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Zeitung für Lübz, Goldberg, Plau

22. November 2017 | 12:26 Uhr

Gesundheit : Grippewelle kann noch kommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Landesamt für Gesundheit meldet wöchentlich neue Influenza-Fälle. Zahl der Erkrankungen noch gering. Impfung weiterhin möglich

von
erstellt am 31.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Husten, Schnupfen, Halsweh: Winter heißt Erkältungszeit und vor allem Grippezeit, auch wenn es in den Arztpraxen noch nicht wirklich danach aussieht. „Das ändert sich bei uns relativ schnell. Wir sind eine offene Praxis und jeder kann ohne Termin kommen. Aber richtig voll ist es derzeit nicht“, erzählt Elfi Schönau, Fachärztin für Allgemeinmedizin in Lübz. Trotz der wenigen Erkrankungen kann es in diesem Winter noch zu einer Grippewelle kommen.

In den vergangenen Jahren habe die Grippewelle mit einem hohen Erkrankungsaufkommen oft erst im Februar/März eingesetzt, so Anja Neutzling vom Landesamt für Gesundheit und Soziales
Mecklenburg-Vorpommern. Aber das lasse sich nicht seriös vorhersagen. Seit Jahresbeginn wurden neun Erkrankungsfälle an Influenza aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gemeldet. Landesweit waren es insgesamt 73 Erkrankungen. Die meisten Fälle mit 35 Erkrankungen wurden in der vierten Kalenderwoche registriert. (Stand 25. Januar 2015) Im vergangenen Winter waren es sieben Influenza-Erkrankte im Landkreis und 152 Fälle in ganz MV, wie die Meldedaten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern zeigen. Die Daten gelangen über das Meldesystem namens SurNet@RKI an die Landesbehörde. Es sammelt alle Fälle aus den meldenden Landkreisen und kreisfreien Städten, der Landesbehörde und dem Robert Koch-Institut (RKI). „Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, über das SurvStat-System des RKI im Internet alle gemeldeten Fälle nach erwünschten Kriterien selbst zu generieren“, so Neutzling weiter.

Der milde Winter allein sei jedoch kein Grund für die bisherigen geringen Grippe-Erkrankungen. Einen direkten klimatischen Zusammenhang gebe es eigentlich nicht. Es wirkten auch indirekte Faktoren. Mehr Menschen als sonst halten sich in geschlossenen Räumen auf und damit steigt die Infektionsgefahr. Heizungsluft trocknet beispielsweise die Schleimhäute aus. Dadurch haben Viren ein leichteres Spiel in den Körper einzudringen. Im vergangenen Jahr traten verhäuft die Influenza-Viren der Subtypen A und B auf. In diesem Jahr trat bisher mehr Influenza A (nicht Schweinegrippe= H1N1 pdm09) auf.

Eine Impfung gegen Grippe ist bislang der beste Schutz. Es wird empfohlen, sich zu Beginn der kalten Jahreszeit, vorzugsweise von September bis November, impfen zu lassen. Eine einmalige jährliche Injektion ist ausreichend. „Solange der Scheitel einer Grippe-Welle noch nicht abzusehen ist, kann man sich jedoch noch impfen lassen, muss aber bedenken, dass der Impfschutz erst 10 bis 14 Tage nach Impfung einsetzt“, erklärt Anja Neutzling.

Insbesondere die von der Ständigen Impfkommission genannten Risikogruppen sollten sich jetzt umgehend von ihrem behandelnden Arzt zur Impfung beraten und gegebenenfalls noch schnell impfen lassen. Deutschlandweit liege die Impfquote zwischen 20 und 30 Prozent. Die Zielvorgabe der Weltgesundheitsorganisation mit 75 Prozent bei älteren Menschen erreicht Deutschland nicht. „Wir bestellen jedes Jahr im Voraus den Impfstoff und haben bisher nur gute Erfahrungen mit unseren Patienten gemacht“, so die Fachärztin für Allgemeinmedizin Elfi Schönau in Lübz. „Im November waren wir bereits mit den Impfungen durch.“

Vor Erkältungen schützt die Grippeimpfung nicht, denn sie werden von einer Vielzahl anderer Viren ausgelöst. Eine Erkältung ruft zwar ähnliche Beschwerden hervor, verläuft jedoch viel harmloser. Sie wird deshalb auch „grippaler Infekt“ genannt.

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