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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

20. November 2017 | 14:58 Uhr

Parchimer Land : Grundwasser fällt auf Tiefststand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Durchschnittstemperatur steigt / Mehr Wasser verdunstet, weniger versickert

von
erstellt am 07.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Trotz des Regens in den vergangenen Wochen: Das Wasser wird offenbar immer knapper im Parchimer Land. Der Grundwasserspiegel ist 2014 auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken. Das erfuhr SVZ am Dienstag von Michael Lückstädt, Dezernent für Gewässerkunde im Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg.

Das StALU misst den Grundwasserspiegel in Wessin bei Crivitz und in Pokrent bei Lützow. Für Wessin gibt es seit 1967 Aufzeichnungen, für Pokrent seit 1973. An beiden Stellen wurden im Vorjahr die tiefsten Wasserstände seit Beginn der Beobachtungen ermittelt.

Im Hydrologischen Jahr, das von November bis Oktober gezählt wird, fehlte zuletzt der Niederschlag von zwei Monaten. Doch die Trockenheit des Vorjahres ist offensichtlich das kleinere Problem für die sinkenden Grundwasserstände.

Michael Lückstädt verweist auf die überdurchschnittlichen Temperaturen im Vorjahr. Für die Wetterstation Schwerin wurden Werte ermittelt, nach denen die Durchschnittstemperatur des Winters 2013/2014 um zwei Grad über dem Mittel aus den Jahren 1981 bis 2000 lag. Der letzte Sommer war im Verhältnis um ein Grad zu warm. Nimmt man noch frühere Jahre (1961 bis 1990) zum Vergleich, so war der letzte Winter 2,8 Grad und der Sommer 1,6 Grad zu warm.

Durch die zunehmenden Temperaturen verdunstet mehr Wasser. Das fehlt dann letztlich im Grundwasser. Dagegen ist das Wasserdefizit in unserer Landschaft noch nicht so offensichtlich, weil die meisten Seen über Wehre gesteuert werden, erklärt Lückstädt.

Über sichtbare Folgen des Wassermangels berichtete SVZ vor wenigen Tagen: Die Dütschower können sich nicht daran erinnern, dass ihr Dorfteich so wenig Wasser wie im Vorjahr führte. Feldteiche und Sölle im Raum Mestlin/Dobbertin sind ausgetrocknet.

Nach Ansicht von Michael Lückstädt werden die Gesamtniederschlagsmengen in den nächsten Jahren gleich bleiben. Der Niederschlag werde sich aber auf weniger Zeiträume als früher verteilen. Extremen Situationen, in denen die Keller volllaufen, stünden Trockenperioden gegenüber. Das sei auch in den letzten Jahren zu beobachten. So war beispielsweise 2002 extrem nass, 2003 dagegen extrem trocken.

Statistisch nachweisbar sei, dass sich die Durchschnittstemperatur erhöht hat. Seit Mitte der 1980er-Jahre sinkt in der Region der Grundwasserspiegel.

 

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