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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

19. November 2017 | 15:25 Uhr

Wetterkapriolen : Großes Aufräumen am Plauer See

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Nach zwei Unwettern sind Schäden enorm. Bauhof wird noch bis Herbst zu tun haben / Prioritäten stoßen nicht überall auf Gegenliebe

von
erstellt am 07.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Dieser Sommer ist für den Luftkurort am Plauer See wettertechnisch eine einzige Prüfung. Erst wälzen sich Urgewalten am 8. Juli über den See und fressen eine Schneise der Verwüstung in den Ort, drei Wochen später geht Plau in sintflutartigen Regenfällen unter. „Ganz ehrlich, aller guten Dinge sind zwei. Bitte nicht noch so ein Ding, das kriegen wir nicht auf die Reihe“, sagt Katrin Weber, die Chefin des Plauer Bauhofes. Und es klingt wie ein Flehen.

Sie und ihre siebenköpfige Mannschaft hatten noch am Abend des 30. Juli damit begonnen, die Sturmschäden zu beseitigen. Priorität hatten Straßen, Wege und Radwege. Sie mussten als erstes von den umgebrochenen und entwurzelten Bäumen freigeräumt werden, ebenso von den Massen an Geäst, die der Sturm aus den Kronen gerissen hatte. „Na klar, die Leute müssen doch zu ihren Häusern und an ihre Grundstücke kommen“, kommentiert Katrin Weber. Wie auch die Rettungsfahrzeuge. „Viele unbefestigte Straßen – vor allem in der Seeluster Bucht und im nördlicher gelegenen Appelburg – waren vom Starkregen, der den Sturm begleitet hatte, ausgewaschen, manche sogar ausgespült worden. Da ging nichts mehr. Sie zumindest soweit hinzukriegen, dass sie befahren werden können, darauf kam’s an“, so Katrin Weber.

Es war längst noch nicht alles behoben, als am Mittwoch letzter Woche die „Sintflut“ über Plau kam. Betroffen wieder Quetzin, wieder Heidenholz, Appelburg, fast das komplette Ostufer des Sees. Das Problem diesmal waren nicht umgestürzte Bäume. Die Ausspülungen waren es, und sie waren noch weitaus massiver. Betroffen fast alle unbefestigten Straßen. Tonnenweise hatte es Kies, Steine und Schotter etwa aus den Bungalowsiedlungen in die tiefer gelegenen Uferregionen gespült. „Keine Chance, wir mussten alle Achsen möglichst schnell wieder befahrbar kriegen“, erzählt Katrin Weber. Arbeit ohne Ende. Gerade deshalb waren die Bauhof-Leiterin und ihre Leute dankbar, wenn unverhofft Hilfe kam. „Es haben sich tatsächlich Urlauber und Anwohner Schaufeln geschnappt und mitgeholfen, wenn wir das Füllmaterial brachten und haben mitgeschaufelt.“

Der Bauhof, der unterstützt worden war von zwei Baufirmen, ist inzwischen Herr der Lage. Doch Reparaturen und Aufräumarbeiten werden noch Wochen dauern. „Wir werden alles entsprechend den Prioritäten abarbeiten. Und wer das nicht versteht, tut mir leid“, sagt Katrin Weber kategorisch. Mehrfach hatte man sie und ihre Kollegen in den letzten Tagen anderweitig motivieren wollen. Doch die sind sich einig: Das andere Muss warten.

 

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