Ernstfall geprobt : Großübung bei sengender Hitze

...während die ersten vermissten Personen gerettet werden.
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...während die ersten vermissten Personen gerettet werden.

Freiwillige Feuerwehren und Löschgruppen des Amtes Goldberg-Mildenitz testeten Einsatz beim Brand einer Biogasanlage

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07. Juli 2015, 12:00 Uhr

Am Sonnabendmittag gegen 13 Uhr heulten in den Gemeinden des Amtes Goldberg-Mildenitz die Sirenen. „Bei der Hitze wird sicherlich ein Flächen- oder Waldbrand entstanden sein“, mutmaßten etliche Bürger. Doch dies war nicht der Fall, sondern eine bereits seit längerer Zeit geplante Einsatzübung startete. „Angenommen wurde ein Brand an einer Biogasanlage und durch den Funkenflug ist eine angrenzende Bergehalle in Brand geraten, drei Personen werden vermisst“, beschreibt Amtswehrführer Erwin Hennich das Szenario. Ort der Übung war die Biogasanlage der Augziner Marktfrucht eG, deren Chef Fred Paarmann sehr froh ist über die Übung. „Ich bin selbst gespannt wie das abläuft“, meinte er und beobachtete das Szenario sehr aufmerksam.

Nach knapp einer viertel Stunde waren die ersten Wehren vor Ort und verlegten bei sengender Hitze die Schlauchleitungen, während andere sich die Atemschutzgeräte anlegten und mit der Suche nach den Vermissten begannen. Richtigerweise sorgte die Einsatzleitung dafür, dass auch die elektrische Anlage außer Betrieb genommen wurde, was natürlich übungsgemäß nur angedeutet wurde. Vergessen wurde jedoch, wie es später in der Auswertung hieß, dass auch der Gasnotschalter hätte betätigt werden müssen, um die Gaszufuhr zu sperren.

Wenn auch die Vermissten relativ schnell gefunden wurden, gab es einen weiteren Fehler. Zwei Feuerwehrkameraden gerieten in den Gefahrenbereich und mussten nun ebenfalls von anderen aus dem gefährdeten Bereich gebracht werden. „Das sind Situationen, die durchaus in der Realität vorkommen können“, sagte Hennich. Ein weiteres Problem zeigte sich, was ebenfalls in vielen Wehren vorkommen kann: Es fehlen Atemschutzträger. In einem Ernstfall hätten hier weitere Wehren auch aus den benachbarten Ämtern nachalarmiert werden müssen, um genügend Einsatzkräfte zu haben, die unter Atemschutz agieren dürfen und können. Insgesamt aber lief alles gut ab und eine Aufarbeitung der Abfolge der Handlungen wird demnächst in der Amtswehrführung erfolgen.

Ein ganz großer Dank geht an die 48 beteiligten Kameraden der Wehr aus Goldberg mit den beiden Löschgruppen Diestelow und Wendisch Waren, sowie den Wehren aus Neu Poserin, Dobbertin, Techentin und Mestlin. Trotz Temperaturen von nahe 40 Grad im Schatten leisteten sie sehr gute Arbeit und waren durchaus nicht zu beneiden in ihrer dicken Einsatzkleidung und den Atemluftflaschen auf dem Rücken.

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