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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 11:43 Uhr

Lübz : Handys an Schulen unerwünscht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Umgang mit Handys in Schulordnung verankert, Sanktionen schwierig. Drei Regionalschule - drei unterschiedliche Regelungen

Bei Jugendlichen ist das Smartphone längst zum ständigen Begleiter geworden. Doch es gibt sie noch, die handy-freien Zonen. Dazu zählen unter anderem die Schulen. Dort wird der Gebrauch von Mobiltelefonen grundsätzlich als störend empfunden. Doch einheitliche Regelungen gibt es im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung nicht. „Jede Schule entscheidet selbst, wie sie den Handy-Gebrauch regelt“, ließ ein Sprecher des Bildungsministeriums verlauten.

An der Lübzer Regionalschule herrscht generelles Handy-Verbot. „Die Geräte dürfen auf dem Schulgelände und auch an den Haltestellen der Schulbusse nicht eingeschaltet sein“, verwies Direktorin Cerstin Birnitzer auf die Schulordnung. Wer dringend ein Telefonat führen müsse, könne das beim Sekretariat, Lehrerzimmer oder Schulsozialarbeiter erledigen. Das Betriebsverbot sei auf Anraten des Schülerrats in die Schulordnung aufgenommen worden. „Diese Regelung funktioniert gut und wird zu 98 Prozent eingehalten.“ Wer dagegen verstoße, riskiere den vorübergehenden Einzug des Geräts. „Nach dem Unterricht kann das Handy dann wieder abgeholt werden.“ Wer mehrfach gegen das Betriebsverbot verstoße, dessen Erziehungsberechtigte werden zur Abholung aufgefordert und zu einem pädagogischen Gespräch eingeladen. „Die Elternschaft ist voll und ganz auf unserer Seite.“ Gänzlich Uneinsichtige werden laut Cerstin Birnitzer mit schriftlichen Sonderaufgaben betraut. „Das kommt allerdings äußerst selten vor.“

Gisela Hög von der Goldberger Walter-Husemann-Regionalschule hält ein grundsätzliches Handy-Verbot für unnötig. „Das erhöht nur den Anreiz, etwas Verbotenes zu tun und zieht aufwendige Sanktionen nach sich.“ Besser sei es, so die Pädagogin, den richtigen Umhang mit dem Handy zu erlernen. „Die Schüler geben ihre Handys vor dem Unterricht ab.“ Die Geräte werden offen in fantasievoll gestalteten Kisten aufbewahrt und zu den Pausen und nach Unterrichtsschluss wieder ausgegeben. „Das geht vollkommen stressfrei über die Bühne.“ Wer jedoch die Abgabe „vergesse“ und wessen Handy sich dann während des Unterrichts melde, dessen Gerät werde eingezogen und müsse dann von einem Erziehungsberechtigten oder dessen Beauftragten abgeholt werden. Anlass, den Handy-Gebrauch derart zu regeln, sei vor Jahren die heimliche Aufnahme einer Lehrerstimme gewesen. „Zuvor hatten wir keine praktikable Lösung.“ Dem Übeltäter sei dann die Grenze zur Straftat verdeutlicht worden. „Das gehört zum Erwachsenwerden wie lügen, stehlen oder betrügen.“

In der Plauer Regionalschule am Klüschenberg ist das Mitbringen von Handys statthaft, aber ihre Benutzung auf dem Schulgelände verboten. „Das ist so in der Schulordnung verankert“ berichtete Schulleiter Bierger Zimmermann. Einzig auf Anweisung und mit Erlaubnis einer Lehrkraft seien Handy-Nutzungen gestattet, beispielsweise bei Recherchen im Internet. Missbräuchlich benutzte Geräte werden laut Zimmermann eingezogen, aber nach Unterrichtsschluss wieder ausgehändigt. „Die Handys sind schließlich Eigentum der Erziehungsberechtigten.“ Das zähle zum Katalog der Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen, über die eine Schule als Ort der Bildung verfüge. „Wir lassen uns nicht auf dem Kopf herumtanzen.“

 

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