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Erste Annäherung : Güllestreit: Plaus Bauern kooperieren

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Im Streit um Dung und Güllegestank im Luftkurort Plau am See gibt es eine erste Annäherung: Die Landwirte zeigen sich gesprächsbereit - zumindest ein Teil von ihnen. So lautet die Bilanz des Landwirtschaft-Ausschusses.

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erstellt am 04.Dez.2012 | 10:29 Uhr

Plau am See | Im Streit um Dung und Güllegestank im Luftkurort Plau am See gibt es eine erste Annäherung: Die Landwirte zeigen sich gesprächsbereit - zumindest ein Teil von ihnen. So lautet die Bilanz des Ausschusses für Landwirtschaft, der sich seit der hitzigen Debatte um die Erweiterung des Plauer Milchgutes mit der Vermittlung zwischen den ortsansässigen Betrieben und den Bürgern bemüht. "Die Landwirte zeigten sich kooperativ und demonstrierten das auch in der Praxis", sagt Ausschussmitglied Horst-Werner Frommer. Mit einem Großteil der Bauern habe es bereits Gespräche gegeben, in denen diese ihr Bemühen unterstrichen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Rücksicht auf den Tourismusstandort Plau am See und die Interessen seiner Bürger zu nehmen. Noch aber gibt es Nachholebedarf: "Einige Landwirte sind noch nicht zu Gesprächen erschienen. Aber wir bleiben am Ball", sagt Frommer. Notfalls werde der Ausschuss den Betrieben eine persönlichen Besuch abstatten.

Auch in Sachen Geruchsbelästigung zieht Horst-Werner Frommer eine positive Bilanz für das Jahr 2012. Es habe lediglich zwei Beschwerden wegen des Güllegestanks gegeben - eine im März, eine weitere im August. Eine zeitnahe Überprüfung durch den Ausschuss für Landwirtschaft habe jedoch ergeben, dass in beiden Fällen die Gülle schnell und vorschriftsmäßig eingeeggt worden sei, sagt Frommer. "Trotz Einhaltung aller rechtlicher Bedingungen kann es aber hin und wieder zu Beeinträchtigungen kommen", sagt Frommer.

Nicht nur in Sachen Geruchsbelästigung sei eine Verbesserung spürbar: In diesem Jahr seien die Straßen der Seestadt weit weniger durch landwirtschaftliche Transportfahrzeuge verschmutzt worden, lobt der stellvertretende Bürgervorsteher Uwe Pohla. In den Vorjahren hatten Verschmutzungen durch Mais für Unmut gesorgt. Das habe erheblich abgenommen, sagt Pohla.

Dennoch: Ganz ausmerzen lassen sich die Beeinträchtigungen durch die Viehhaltung und Ackernutzung in und um Plau nicht. "Die Landwirtschaft gehört zu unserem Leben in Plau dazu - auch mit seinen Beeinträchtigungen wie den Geruchsbelästigungen", sagt Horst-Werner Frommer. Der Ausschuss für Landwirtschaft aber wolle dazu betragen, dass eben diese auf ein Mindestmaß zurückgehen. "Es ist aber nicht unsere Aufgabe, Genehmigungen oder gesetzliche Vorschriften anzuzweifeln", verdeutlicht Frommer. Vielmehr verstehe sich der Ausschuss als Vermittler zwischen Bürgern, Touristikern und Landwirten. Ziel aller Gespräche müsse es sein, ein Miteinander zu erreichen und die Debatte auf eine sachliche ebene jenseits aller Vorwürfe und Anschuldigen zu bringen. Bisher scheint das gut zu gelingen: Zumindest die Ausschussarbeit verlaufe auf sachlicher Basis, sagt Frommer. Ferner sollen die Landwirte für den Tourismusstandort Plau am See sensibilisiert und somit zur Rücksichtnahme angehalten werden. Klappt das nicht, zögere man jedoch nicht, einzuschreiten. "Wir wollen kritisch sein, wenn wir Verstöße feststellen", sagt Frommer.

Auf die nächsten Schritte haben sich die Ausschussmitglieder bereits geeinigt: Sie wollen eine Biogasanlage besichtigen. "Wir wollen verstehen, inwieweit solch eine Anlage die Geruchsbelästigung minimiert", erklärt Frommer. Hintergrund ist der Bau der Biogasanlage, der im Zuge der Milchgut-Erweiterung geplant ist.

Großes Ziel sei es zudem, Einfluss auf die Landes- und Bundespolitik zu nehmen, damit gesetzliche Regelungen Klarheit für die Erweiterung oder den Neubau von landwirtschaftlichen Tieranlagen im Zusammenhang mit touristischen Schwerpunkträumen schaffen. Und auch in Plau selbst gibt es weiteren Redebedarf: An einen gemeinsamen Tisch sollen neben den Landwirten auch deren schärfste Kritiker Platz nehmen. Der Ausschuss strebe den Austausch mit der Bürgerinitiative "Für saubere Luft und heile Umwelt" an. "Der Ausschuss ist offen für Gespräche und wird die BI zu einer der nächsten Sitzungen einladen", sagt Horst-Werner Frommer.

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