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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

24. November 2017 | 06:49 Uhr

Kommunalwahl 2014 : Große Auswahl auf Riesenzetteln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

78 Kandidaten für den Kreistag haben sich im Wahlbereich der Ämter Eldenburg Lübz und Plau am See aufstellen lassen. So wird die Sitzverteilung ermittelt.

svz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Wer am Sonntag erst im Wahllokal entscheiden möchte, welchem Kandidaten er seine Stimmen geben will, sollte eine gute Lesebrille mitbringen – und Geduld. Die Stimmzettel mit den Bewerbern um einen Kreistagssitz sind lang. Sehr lang.

Im Wahlbereich 10, zu dem die Ämter Eldenburg Lübz und Plau am See gehören, umfasst der Stimmzettel beispielsweise 78 Namen. Im Wahlbereich 9 (Ämter Goldberg-Mildenitz und Sternberger Seenlandschaft) sind es 106. Macht ein Stück Papier von stattlichem A2-Format, also rund 45 mal 65 Zentimeter groß.

Die Wähler haben die Qual der Wahl, aber immerhin drei Kreuze zur Verfügung. Dabei ist es möglich, einem Kandidaten alle drei Stimmen zu geben. Man kann die Stimmen aber auch auf mehrere Kandidaten verteilen. Eine lösbare Aufgabe.

Komplizierter wird es nach der Wahl, wenn ermittelt werden soll, wer einen Platz im neuen Kreistag errungen hat. Dann müssen die Stimmen aus allen zehn Wahlbereichen, in die der Landkreis Ludwigslust-Parchim geteilt wurde, zusammengeführt werden. Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass einige Kandidaten in mehreren oder sogar allen Wahlbereichen antreten. Die Sitzverteilung wird in einem dreistufigen Verfahren ermittelt.

Schritt 1: „Zuerst wird für jede Partei, jeden Einzelbewerber und jede Wählergemeinschaft errechnet, wie viele Sitze errungen wurden“, erklärt Kreiswahlleiter Andre Hase. „Dazu werden die 77 zu vergebenden Kreistagssitze mit der Zahl der Stimmen multipliziert, die die Partei insgesamt (in allen Wahlbereichen zusammen, d. Red.) bekommen hat. Das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl aller abgegebenen gültigen Stimmen geteilt.“ Daraus ergibt sich die Zahl der errungenen Sitze der jeweiligen Partei.

Schritt 2: Im nächsten Schritt wird geschaut, wie viele Sitze die einzelne Partei durch die in einem Wahlbereich erhaltenen Stimmen bekommen hat. „Dazu wird die Zahl der Sitze einer Partei mit den Stimmen der Partei in dem Wahlbereich multipliziert und durch die Gesamtstimmenzahl dieser Partei im Wahlkreis dividiert“, so Andre Hase. Diese Rechnung werde für jeden Einzelbewerber, jede Partei und Wählergemeinschaft in jedem Wahlbereich gemacht.

Schritt 3: Erst jetzt kommen konkrete Personen ins Spiel. Hat Partei X im Lübzer Wahlbereich drei Sitze errungen, ziehen die drei Kandidaten dieser Partei, die die meisten Stimmen auf sich vereinen konnten, in den neuen Kreistag ein. Würde das bei einem Kandidaten auf mehrere Wahlbereiche zutreffen, bekommt er den Sitz in dem Bereich, in dem er persönlich die meisten Stimmen bekommen hat. In den anderen Wahlbereichen scheidet er aus der Sitzvergabe aus und stattdessen kommt dort der Viertplatzierte der Partei zum Zuge. Ein aufwendiges und kompliziertes Rechenverfahren.

In der Wahlnacht könne nur die vorläufige Sitzverteilung festgestellt werden, so Andre Hase. „Man kann ja nicht ausschließen, dass es bei der Übermittlung der Ergebnisse von den Gemeindewahlbehörden an die Kreiswahlbehörde Fehler gibt.“ Erst am 2. Juni wird der Kreiswahlausschuss auf seiner Sitzung das endgültige Ergebnis der Kreistagswahl und die Sitzverteilung endgültig feststellen.


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