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Feuerwehren des Amtes Goldberg-Mildenitz probten Ernstfall : Großübung im Kloster Dobbertin

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Wenn in Dobbertin und Goldberg die Sirenen heulen, dann lautet die Ansage häufig: "Auslösung der Brandmeldeanlage Kloster Dobbertin". Auch am Freitagabend heulten die Sirenen, diesmal für eine Großübung im Kloster.

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erstellt am 21.Okt.2012 | 05:01 Uhr

Dobbertin | Wenn in Dobbertin und Goldberg die Sirenen heulen, dann lautet die Ansage häufig: "Auslösung der Brandmeldeanlage Kloster Dobbertin". Meistens steckt ein Fehlalarm dahinter - mehr als zehn Mal im vergangenen Jahr. Auch am Freitagabend heulten die Sirenen, diesmal für eine Großübung im Kloster Dobbertin. Als die Dobbertiner und Goldberger Kameraden vor Ort eintrafen, hieß es, dass es im Haus Nimmer sechs brennen würde. Dort, gleich hinter der Kirche, schlug Rauch aus Fenstern und Türen.

Das Szenario sah vor, dass aus dem Haus sechs, in dem Kinder und Jugendliche wohnen, Rauch aufsteige und das Dachgeschoss in voller Ausdehnung brennen würde. "Vier Personen werden vermisst und müssen durch die Kameraden gerettet werden", sagt Amtswehrführer Erwin Hennich, der gemeinsam mit dem Kloster diese Übung vorbereitet hatte. Als wenige Minuten nach dem Alarm die ersten Kameraden vor Ort eintreffen, folgen weitere Alarmierungen. "Es sind alle Wehren des Amtes einzubeziehen, also neben Dobbertin und Goldberg auch die in Wendisch Waren, Neu Poserin, Diestelow, Techentin und Mestlin", erklärt Übungsleiter Tobias Kluth von der Dobbertiner Wehr. Zum einen werden Atemschutzträger benötigt und außerdem gilt es, eine Wasserstrecke aufzubauen sowie Kinder von einem benachbarten Hof zu retten, die gerade beim Grillen sind.

Die Nebelmaschinen im Gebäude sorgen für realistische Bedingungen: Man sieht kaum die Hand vor Augen. Nach intensiver Suche in beiden Stockwerken werden die vermissten Kinder entdeckt und können "gerettet" werden. Während die anderen Kameraden die Löschwasserstrecke vom nahen Dobbertiner See aus aufbauen und den Dachstuhl löschen, retten weitere die Kinder vom nahen Hof.

Das gestaltet sich nicht einfach, schließlich müssen die Mädchen und Jungen gemeinsam mit ihren Betreuern über einen hohen Zaun in Sicherheit gebracht werden. Im Ernstfall werde allerdings etwas anders gehandelt. "Da hätten wir den Zaun mit dem Bolzenschneider geöffnet oder einfach niedergefahren", sagt ein Kamerad. Bei dieser Übung bauen die Feuerwehrleute mit Hilfe von Steckleitern eine Art Brücke, über die die Kinder und Jugendlichen gehievt wurden - zum Teil sogar mit dem Rollstuhl.

Nach rund eineinhalb Stunden ist die Großübung beendet und es beginnt die erste Auswertung. Die Amtswehrführung hat einige Fehler entdeckt, "aber das ist auch normal, deshalb trainieren wir das ja, um dieses zu erkennen und bei künftigen Ausbildungseinheiten den Schwerpunkt auf diese Fehlerbeseitigung zu lenken", sagt Erwin Hennich.

Auch die Vertreter des Klosters haben die Übung aufmerksam beobachtet und ihre Schlussfolgerungen gezogen. Insgesamt gesehen lief alles gut ab, das gezeigte Engagement war in Ordnung, so das Fazit. Besonders wirkungsvoll arbeitete die Druckluftanlage im Gebäude. Sie sorgte dafür, dass das Treppenhaus frei von Rauch war. "Dieses haben wir noch nicht in allen Häusern, aber mit Rauchmeldeanlagen, die direkt an die zentrale Brandmeldeanlage angeschlossen sind, sind alle zehn Häuser ausgestattet", erklären der Bereichsleiter der Behindertenhilfe Jochem Kaufmann und Bauabteilungsleiter Axel Ulrich. Der Brandschutz wird im Kloster sehr wichtig genommen. Auch sind Mitarbeiter als Rettungsassistenten ausgebildet und können so im Ernstfall sofort helfen.

Zum Abschluss der Übung bedankte sich das Kloster mit einem Grillabend für den Einsatz - in der Hoffnung, dass es auch künftig nicht zu ernsthaften Einsätzen kommen möge und die bestehende Zusammenarbeit mit der Feuerwehr sich weiterhin positiv für beide Seiten gestaltet.

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