg“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Plattdeutscher Gottesdienst in der Mildenitzstadt

von
erstellt am 22.Feb.2015 | 22:00 Uhr

Es war ein etwas anderer Gottesdienst, der am Sonntag im Pfarrhaus der evangelischen Kirche gefeiert wurde. Nicht Pastor Christian Hasenpusch hielt die Predigt, sondern der bekannte einstige Pastor Gerhard Voß, der heute in Güstrow lebt.

„Ich freue mich sehr, wieder hier zu sein, denn Heimat, dat is Goldbarg“, meinte er zu Beginn und erinnerte an seine 29-jährige Tätigkeit in der Mildenitzstadt. Es ist sogar ein kleines Jubiläum, denn im Februar 1970, also vor 45 Jahren, startete er mit seiner Frau Helga in Goldberg. „Ich erinnere mich, dass damals allerdings noch viele Kinder in der Stadt lebten, wir hatten sogar drei Katechetinnen“, meinte er und zählte etliche Namen aus den vielen Jahren auf und viele im Gemeindesaal nickten zustimmend und fügten ebenfalls weitere Namen hinzu. Traurig stimmte ihn nur, dass die Buche, die vor 25 Jahren aus Anlass des Mauerfalls an der Kirche gepflanzt wurde, nie angewachsen ist. So schlug er vor, zum 25. Jahrestag der Einheit eine Neupflanzung vorzunehmen, eine Linde. Auf diesen Vorschlag angesprochen, meinte der jetzige Pastor Christian Hasenpusch nach dem Gottesdienst, dass man den Vorschlag aufgreifen werde und dazu einen Erinnerungsstein setzen werde.

In der Predigt selber, ging Pastor Voß auf die vielen Versuchungen ein, die der Mensch im Laufe des Lebens ausgesetzt ist und forderte mehr Menschlichkeit. „Die Macht des Teufels ist schrecklich und der Mensch zählt nichts, das erlebten wir Älteren in der Zeit des Nationalsozialismus und auch im Stalinismus. Leider gibt es auch heute noch Kriege wie in Syrien, in der Ukraine und anderswo“, so Voß. Er erinnerte daran, dass nicht immer Macht- und Imponiergehabe das Leben bestimmen sollte. „Aber Leben ist mehr als Essen und Trinken, der Mensch lebt auch vom Wort Gottes“, so Voß und spielte auf die Seelennahrung an, die ebenso wichtig sei und der Mensch in der Stille der Nachdenklichkeit und des Besinnens an die anderen Dinge denken sollte, die das Leben erst lebenswert machten.
Für Pastor Hasenpusch war es nach eigenen Worten eine „Erleichterung, nicht den Gottesdienst halten zu müssen, denn wenige Stunden zuvor ist meine zweite Tochter Clara-Luise geboren“, meinte er freudestrahlend und so wird in den nächsten zwei Wochen Pastor Kornelius Taetow aus Mestlin die Urlaubsvertretung übernehmen.

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