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Produktionsschule Westmecklenburg : Greven - der etwas andere Lernort

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für Lübz – Goldberg – Plau

Seit knapp einem Jahr besucht Manuel Krietsch die Produktionsschule Westmecklenburg. Sein Fazit bislang: „Ich bin nicht mehr so faul.“

Manuel Krietsch hält den Gießstab fest in seiner Hand. Er geht selbstbewusst im Gewächshaus der Produktionsschule Westmecklenburg auf und ab. Die Pflanzen müssen gewässert werden. Eine seiner Aufgaben an der Einrichtung in Greven. Mitte Februar 2016 wechselte Manuel Krietsch von einer allgemeinbildenden Schule nach Greven an die Produktionsschule. Jetzt geht der 17-Jährige einen ganz anderen Weg. Sein schulischer Lebenslauf ist kein einfacher, immer wieder eckt der Jugendliche an. Mittlerweile ist er ehrlich – vor allem zu sich. „Meine Faulheit steht mir im Weg“, sagt er. „Sechs Stunden am Tag still sitzen, das kann ich nicht“, erzählt der Jugendliche weiter. Doch Manuel ist mittlerweile 17 Jahre alt, einen Schulabschluss hat er bislang nicht, auch keinen Ausbildungsplatz. „Ich möchte mich bewegen, lieber arbeiten“, erklärt Manuel. Im vergangenen Jahr wird es dann wieder kritisch für ihn. Damals besucht Manuel noch die Regionale Schule in Lübz. Schulleiterin Kerstin Birnitzer sagt ihm, dass er die achte Klasse wohl nicht schaffen werde – erneut. Deshalb rät sie ihm, sich die Produktionsschule in Greven einmal anzuschauen. Vielleicht sei diese Einrichtung etwas für ihn. „Das habe ich dann auch getan“, erzählt Manuel.

In den vergangenen Monaten hat sich Manuel immer besser an der Grevener Einrichtung eingefunden. Verändert hat sich der 17-Jährige bereits. „Ich bin nicht mehr so faul wie am Anfang.“ Das haben auch Ute Jensen und Regina Hansch festgestellt. Beide Frauen arbeiten als Werkstattpädagogen an der Produktionsschule. Ute Jensen kennt den Jugendlichen noch aus der Zeit, als er in der Keramik-Werkstatt anfing. Schnell merkte sie, dass er in dieser Werkstatt nicht richtig ist. „Er braucht etwas, um sich richtig auszupowern“, erläutert Ute Jensen. Deshalb wechselte Manuel in den GaLa-Bereich – Werkstatt für Gartenbau und Landwirtschaft. Ein weiterer Vorteil der Produktionsschule Westmecklenburg, wie Leiterin Antje Tschiersch findet. „Wir holen die Schüler dort ab, wo sie wirklich stehen“, erzählt sie. Insgesamt fünf Werkstattbereiche hält die Einrichtung in Greven vor, die Bestandteil der ALL Pütter gGmbH ist.

Derzeit betreut Regina Hansch elf Schüler im GaLa-Bereich. Einer davon ist Manuel. „Ich war am Anfang skeptisch. Er war immer sehr aufgedreht. Doch das hat sich mittlerweile zum Guten verändert“, resümiert die Pädagogin. Ob im Gewächshaus, auf dem Acker oder bei den Tieren – Manuel Krietsch braucht die Bewegung und Leute, „die mich verstehen und im Team arbeiten können.“ Abwechselnd werden die Schüler praktisch und theoretisch geschult. Unter anderem auch an der Regionalen Schule in Crivitz. Dort können die Jugendlichen auch die Berufsreife erlangen – gleichzusetzen mit dem Abschluss der 9. Klassenstufe. Pläne für die Zukunft hat auch der 17-jährige Lübzer. „Ich möchte auf jeden Fall den Schulabschluss schaffen und dann eine Ausbildung in der Landwirtschaft anfangen.“

 

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