Kirchensanierung in Woosten : Gut gerüstet geht’s ins nächste Jahr

Gut eingerüstet ist die Woostener Kirche nicht nur von außen. Auch im Gebäude sind Gerüste aufgebaut.  Fotos: sabrina panknin
Gut eingerüstet ist die Woostener Kirche nicht nur von außen. Auch im Gebäude sind Gerüste aufgebaut. Fotos: sabrina panknin

Kirche in Woosten wird aufwändig saniert. 1. Bauabschnitt kostet rund 100 000 Euro

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21. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Gut gerüstet geht’s ins neue Jahr – das trifft derzeit wortwörtlich auf die Kirche in Woosten zu. Ein riesiges Baugerüst ziert  das Gotteshaus. Pastor Christian Banek ist die Erleichterung anzumerken, dass es endlich mit der Sanierung seiner Kirche losgeht. „Wir wollten schon längst angefangen haben“, erzählt er im Gespräch vor Ort. Doch es sollte anders kommen – so auch beim Bauablauf. Im ersten Bauabschnitt sollte  der Kirchturm saniert werden, baufällig ist er alle Mal. An einigen Stellen fehlen im oberen Fachwerkbau bereits einige Steine. Doch aufgrund einer zurückgezogenen Fördermittelzusage wird der Kirchturm erst im kommenden Jahr angegangen. „Wir hinken ordentlich hinterher“, so der Pastor. Schon Mitte des Jahres sollte gebaut und saniert werden. Doch auch die Kirchgemeinde Kuppentin und Woosten traf die gute Auftragslage bei den Handwerksfirmen.

Mit einem lachenden und weinenden Auge schaut sich Christian Banek das Voranschreiten der Sanierung an. „Ich freue mich, dass der Bau doch noch in diesem Jahr losgegangen ist, aber leider können wir an Heiligabend hier keinen Gottesdienst feiern.“ Schließlich ist die Kirche nicht nur von außen gut gerüstet, sondern auch drinnen. Wie ein Weihnachtsgeschenk verpackt ist die Orgel. „Wir müssen das Instrument vor Bauschutt schützen“, erklärt Christian Banek.

 Treppauf, treppab geht es seit einigen Wochen für Marc Fuhrmann und Burkhard Peppel. Die beiden Zimmermänner von der Parchimer Firma Rogmann verschafften sich zunächst einen Überblick. Jetzt sind sie dabei, Schritt für Schritt im Dachstuhl der Kirche Balken auszutauschen, zu verstärken, neu einzubauen. Keine leichte Aufgabe in luftiger Höhe. „Es gibt in jedem Fall hier oben viel zu tun“, sagt Burkhard Peppel. Sein Kollege Marc Fuhrmann kann nur zustimmend nicken. Beide sind luftige Höhen gewohnt. „Die Kirche hier ist noch niedrig. Kommen Sie mal mit nach Parchim. St. Georgen ist hoch – das hier nicht“, sagt Marc Fuhrmann und lächelt.

Im ersten Bauabschnitt und für rund 100000Euro bekommt die Woostener Kirche jetzt erst einmal Stabilität. „Die Ebene unterhalb des Turmes wird derzeit saniert“, erläutert Pastor Christian Banek. Die finanzielle Seite ist gesichert. „Mehrere Stiftungen beteiligen sich, Spender, die nicht genannt werden wollen, auch die Kirchgemeinde selbst“, erzählt der Pastor. Viel kann die Kirchgemeinde nicht dazu geben, schließlich ist Woosten eine von insgesamt fünf Kirchen innerhalb der Gemeinde; neben Kuppentin gehören noch Plauerhagen, Groß Poserin und Unter Brüz dazu. „Jetzt aber ist Woosten mit einem größeren Projekt an der Reihe.“

Auch im kommenden Jahr soll es weitergehen. Fördermittelanträge sind verschickt. Zwischen 200000  und 300000Euro wird der nächste Abschnitt mit Turmsanierung geschätzt. Jetzt werden erst einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen. Ein gutes Vierteljahr, so schätzt Burkhard Peppel, wird es wohl brauchen, bis der obere Teil fertig saniert ist. „Es ist viel kaputt. Und am Dachstuhl erkennen wir, dass in den vergangenen Jahren hier mehrfach etwas gemacht wurde“, so der Zimmermann. Nicht immer zum Vorteil des Gotteshauses. Für Christian Banek ist genau das lebendige Geschichte. „Im östlichen Teil der Kirche – beim Altar – haben wir einen Balken gefunden, der soll der älteste Balken sein“, erzählt Christian Banek. Von 1280 so die Datierung. Urkundlich zum ersten Mal erwähnt wird die Kirche 1269 – sie wurde auf einem Berg errichtet, von allen Seiten gut sichtbar. „Zuerst wurde das Kirchenschiff errichtet“, sagt Christian Banek und zeigt außen am Gebäude auf eine Nahtstelle. Diese zeigt, dass der Chorraum viel später erbaut wurde. „Der Turm wurde damals ins Kirchenschiff gebaut.“ Wahrscheinlich 1618 – vor 400 Jahren.

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