13. plauer burghoffest : Großes Fest auf historischem Boden

Maschinen im Museum:  Setz- und Druckmaschine, von Anita Kruthoff kompetent und begeistert erklärt.
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Maschinen im Museum: Setz- und Druckmaschine, von Anita Kruthoff kompetent und begeistert erklärt.

Brachte überhaupt kein Unglück: Das 13. Burghoffest in Plau am See

svz.de von
22. August 2016, 12:00 Uhr

In der Höhe sah man Festbesucher im Gänsemarsch von einem Steg aus im mittelalterlichen Turm verschwinden, im tiefen Burgkeller erklangen indes Mandolinen bei Kerzenschein (Plauer Mandolinenorchester). Und dazwischen – ebenerdig – ging es bunt und wechselhaft zu, rollten Programme über die Bühne, wurde geschmaust, getrunken, gebummelt und nicht zu vergessen: Das Heimatmuseum präsentierte sich im Inneren von seiner lebhaftesten Seite. Dafür sorgten nicht nur die vielen Besucher, die wegen ihres Basis-Tickets Turm und Museum nicht extra bezahlen mussten, dafür sorgten auch versierte Kräfte, die wussten, wie man eine herkömmliche Setzmaschine oder auch einen Webstuhl bedient und dies vor neugierigen Besucheraugen demonstrierten. Wie wertvoll, noch erleben zu können, wie in archaischen, sprich, vorelektronischen Zeiten Papier bedruckt wurde. Dass das immer noch geht, bewies der Plauer Heimatverein mittels der gelben Festflyer: Eigensinnig nämlich hatten die Organisatoren die Programmzettel auf „ihrer“ historischen Druckmaschine hergestellt, massenhaft und ausgesprochen leserlich.

Am Freitagabend schon hatte das Fest mit den „Black Tigers“ begonnen. Zum sehr gut besuchten Rock/Pop-Programm, das bis nach Mitternacht dauerte, bemerkte Sonja Burmester, 1. Vorsitzende des Plauer Heimatvereins, lachend, dass sogar ein über 80-jähriger Gast, Gerhard Wilde, die Daumen nach oben geschwungen und gesagt habe: „Super, ich bleibe bis zum Ende“ – der heißen Nacht, ließe sich hinzufügen.

Daran gemessen war das Tagfest vom Sonnabend ein Familienfest mit ausgedehntem Programm und unter reger Beteiligung der Vereine, auch wenn weniger Kinder auf dem gemütlichen, turmbeschützten Festplatz zu entdecken waren, als wünschenswert. Wünschenswert auch für jenen Künstler, der an die zwanzig Kinder dann auf der Bühne mit pantomimischer Gestik, Tanz, Gesang und Überzeugungskunst in ein Märchenspiel um die Nixenprinzessin Ariella entführte: Klaus Kriese aus Schwerin erwies sich im besten Sinne als Kinderanimateur. Neben dem reizenden Theaterspiel entfachten etwa die Plauer „See-Männer“ mit gewohnt großem Stimmvolumen Wogen- Sturm- und Heimwehstimmung, mixte Comedian „Lotte“, alias Torsten Ladwig, Witziges und Schlüpfriges und kürte Moderator Perry die vierhundertsten und wenig später die fünfhundertsten Besucher. Gewitzt konstruiert war eine hölzerne Miniaturburg, die eher am Rande des Geschehens aufgestellt war. Auf einen Wurftreffer hin schleuderte sie ein Päckchen Gummibären über die Zinnen. Nicht zu übersehen: Die „Burgherren“ Rüdiger Hoppenhöft und Jens Fengler hatten selbst an ihrer pfiffigen (Hoch-)Burg mächtig Spaß.

Zufriedenheit herrschte – soweit sie schon erkennbar waren – wieder mit den Besucherzahlen. Seit November bereitete Sonja Burmester das Fest bereits vor und ihr und allen Ehrenamtlichen, die das Projekt Heimatmuseum gestemmt und durchgetragen haben, ist eine weitere Steigerung des Besucherzuspruchs auch in diesem Jahr als Anerkennung ihrer Arbeit wohl zu wünschen. Eine schöne Belohnung für konstanten Einsatz jedenfalls wird im nächsten Jahr schon in Gestalt schweren Geräts auf dem Burgareal auffahren. Die Umgestaltung des historischen Geländes, möglich durch die 2018 fälligen Mittel über 4,5 Millionen Euro, solle, laut Bürgermeister Norbert Reier, bereits 2017 beginnen, verriet Jens Fengler. Dann haben die Unermüdlichen des Museums eine Weile Pause.

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