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21. November 2017 | 00:18 Uhr

Parchim : Gutachten sieht Zukunft für Flughafen

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Zukunft für den Flughafen Parchim: Die norddeutschen Länder werden ein Luftverkehrskonzept erarbeiten, und Parchim spielt darin eine Rolle - ein wichtiges Signal für die Zukunft des Regionalflughafens.

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2012 | 09:01 Uhr

parchim | Die norddeutschen Länder werden ein Luftverkehrskonzept erarbeiten, und Parchim spielt darin eine Rolle - ein wichtiges Signal für die Zukunft des Regionalflughafens.

Die Länder Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollen mit diesem Konzept zukunftsfähig bleiben und die Verkehrsinfrastruktur zur Schaffung neuer Arbeitsplätze nutzen. "Der sehr gut aufgestellte norddeutsche Luftfahrtstandort muss erhalten bleiben und ist bedarfsorientiert zu stärken", sagt Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD). Im Klartext: Das bis ins Jahr 2030 greifende Konzept soll helfen, Flugbewegungen im Norden zu halten und sogar auszubauen.

Als Basis des Konzepts dient ein Gutachten, das jetzt vorgestellt wurde. Interessant: Von den neun Regionalflughäfen Mecklenburg-Vorpommerns (ohne Rostock-Laage als internationaler Verkehrsflughafen) hält Parchim im Jahr 2010 mit 12 956 Flugbewegungen den Spitzenplatz. Es folgen Neubrandenburg (10 546) und Rügen (8522). Aber auch Rostock-Laage zählt nur etwa 10 000 Flugbewegungen. Vermutlich sorgen die häufigen Trainingsflüge der Lufthansa-Pilotenschule über Parchim für die hohe Zahl.

Bei den Fluggästen ist Heringsdorf mit 17 604 Passagieren die Nummer eins der Regionalflughäfen, Parchim zählt nur 1560 Fluggäste. Das ist keine wirkliche Überraschung, hat sich Parchim doch auf den Frachtverkehr spezialisiert. Genau hier sehen die Gutachter eine Zukunft. Ihr Fazit: "Der Regionalflughafen Schwerin-Parchim ist insbesondere für den Luftfrachtverkehr und die Allgemeine Luftfahrt von Bedeutung. Der Flughafen verfügt mit seiner 3000 Meter langen Start- und Landebahn sowie den beiden kleinen Terminals für Fluggäste und Luftfracht über eine gute Infrastruktur."

Ein weiteres Plus: Der Flughafen sei "gut für den Luftfrachtumschlag geeignet, da keine Nachtflugbeschränkungen bestehen". Die Nachtflugregelungen sind insbesondere für den Luftfrachtverkehr von Bedeutung, weil Transporte sonst nicht über Nacht durchführbar wären.

2010 wurden in Parchim rund 8000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen. Dieses Aufkommen wurde 2011 wohl nicht mehr erreicht, genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Die Gutachter sind ehrlich: Ob das Frachtvolumen steige, sei aktuell unklar, schreiben sie. Dennoch steht Parchim in ihrem Urteil besser da, als andere Regional-Airports. Entwicklungschancen sehen die Experten, wenn die Flughäfen in ihren jeweiligen Marktsegment wachsen, also Parchim sich wie aktuell geschehen auf Luftfracht spezialisiert. Damit dürfte klar sein, dass Ferienflieger wohl nicht mehr von der Kreisstadt in Richtung Mittelmeer abheben werden.

Dennoch: Die Gutachter weisen nördlich und östlich Schwerins eine Lücke in der Europa-Erreichbarkeit der Regionen nach. Genau hier könnte Parchim die Reisezeiten verkürzen helfen. Die auf Mittelstrecken eingesetzten Verkehrsmaschinen vom Typ Airbus A 320 oder Boeing 737 benötigen Landebahnen ab 2000 Meter Länge. In Norddeutschland schaffen das nur zehn Flughäfen, Parchim ist dabei. Lübeck bleibt ein Unsicherheitsfaktor, weil die Zukunft ab 2013 ungeklärt ist. Zusammengefasst verbucht das Gutachten Parchim unter "Stärken des Norddeutschen Luftverkehrs", empfiehlt aber "verkehrspolitische Unterstützung" und "Kommunikation der positiven regionalwirtschaftlichen Effekte gegenüber der Bevölkerung".

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