FReude im Advent : Große Feier für Bedürftige in Lübz

Jürgen Lather
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Jürgen Lather

Arbeitslosenverband setzt seine Tradition mit Bescherung fort. In diesem Jahr wird an Familien gedacht, die ihre Lebensmittel über die Tafel beziehen.

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25. November 2014, 22:00 Uhr

Die Lübzer Außenstelle des Deutschen Arbeitslosenverbandes veranstaltet stets Ende November/Anfang Dezember eine Weihnachtsfeier in ihren Räumen in der Benziner Chaussee 1 – in diesem Jahr am 9. Dezember um 14 Uhr für bedürftige Familien, die ihre Lebensmittel über die „Tafel“ beziehen. „Im Monat kommen dadurch etwa 350 Einzelpersonen zu uns. Um auch ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bereiten, versuchen wir jetzt, noch nutzbares Spielzeug für Kinder im Alter von rund zwei bis vier Jahren und Kleidung zu bekommen“, sagt Jürgen Lather, Vorsitzender des Lübzer Ortsverbandes e. V. des Arbeitslosenverbandes.


Spielzeug und Kleidung für Kinder bis 14 Jahre


„Wir würden alles verpacken und für eine Bescherung vorbereiten.“ Wer etwas zur Verfügung stellen möchte, kann unter den Lübzer Telefonnummern 03 87 31/ 2 29 41 oder 2 30 06 anrufen.

Die zur „Tafel“ Kommenden sind in zwei Gruppen aufgeteilt und werden jeweils versetzt alle 14 Tage am Freitag versorgt. Ihre Bedürftigkeit wird durch Vorlegen der so genannten „Leistungsbescheide“ (Hartz IV oder Arbeitslosengeld“ geprüft. Betroffen sein können auch Lehrlinge oder Rentner, denen beispielsweise nicht mehr als 400 Euro im Monat zur Verfügung stehen. „Für einige ist Armut eine Schande. Generell kann ich sagen, dass die weitaus meisten alles sehr dankbar entgegennehmen“, so Lather. „Nur Einzelne treten hier so auf, dass ihnen diese Unterstützung zustehe, was ganz einfach nicht stimmt. Auch bei der Tafel ist man auf das Wohlwollen anderer angewiesen.“

Der Lidl-Markt gehört zu denen, die die Tafel beliefern. Montags, mittwochs und freitags werden hier durchschnittlich eine kleine Palette voll Obst und Gemüse abgeholt, das noch gut ist, bald aber nicht mehr frei verkauft werden könnte. „Um die Gefahr auszuschalten, dass die Kühlkette unterbrochen wird, dürfen wir keine Milch- und Tiefkühlprodukte weitergeben“, sagt die stellvertretende Filialleiterin Anja Schmidt, die die Tafel als „sehr gute Sache“ ansieht.

Unterstützer seit bereits mehr als zehn Jahren ist „Nahkauf“-Inhaber Steffen Wandschneider. Auch bei ihm fährt der Arbeitslosenverband dreimal in der Woche vor und darf Produkte aus der gesamten Angebotspalette einladen, so dass pro Jahr ein Warenwert in Höhe von rund 5000 Euro zusammenkommt: „Schließlich haben sie Kühlfahrzeuge, die Logistik funktioniert reibungslos. Es ist gut, dass so alle Lebensmittel verwendet werden, wobei auch wichtig zu sagen ist, dass jeder Unterstützer keinen Schimmel liefert. Traurig finde ich nur, dass ich so etwas wie die Tafel in diesem Land brauche.“

Leider vergäßen viele zudem, dass jeder schnell in Armut geraten könne – Arbeit weg, ein Jahr später Hartz IV und dann vielleicht noch alleinerziehend mit Kind sei ein typisches Beispiel dafür, wie eine Lebensgeschichte negativ verlaufe, ohne viel Einfluss auf die Entwicklung nehmen zu können.

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