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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

18. Dezember 2017 | 06:22 Uhr

Gesundheit : Grippewelle (noch) nicht in Sicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Landkreisweit wurden bisher 17 Fälle registriert. Aber: Patienten mit Erkältungssymptomen stürmen momentan die Apotheken

Das nasskalte Wetter geht nicht spurlos an den Menschen vorüber: „Wir registrieren bei uns mehr Andrang als sonst“, berichtet Karin Zimmermann. Die Chefin der Alaska-Apotheke in Lübz (An der Brücke 1) muss derzeit auf drei Kolleginnen verzichten, weil diese krank geschrieben sind. Die Kundschaft zeige die ganze Bandbreite an Erkältungssymptomen: Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit, Husten, leichtes Fieber. „Wir beraten individuell und gezielt.“ Zum Einsatz kommen dann laut Karin Zimmermann hauptsächlich Hustensäfte, Lutschpastillen, homöopathische Mittel oder Teesorten, die Linderung der Beschwerden verheißen. „Nicht jede Erkältung braucht die gesamte Palette von Wirkstoffen.“ Bei schwerer Erkrankung sei ohnehin ein Arztbesuch zu empfehlen. Von der aktuellen Erkältungswelle seien sämtliche Altersstufen betroffen. „Sie zieht sich quer durch alle Generationen“, so Karin Zimmermann.

Nicht viel anders ist die gegenwärtige Situation in der benachbarten Kreisstadt. „Zu uns kommen zunehmend Kunden, die großen Wert auf rechtzeitige Vorbeugung gegen Erkältung oder Grippe legen“, erzählt Hilke Möller. Angstkäufe hat die Chefin der Parchimer Rats-Apotheke aber bislang nicht feststellen können. „Die meisten Kunden füllen lediglich vorsorglich ihre Hausapotheke auf.“ Wer länger als zwei Tage Fieber hat, soll sich aber nicht darauf verlassen, sondern besser den Hausarzt aufsuchen, rät sie. Von ganz besonders Umsichtigen sei bereits die erste große Impfwelle gegen Grippe ausgiebig genutzt worden. Zudem könne einer Erkältung durch gesunde Lebensweise entgegengewirkt werden. Dazu zählt Hilke Möller vitaminreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und viel frische Luft. „Auch Spaziergänge, bei denen sich der eine oder andere Sonnenstrahl erhaschen lässt, sind der Gesundheit förderlich.“

„Von einer Grippewelle können wir aber noch nicht sprechen“, beschwichtigt Matthias Ratke von der Stern-Apotheke in Sternberg. Abgeebbt sei zudem die Flut der Magen-Darm-Grippe, die im Dezember ihren Höhepunkt hatte. Dennoch sei eine Zunahme von etlichen Symptomen zu verzeichnen, „die naturgemäß durch das aktuelle Wetter bedingt sind“. Wegen kleiner Beschwerden wolle sich jedoch kaum ein Mensch lange in das Wartezimmer eines Arztes setzen, sondern baue auf Selbst-Medikamentation. Viele Menschen seien allerdings stark durch entsprechende Werbung von angeblichen Allheilmitteln beeinflusst. „Da herrscht großer Beratungsbedarf“, erklärt Matthias Ratke. Ein einziges Mittel gegen sämtliche Beschwerden könne es nicht geben. Vielmehr müsse das individuelle Krankheitsbild ermittelt und zudem Unverträglichkeiten ausgeschlossen werden.

Sämtliche in Mecklenburg-Vorpommern durch Viren oder Bakterien verursachten Infektionskrankheiten werden beim Rostocker „Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS)“ registriert. Demgemäß waren im Landkreis Ludwigslust-Parchim in der zweiten Kalenderwoche insgesamt sieben Fälle der sogenannten „echten Grippe“ (Influenza) bekannt geworden (landesweit: 145 Fälle). Spitzenreiter bei den Infektionskrankheiten im Landkreis war im gleichen Zeitraum mit gemeldeten 25 Fällen (landesweit 337) die Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis). Sie wird durch den Norovirus verursacht und ist auch als Brech-Durchfall bekannt.

In der dritten Kalenderwoche wuchs im Landkreis laut Pressesprecher Andreas Bonin die Zahl der Grippeerkrankungen um weitere zehn Fälle. Um die Zahlen aktuell zu halten, werden laut Bonin unter anderem sieben Kindertagesstätten regelmäßig abgefragt. Von einem signifikanten Anstieg der Grippeerkrankungen könne angesichts der aktuellen Zahlen aber keine Rede sein. „Die momentanen Zahlen sind noch lange nicht besorgniserregend“, beruhigt Bonin. Wer dennoch auf Nummer sicher gehen wolle, könne sich bei seinem Hausarzt impfen lassen oder nach telefonischer Rücksprache die Impftermine des Fachdienstes Gesundheit in Anspruch nehmen. Fachdienstleiterin ist Dr. Ute Siering, sie ist unter der Tel.-Nr. 03871 / 722-5300 zu erreichen.


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