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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 11:45 Uhr

Kuppentin : Heddas Haus an der Alten Elde

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Vor mehr als zehn Jahren finden Fritz-Wilhelm Kröger und Hedda Kehrhahn-Kröger ihr neues Zuhause – die ehemalige Schnitterkaserne

von
erstellt am 23.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Direkt an der Alten Elde liegt die ehemalige Schnitterkaserne von Kuppentin. Früher wohnten Erntehelfer, Mäher, sogenannte Schnitter in dem Gebäude. Seit mehr als zehn Jahren ist es das Zuhause von Hedda Kehrhahn-Kröger und Fritz-Wilhelm Kröger. „Wir waren damals auf der Suche nach einem Haus. Ich habe einen Film über Mecklenburg-Vorpommern gesehen und dachte mir, ,mein Gott ist das schön dort.‘ Über eine Anzeige letztendlich haben wir das Grundstück und Haus gefunden“, erinnert Fritz Kröger. Seine blauen Augen strahlen vor Freude, er hat sein Zuhause gefunden. Auch für Hedda Kehrhahn-Kröger kam kein anderes Haus mehr in Frage. „Ich bin als Kind an einem Bach aufgewachsen. Mein Traum war es, in einem Haus am Bach oder Fluss zu wohnen“, erzählt die Kinderbuchautorin. Und so wurden die Alte Elde und das Haus in der Kuppentiner Rosenallee am 30. April 2004 zum neuen Zuhause der beiden Weltenbummler.

Die Zelte in Hamburg wurden abgebrochen. Keine leichte Zeit für die beiden. Viele Jahre hat das Ehepaar in der Hansestadt gelebt. Doch irgendwann wurde das Leben in der Stadt an der Elbe einfach zu teuer. Deshalb zog es die Weltenbummler noch einmal fort. „Es war nicht leicht, hier neu anzufangen. Das Haus hatte kein Dach. Es war wirklich heruntergekommen“, erzählt Fritz Kröger. Auf einem alten Foto zeigt der ehemalige Seemann, wie es damals ausgesehen hat, als er mit seiner Hedda das Haus übernahm. „Wir mussten Styroporplatten vor die Fenster kleben, damit es nicht allzu kalt ist“, erinnert die 73-Jährige. Mit all ihrer Kraft bauten sie das Haus und auch das Grundstück Stück für Stück um. „Mit wenig Geld, vor allem mit unserer eigenen Kraft“, verdeutlicht Fritz Kröger. Doch es hat sich gelohnt, sagen beide rückschauend.

Fotos liegen vor Fritz und Hedda Kröger ausgebreitet. Erinnerungen an die Bauphasen, an den Stress, an die Freude, dass ihr Haus an der Alten Elde endlich gemütlich wird. „Wir sind anfänglich mit Gummistiefeln auf Toilette gegangen. Die Zimmer waren auch alle viel zu klein“, erzählt Hedda Kröger. Die unteren 100 Quadratmeter wurden im Laufe der Jahre immer wohnlicher, der Garten immer schöner, Wände eingerissen und versetzt, Räume vergrößert. „Rosen haben wir gepflanzt. Wir können doch nicht in der Rosenallee wohnen, wenn hier keine Rosen wachsen“, sagt der 70-jährige Seemann.

Fritz Kröger war überall auf der Welt Zuhause. Jedes Schiff war seins. „Ich habe viel gesehen und erlebt. Bin unter vielen verschiedenen Flaggen gefahren.“ Irgendwann lernte er seine Hedda kennen. Mit 56 Jahren gibt er seiner Liebe das Ja-Wort. „Ich habe sie mit Gipsbein kennen gelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick“, verrät Fritz Kröger. Auch Hedda Kehrhahn-Kröger ist eine Weltenbummlerin, hat ebenfalls auf einem Schiff gelebt. Das Wasser ist also ihr beider Element, ob Elbe oder Elde – Hauptsache es plätschert in ihrer Nähe. Mittlerweile sind die beiden in Kuppentin angekommen, auch wenn es nicht immer leicht war.

Das Obergeschoss – auch 100 Quadratmeter groß – ist noch eine kleine Baustelle. Aber auch hier wird Stück für Stück gearbeitet. Denn dort soll Hedda Kehrhahn-Krögers Reich entstehen. „Sie braucht ein bisschen Ruhe vor mir“, sagt ihr Ehemann Fritz und lächelt sie verschmitzt an. In einem kleinen Atelier will die Kinderbuchautorin wieder anfangen zu schreiben. „Ich habe viele Jahre auch als Redakteurin gearbeitet“, erzählt sie. An den Büchern „Neues vom Süderhof“ war sie als Autorin beteiligt. Doch jetzt sollen neue Geschichten entstehen im Obergeschoss der ehemaligen Schnitterkaserne. In Heddas Haus an der Alten Elde werden Geschichten zum Leben erweckt.

 

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